Der Gast ist König

Eine kleine Anekdote, die sich ungefähr vor zwei Monaten ereignete:

Ich saß im Cafe des Chefs und mußte kurzfristig aushelfen, weil er DVDs-Shoppen Waren einkaufen mußte. Es war allgemein nicht viel los, bis auf einmal zwei junge Damen das Cafe betraten: eine mit Dreadlocks, die andere mit grün gefärbten Haaren und Piercing in der Lippe.

Mach uns mal schnell zwei Jägermeister!

Kein Problem. So schnell wie ich die beiden Schnapsgläser gefüllt hatte, wurde der Jägermeister von den beiden auch konsumiert. Dann noch ein bischen mit den Mädels rumgewitzelt und schon waren sie wieder weg…

… und kamen ca. 45 Minuten später wieder.

ich: Ach ihr schon wieder! habt ihr kein Zuhause?
Miss Dreadlocks: Doch schon, aber wir kamen hier halt grad wieder vorbei.

Also hab ich nochmals zwie Jägermeister gemacht und den beiden hingestellt. Beim Bezahlen (2 Jägermeister a 2,50€) bekam ich genau 5 Euro, weil die beiden abwechselnd zusammen gezahlt haben.

ich: Ihr seid heute aber mal echt spendabel beim Trinkgeld.
Miss Dreadlocks: Na und? Der Gast ist schließlich König!
ich: Der Gast ist Gast und nicht mehr. Er wird so behandelt, wie er mir gegenüber auftritt!
Miss Lippenpiercing: Genau DAS ist die richtige Einstellung! Ich habe auch mal Hotelfach gelernt und es ist unglaublich, wie sich manche Gäste saumäßig daneben benehmen und immer netten und freundlichen Service erwarten!

So sehe ich das auch. Wer sich wie die Axt im Wald verhält, wird entweder nach den anderen Gästen bedient oder bekommt einen reduzierten Service.
Und zum Trinkgeld: Ich hatte irgendwo schonmal erwähnt, daß es mir um das Trinkgeld nicht so wichtig ist. Ich freue mich mehr, wenn die Gäste wiederkommen. Das ist nämlich auch ein Zeichen für guten Service, nettes Ambiente oder gute Qualität. Und heutzutage muß man in der Gastronomie wirklich um jeden Gast kämpfen.