Eine kleine Anekdote, die sich ungefähr vor zwei Monaten ereignete:

Ich saß im Cafe des Chefs und mußte kurzfristig aushelfen, weil er DVDs-Shoppen Waren einkaufen mußte. Es war allgemein nicht viel los, bis auf einmal zwei junge Damen das Cafe betraten: eine mit Dreadlocks, die andere mit grün gefärbten Haaren und Piercing in der Lippe.

Mach uns mal schnell zwei Jägermeister!

Kein Problem. So schnell wie ich die beiden Schnapsgläser gefüllt hatte, wurde der Jägermeister von den beiden auch konsumiert. Dann noch ein bischen mit den Mädels rumgewitzelt und schon waren sie wieder weg…

… und kamen ca. 45 Minuten später wieder.

ich: Ach ihr schon wieder! habt ihr kein Zuhause?
Miss Dreadlocks: Doch schon, aber wir kamen hier halt grad wieder vorbei.

Also hab ich nochmals zwie Jägermeister gemacht und den beiden hingestellt. Beim Bezahlen (2 Jägermeister a 2,50€) bekam ich genau 5 Euro, weil die beiden abwechselnd zusammen gezahlt haben.

ich: Ihr seid heute aber mal echt spendabel beim Trinkgeld.
Miss Dreadlocks: Na und? Der Gast ist schließlich König!
ich: Der Gast ist Gast und nicht mehr. Er wird so behandelt, wie er mir gegenüber auftritt!
Miss Lippenpiercing: Genau DAS ist die richtige Einstellung! Ich habe auch mal Hotelfach gelernt und es ist unglaublich, wie sich manche Gäste saumäßig daneben benehmen und immer netten und freundlichen Service erwarten!

So sehe ich das auch. Wer sich wie die Axt im Wald verhält, wird entweder nach den anderen Gästen bedient oder bekommt einen reduzierten Service.
Und zum Trinkgeld: Ich hatte irgendwo schonmal erwähnt, daß es mir um das Trinkgeld nicht so wichtig ist. Ich freue mich mehr, wenn die Gäste wiederkommen. Das ist nämlich auch ein Zeichen für guten Service, nettes Ambiente oder gute Qualität. Und heutzutage muß man in der Gastronomie wirklich um jeden Gast kämpfen.

Der Gast ist König
Markiert in:                                 

3 Kommentare zu „Der Gast ist König

  • 12. November 2006 um 21:27
    Permalink

    Also, prinzipiell finde ich den Eintrag völlig in Ordnung, auch das Prinzip „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es hinaus“ ist absolut legitim.

    Geschluckt habe ich bei dem Satz

    > ich: Ihr seid heute aber mal
    > echt spendabel beim Trinkgeld.

    Vermutlich gab die Situation das her – aber so aus dem Kontext gerissen muß ich sagen, ich hätte meinen Jägermeister stehen gelassen und wäre gegangen. Ein Kellner (Dienstleister), der sich wegen des Trinkgeldes ernsthaft (ich bezweifle, daß das im Zusammenhang hier wirklich ernsthaft war) beschwert geht gar nicht!

    Ansonsten ein cooles Blog – gleich mal Blogrollen…

    Antworten
    • 13. November 2006 um 15:25
      Permalink

      Ich bin in meinem Umgangston sehr flexibel. Wenn meine Gäste locker sind, wird meine Art angepasst. Ich weiß nicht, ob ich Dir gegenüber diesen Spruch gebracht hätte. Wahrscheinlich hätte ich Dich sogar gesiezt. Bei den Mädels war es in der Situation vollkommen ok (denke ich).
      Aber ich bin kein Kellner, ich bin Thekenmeister! Jawollja!!11212

      Danke fürs Lob!

      Antworten
  • 13. Dezember 2006 um 18:34
    Permalink

    Wie gesagt – wenn das im Kontext gestimmt hat (und ich glaube nicht, daß wir uns gesiezt hätten!), dann ist es OK, aber ich hatte auch schon desöfteren mit Kellnern (in der Tat keinen Thekenmeistern!) zu tun, die erst unhöflich, langsam und genervt sind und sich dann noch beschweren (oder noch schlimmer: BETTELN), weil es kein Trinkgeld gibt…

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.