Kategorie: Gäste

Schon gespült

Es war schon Feierabend, die Rolläden waren heruntergelassen, der Chef zählte den Umsatz und an der Theke saßen noch ein paar Stammgäste, die schon zum Inventar zählen.
Einer dieser Stammgäste ist Koch und hat für uns und andere Gäste von einer Veranstaltung noch übriges Essen mitgebracht, unter anderem Becher mit Pana Cotta.
Wir von der Belegschaft waren damit beschäftigt, die Theke zu putzen, Gläser zu polieren und alles aufzuräumen.

Einer der Stammgäste nahm sich nun einen der Pana Cotta und sah dabei, wie das Service-Mädel gerade einen Löffel polierte.

er: Kannst Du mir bitte den Löffel geben?
sie: Nein, der ist schon gespült!

Mein Chef und ich krümmten uns vor Lachen, sie stand ahnungslos herum. Mit diesem Satz und der Betonung klang es so, als ob es ein Ding der Unmöglichkeit wäre, den sauberen Löffel (oder saubere Sachen im Allgemeinen) an Gäste abzugeben.

Ihre Rechtfertigung

Ich habe damit gemeint, daß ich den Löffel nicht nochmal spüle!

war auch nicht hilfreich. Es ist aber verständlich, daß ein so junges Ding den Löffel noch nicht abgeben will 😉

Nur noch schnell was essen…

Es ist immer angenehmer, wenn die Gäste, die eine Reservierung haben, schon früher kommen, als wenn ich Tische unnötig lange freihalten muß, weil die reservierten Gäste noch nicht da sind. Gesten Abend passierte folgendes:

Ich hatte zwei große Reservierungen, die um 20:30 Uhr geplant waren.
Während ich nun um 20 Uhr die Türe öffnete, stürmten schon drei junge Damen an mir vorbei und erklärten:

Wir haben erst in einer halben Stunde reserviert, aber wird sind jetzt schon da!

Das ist kein Problem! Die Damen nahmen Platz und fingen an, die Karte zu lesen.
Ich erledigte noch ein Bar Kleinigkeiten hinter der Bar und wartete ab, bis die Damen die Karte zur Seite legen, damit ich dann die Bestellung aufnehmen kann.
Sie legten dann auch die Karten zur Seite, standen aber zeitgleich wieder auf und verkündeten:

Wir gehen noch schnell was essen!

Da sie ja recht früh dran waren, war es unproblematisch, daß sie wieder gehen. Sie wollten eben nur noch was essen, und Döner-Läden gibt’s ums Eck. Vielleicht wollten sie auch nicht alleine auf den Rest der Gruppen warten. Insgesamt waren Plätze für 15 Personen reserviert.

Ich habe die Damen nicht wieder gesehen. Ich wurde an dem Abend auch nicht nochmals auf eine Reservierung auf diesen Namen gefragt.

Es kommt schon vor, daß Reservierungen mal gar nicht erscheinen, oder ein paar Leute mehr oder weniger sind, aber so eine Situation habe ich noch nicht erlebt.

Quizduell-Manie

Schon vor Jahren ging es mit den modernen Smartphones los und die Gäste fingen an, mit Apps den Abend zu gestalten, indem sie zum Mäxle spielen eine Würfel-App installierten: siehe Mäxle 2.0 (April 2010).

Aktuell macht das Spiel „Quizduell“ die Runde. Ich erlebe es, daß mitten in Unterhaltungen immer wieder mal das Handy gezückt wird, ein paar Fragen beantwortet werden und dann die Unterhaltung fortgesetzt wird.

Der Reiz des Spiels besteht doch darin, daß man seinen Wissensstand mit Freunden vergleichen kann. Nebenbei lernt man auch noch etwas dazu.

Die Manie greift aber schon soweit um sich, daß manche Spieler nebeneinander an der Theke sitzen, aber gegeneinander spielen und dabei peinlichst darauf achten, daß der andere auf keinen Fall mitbekommt, welche Antwort gewählt wird.
Zusätzlich bilden sich dann noch Grüppchen um die Spieler, es wird aber darauf geachtet, daß keine Frage vorgelesen oder die Antwort ausgesprochen wird.
Wenn es aber gegen einen Spieler geht, der nicht anwesend ist, wird die Frage laut vorgelesen und gehofft, daß einer der Anwesenden die Frage beantworten kann.

Das nächste Stadium ist dann, daß sich die Gäste mit dem Ziel treffen, als Schwarmintelligenz gegen ihre Freunde zu spielen…

Jacky-Cola

Es gibt sie immer mal wieder: diese Jacky-Cola-Trinker. Es gilt nun der Spruch: Jedem Tierchen sein Pläsierchen!
Für mich steht aber Jacky-Cola auf einer Stufe mit Bananen-Weizen, Goißa-Halbe, Kalimocho und anderen Getränken, die in Faschingszeiten gerne konsumiert werden.
Jacky-Cola gibt’s bei mir zum normalen Longdrink-Preis. Für Bananen-Weizen und Kalimocho (in bestimmten Kreisen: Korea) verlange ich einen ordentlichen Aufpreis, so daß die meisten nur eins trinken (wenn überhaupt).

Es war nach offiziellem Feierabend. An der Theke saßen ein paar Stammgäste und Personal aus anderer Gastronomie, die schon mit ihrer Arbeit fertig waren. Und so bestellt einer einen Jacky-Cola. Ich habe meine Abneigung kund getan und in die Runde gefragt, was die anderen von Jacky-Cola halten.
Und eine zierliche junge Dame antwortet und sorgte für einen ordentlichen Kracher:

Das Zeug hab ich mit sechzehn (!!!) aufgehört zu saufen!

Besser konnte man mich in mein meiner Meinung nicht bestätigen!
Nun ist sie allerdings keine professionelle Alkoholikerin. Sie praktiziert seit einem Jahr als Zahnärztin und war an jenem Abend bei mir um den bestandenen Doktor-Titel zu feiern!

Selbstbewußt

Ich habe einen Stammgast, der mehr oder weniger regelmäßig alle paar Wochen oder Monate bei mir vorbeischaut. Letztens war er wieder zu Besuch und sorgte auch für das Highlight an diesem Abend!
Leider weiß ich nicht worum es in dem Gespräch mit seinen Freunden ging, aber dieser eine Satz, den ich im Vorbeigehen vernommen habe, hat mich ordentlich zum Schmunzeln gebracht:

Tja! Hätt’st eben was G’scheit’s g’lernt, kleine Pause dann wärst jetzt LKW-Fahrer!

Als Blogger mußte ich zwangsläufig sofort an Maik von TruckOnline denken!
So ist es eben: wer nix wird, wird Wirt und wer was G’scheit’s lernt, wird LKW-Fahrer!

Die besten…

Ich weiß nicht, ob sie die besten Gäste sind, die ich habe (oder hatte), aber auf jeden Fall belegen sie einen Platz auf dem Siegertreppchen.
Sie sind freundlich, sympathisch, intelligent und immer gut gelaunt. Sie benehmen sich und passen gegenseitig auf sich auf und am Ende ist auch alles brav bezahlt. Letztens feierten sie sogar, daß sie mit ihrem Verein im Ligabetrieb zum ersten Mal in der Saison auf einem Nicht-Abstiegsplatz waren – auch wenn klar war, daß es am Ende wohl nicht reichen würde.

Einer der Jungs war gegen Ende ihres Besuchs nicht mehr so ganz Herr seiner Sinne und als es ans Zahlen ging, war zum Schluß nur noch sein Teil offen. Das Alphatierchen wollte dann auch gleich von ihm den Geldbeutel holen um damit zu zahlen. Und dann kam das, was einfach unglaublich ist: statt ihm den Geldbeutel zu geben, griff der benebelte Gast in die Hosentasche und holte ein paar Scheine und Münzen heraus: er hatte den offenen Betrag plus ordentliches Trinkgeld schon in seiner Hosentasche abgezählt bereit gehalten!

Vor ein paar Wochen waren sie wieder da und es kam in dieser Gruppe zu folgendem Dialog:

Student1 zu Student2: Hey, du mußt einen Planters Punch bestellen! Heiko macht den besten Planters Punch!
Student2 zu Student1: Ich trinke lieber einen Mai Tai. Er macht nämlich auch den besten Mai Tai!

Ich weiß, daß sie es aus Überzeugung und nicht aus Schleimerei sagten. Vielleicht mache ich auch für Ulmer Verhältnisse die besten Cocktails, aber in der weiten Welt um Ulm herum gibt es bestimmt noch bessere.

Während ich dies nun geschrieben habe, bin ich zu der Erkenntnis gelangt, daß die Jungs und Mädels für so eine große Gruppe wirklich die besten Gäste sind! Ich freue mich schon auf morgen! Dann haben sich die Besten angekündigt um Geburtstag zu feiern!