Kategorie: Mitarbeiter & Kollegen

Gedächtnislücke?

Das kommt davon, wenn man mit dem Personal nach Feierabend zum Feiern weggeht und es auch ab und zu mal ein wenig übertreibt:
Ich klärte gerade per Chat mit einer meiner Servicekraft, wie sie nun am Wochenende arbeiten muß will, als die Kommunikation folgendermaßen weiterging:

sie: ähm du? Uns is nix passiert von der nacht sonntag auf montag oder?
ich: Hae? ich war brav zuhause in der Nacht. keine Ahnung was du getrieben hast.

Es ist schön, daß sie sich so mit dem Betrieb identifiziert und „uns“ schrieb. Sie meinte damit aber nicht irgendwelche unserer nächtlichen Eskapaden, sondern die Serie von Einbrüchen, die in dieser Nacht in Ulm passierten.
Uns ist übrigens nichts passiert.

Lebensretter

Einige meiner Gäste entpuppen sich ab und zu als Lebensretter.

Vor Jahren hatte ich einen Gast, der in der Küche eines gut-bürgerlichen Restaurants arbeitete. Wenn er nach seinem Feierabend bei mir vorbeikam, hatte er regelmässig ein paar „Reste“ aus der Küche dabei. Mal etwas Suppe, Fleischküchle oder Spätzle mit Soße. Nach fünf oder sechs Stunden Arbeit ohne Essen sind solche Lieferungen wesentlich besser als jedes Trinkgeld: einfach unbezahlbar!

Gestern haben meine Gäste es aber ein wenig übertrieben. Erst bekam ich von einem Koch eine ordentliche Portion Kässpätzle mit Röstzwiebeln vorbeigebracht und zwei Stunden später von einem anderen Gast gegrillte Spare-Ribs, Koteletts und Hühnerteile.

Vielen Dank an die Mittelalter-Schänke zu Neu-Ulm, die ihr übrig gebliebenes Grillgut der mittelalterlichen Tafeley an das Personal des Dietrich-Kinos verteilen! Von dort hat mich der „Herrscher der Süßwaren-Theke“ nachts um 2 Uhr mit Fleisch versorgt. Danke!

Unsere Daisy

Wir haben bei uns eine flotte Aushilfe, die zu ihrem ersten Arbeitstag mit einer Schleife im Haar erschienen ist. Prompt bekam sie von mir den Spitznamen „Daisy“. Mitlerweile wird sie nicht nur von mir so genannt, sondern ist auch bei den Gästen als „Daisy“ bekannt, auch wenn sie nie eine Riesen-Schleife wie Daisy Duck trägt. Die Schleife im Haar ist allerdings schon Pflicht Tradition beim Arbeiten.

Ich freue mich schon auf die Schicht heute Abend mit ihr.

Stern.de: Winter in Deutschland: „Daisy“ tobt sich aus
Bild.de:Warum macht uns „Daisy“ so Angst, schöne Wetter-Fee?
n-tv.de: Was stellt sie an? „Daisy“ kommt

Bei diesen Meldungen bin ich schon auf die Kommentare der Gäste gespannt. Denn so flott wie sie im Service unterwegs ist, wird sie bestimmt ein paar Mal „Hey, nicht so stürmisch, Daisy!“ oder Ähnliches zu hören bekommen.

The Bartender Hates You

Zur Feier des Tages gibt es mal wieder ein wenig Spaß mit youtube!

Jeder, der in der Gastronomie arbeitet, kennt diese Situationen in denen man sehr gerne komplett anders reagieren will, als es angebracht ist.
Bei Cocktails Old Fashioned bin ich über den interessanten Beitrag The Bartender Hates You gestolpert. Einfach phantastisch diese Video-Clip-Reihe!
Mein Lieblings-Video ist Nummer 9 mit den gackernden Hühnern kichernden und lachenden Damen:


Alle 12 Videos der Reihe „The Bartender Hates You“ gibt es in der YouTube-Playlist „The Bartender Hates You“. Viel Spaß!

Gymnastik im Service

Die verpeilteste aller verpeilten Service-Mädels hat sich bald schon hier eine eigene Kolumne verdient.

Wer als regelmäßiger Leser nicht weiß, wen ich meine, hier ein paar Vorabinfos:

Nun hat sie sich am Wochenende wieder ein nettes Ding geleistet, bzw. habe ich sie dazu genötigt:
Entweder lege ich die Bons für die Getränke neben die Gläser auf das Tablett oder ich klebe sie an das Glas. Diesen Abend lebte sie wieder in ihrer kleinen Parallelwelt und war nicht wirklich mit dem Kopf bei der Sache und brachte mich damit auf eine fiese Idee: was passiert, wenn ich die Bons an die Gläser klebe… und zwar verkehrt herum.
Ein paar Stammgäste hatten es schon mitbekommen, wie sie Probleme hatte, die angehafteten Bons zu lesen. Natürlich habe ich ihnen auf die Nase binden müssen, daß ich die Bons nun verkehrt herum anbringe. Und sie warteten auf die Reaktion.
Und die Reaktion kam wie erwartet: sie stand vor dem Tablett und drehte ihren Kopf solange, bis sie die Bons lesen konnte. Es war wirklich goldig mitanzusehen, wie sie vor den Tabletts seitliche Rumpfbeugen macht. Beim dritten oder vierten Tablett hat sie es schon mitbekommen, wie wir uns amüsierten und meinte nur lapidar: „Ok, ok, ich habe es schon verstanden!“
Sie hat so eine faszinierende Art, daß man ihr Fehler beim Arbeiten nicht vorhalten kann. Mit ihrem Charme und ihrem Verhalten bügelt sie alles aus (ja, alles!). Da muß ich dann leider zu solchen Aktionen greifen, bevor ich an die Decke gehe. Wenn nun jemand meint, das fällt unter Mobbing, darf gerne mal mit ihr arbeiten. 😉

verpeilte Mitarbeiter

Manchen Mitarbeitern kann man Sachen zigmal erklären und sie setzen es nicht um. Sie wissen zwar schon, daß ich es ihnen mal gesagt habe. Oder sie wissen, wie es sein soll, wenn ich sie darauf anspreche. Allerdings handeln sie gerne ganz anders. Sie haben es nicht verinnerlicht!

Beim Pizzablogger bin ich auf einen interessanten Artikel gestoßen:

Ich glaub ich muss Konventionalstrafen einführen. Mund fusslig reden, hilft ja wohl nicht: Dass sie nie-, niemals Stecknadeln auf dieses Regalbrett legen sollen. Oder eben den Topf woanders hinstellen.
Wie kommt die Stecknadel in die Sauce

Ich löse solche Fälle ein wenig „anders“.
Für Altglas haben wir eine Plastikkiste. Pfandflaschen gehören dort nicht hinein. Das habe ich den Servicemädels auch schon mehrfach erklärt. Die Pfandflaschen werden in Getränkekisten gesammelt und nach Feierabend dann sortiert im Keller in die Leergutecke gebracht. Und die Unterscheidung ist auch nicht schwer: Spirituosenflaschen ab in die Altglaskiste, den Rest in die Getränkekisten.

An einem Abend haben es beide Service-Mädels geschafft, die San Pellegrino-Flaschen zum Altglas zu packen. Das war der Zeitpunkt, wo ich mir einen kleinen Spaß erlaubt habe: als beide vor der Theke unterwegs waren, wanderte die Pfandflasche auf wundersame Weise wieder direkt auf die Theke unter den Zapfhahn. Und wieder nahm eine der beiden die Flasche und legte sie ins Altglas. Ich stellte sie dann wieder auf die Theke, von wo sie wieder im Altglas landete. Das ging mehrfach so hin und her. Da das Spiel auf absehbare Zeit wohl so weitergehen würde, fing ich an, eine Strichliste zu führen. Am Schluß hatte die eine 7 Mal und die andere 8 Mal die Flasche von der Theke an die gleiche Stelle im Altglas gelegt!
Danach habe ich sie nur gefragt: Wieviel Wasser haben wir heute verkauft? Und wieviele Flaschen Leergut hast Du von der Theke genommen?

Damit war das Thema durch. Und seitdem kommt es auch nicht wieder vor.

PS:
Ja, ich weiß, daß ich ein wenig fies sein kann. Eine von den zwei Mädels war übrigens die, die ich damals schon auf die (nicht aufgebaute Terrasse) zum Bestellungen einholen geschickt habe. 😉