geschickte Verhandlung II

Ab und zu liest man ja in anderen Blogs ab und zu „Die wollten nur ins Blog!“. Dazu bin ich wohl aber noch nicht berühmt genug, aber genau das dachte ich in diesem Moment.
Drei junge Damen (so um die 20 Jahre alt) betreten gegen 22:30 Uhr die Bar, kommen zielsicher an den Tresen und fragen nach einer Flasche Sekt.

ich (lässig wie immer): Sekt habe ich nicht da. Prosecco kann ich euch anbieten. Was wollt ihr denn ausgeben?
eine der drei: Was kostet sie denn?
ich: 17,50 Euro.
eine der drei: Ui, das ist das günstigste Angebot bisher. Können wir da noch handeln?

Man ist ja nicht gerade in einer guten Ausgangssituation zum Verhandeln, wenn man gleich erwähnt, daß es sich bisher um das günstigste Angebot handle. Aber in Anbetracht der Tatsache, daß sie die Flasche mitnehmen wollten, ich kein Leergut in Keller bringen, keine Gläser spülen muß und dann auch noch der verminderte Mehrwertsteuersatz fällig ist, bin ich dann auf 15 Euro runtergegangen und die Mädels waren zufrieden (Ich darf das dem Chef erklären, warum ich verbilligt Ware verkauft habe). Jede zückte auch gleich brav einen 5-Euro-Schein. Als ich dann den Geldbeutel zückte, fiel den jungen Damen aber ein, daß die Flasche ja bis 0 Uhr schon warm sein würde. Also fragten sie, ob ich die Flasche noch so lange kühlen könnte, sie kämen dann wieder und würden dann erst zahlen. Von der Gesamtsituation dermaßen verwirrt stimmte ich zu. Ich Depp, ich. Besser gleich die 15 Euro einstecken, dann kämen sie auf jeden Fall wieder, aber das fiel mir erst ein, als sie schon wieder weg waren. Möglicherweise bietet ja eine andere Bar/Kneipe/Restaurant (oder Tankstelle) einen günstigeren Preis an.
Aber zu meinem Erstaunen kamen zwei der Mädels eine Stunde später wieder.

ich: Habt ihr unterwegs nicht eine von euch verloren?
eine der beiden: Nein, die ist nur… woanders. Sag mal, können wir die Flasche auch für 12 Euro bekommen?
ich: Ich kann euch die Flasche auch schenken, dann kostet sie euch noch weniger.
eine der beiden: Nein, das wollen wir auch nicht.
ich: Na also, ich bin euch schon entgegen gekommen und nun wollt ihr noch mehr. 15 Euro ist schon ein Angebot.
eine der beiden: Ok.

Anstandslos haben die beiden auch gezahlt, nachdem ich die Flasche geöffnet und den Naturkork-Korken wieder ein Stück in den Flaschenhals gesteckt hatte.
Was es bei den Dreien genau zu Feiern gab, weiß ich nicht. Ich will es auch nicht wissen. Aber in der Zeit zwischen dem ersten Kontakt und der Abholung der Flasche hätten sie mindestens drei Tankstellen, die zu dem Zeitpunkt noch offen gehabt hätten, ablaufen können. Aber wahrscheinlich waren sie zu sehr damit beschäftigt, sich eine Strategie zu überlegen, wie sie mich noch runterhandeln könnten. 😉
Und wo die Dritte im Bunde am Ende war, ist eigentlich auch egal. Möglicherweise war sie auf der Suche nach den passenden Gläsern…
Prost!