Christbaumloben

Nun kann das Christbaumloben losgehen. Vorhin habe ich mit dem Chef seinen Christbaum aufgebaut. Und natürlich gleich den ersten Schnaps kassiert.

Für alle, die nicht wissen, was es mit dem Christbaumloben auf sich hat, eine kurze Erklärung:
Dieser Brauch scheint nur regional in Süddeutschland vertreten zu sein. Er wurde mir von einem Kumpel aus dem Allgäu zugetragen, im Norden Deutschlands ist er gänzlich unbekannt.
Zum Christbaumloben braucht man nur einen Christbaum. Und Schnaps. Wenn man nämlich einen Christbaum lobt, muß derjenige, dem der Baum gehört einen ausgeben. Dabei spielt weder die Qualität des Baumes noch die des Schnapses eine Rolle. Vorzugsweise schenkt man dann den letzten Fusel aus, den man auftreiben kann. Schließlich kommen die Lober eh nur zum Saufen. Ein ernst gemeintes „Noch nie habe ich einen soooooo schönen Christbaum gesehen“ zählt soviel wie ein „naja, nicht schön, aber selten“. Und dem Besitzer des Baumes kann man wirklich auf den Zeiger gehen, wenn man sich stundenlang darüber ausläßt, wie schön doch gerade dieser Baum sei. Je überschwänglicher die Lobe ausfallen, desto besser. Insbesondere Mäkel sollten erwähnt werden: „Es ist faszinierend, wie schön so ein krummer Baum geschmückt werden kann“ oder ähnliches Gelobe.

Wenn dann die Schnapsvorräte geplündert sind, zieht man zusammen weiter zum nächsten Christbaum.