Schlagwort: Weihnachten

Gähnende Leere

Ein Pärchen, das regelmäßig bei mir einen gemütlichen Abend verbringt, betritt die Bar. Sie bleibt mitten im Raum verwundert stehen, schaut sich um und spricht mich dann an:

Hier ist ja nichts los! Das kenne ich gar nicht!

Nach einem kurzen Blick auf das Kassensystem konnte ich ihr weiterhelfen:

Das könnte vielleicht daran liegen, daß ich erst seit zwei Minuten offen habe!

Zusätzlich sind noch die Weihnachtsfeiertage, da ist prinzipiell weniger los.

endlich Weihnachten!

Endlich ist Weihnachten da!

Damit endet der alljährliche Weihnachtswahn, in dem normale Menschen zu gestressten Zombies werden. Ich habe es gestern schon gemerkt, meine Gäste waren wie ausgewechselt. Keine Spur von Hektik, Streß oder Aggression. So macht das Arbeiten Spaß!
Und heute wird es noch entspannter: die Bescherung ist vorbei, alle sind zufrieden und gut drauf!

In diesem Sinne: Frohes Fest!

Schnaps fürs Christbaumloben

Weihnachten steht bekanntlich vor der Türe. Und mit dem Aufkommen der Weihnachtsbäume, die nun schon überall gekauft werden können, wird es in den nächsten Tagen immer mehr Gäste geben, die den Brauch des Christbaumlobens pflegen wollen. Dafür muß auch ein unbeliebterunbekannter Schnaps her. Dieses Jahr ist es Schwarze Sau, eine auf Salmiak basierende Spirituose. In Norddeutschland ist sie wohl bekannt, hier unten im Süden des Landes kennt es kaum einer. Aber wer schon kostenlosen Schnaps durchs Christbaumloben abgreifen will, soll auch etwas leiden müssen. 😉

Wer auf Lakritze oder Salmiak steht, kann sich Schwarze Sau auch selbst basteln:
Man nehme „Türkisch Pfeffer“ oder andere starke Salmiak-Bonbons, zerstosse und löse sie dann in einer Spirituose nach Wahl auf. In Norddeutschland ist Korn sehr beliebt, für alle anderen ist wohl eher Wodka die bessere Wahl. Nun nur noch ein paar Tage stehen lassen, bis sich alles aufgelöst hat und fertig ist die Schwarze Sau!

Weihnachtswahnsinn

Gestern war es nun so weit: ich hörte zum ersten Mal dieses Jahr den Weihnachtsklassiker, der als ultimative Warnung anzeigt, daß bald Weihnachten ist: „Last Christmas“ von Wham!
Das ist dann auch der Zeitpunkt, ab dem die Menschen total durchdrehen, anscheinend nicht mehr Auto fahren können und in Hektik und Streß verfallen. Bei dieser ganzen Weihnachtslieder-Beschallung, Adventsaktionen überall und Lichterketten noch und nöcher kann man auch schon verrückt werden.
Nun gibt es bei mir in der Bar keinerlei Weihnachtsdekoration. Aber auch ich kann mich dem ganzen Weihnachtswahnsinn nicht entziehen, also regel ich das über die Musik. Und da gehe ich ein wenig unkonventionelle Wege. Die letzten Jahre liefen bei mit immer die CDs aus der Christmas Cocktails-Reihe und für dieses Jahr habe ich auch wieder zwei extravagante Kandidaten für Weihnachtslieder, die ab nächster Woche zur Untermalung der weihnachtlichen Stimmung laufen:

  • A Twisted Christmas von Twisted Sister, einer Hard-Rock-Band aus den 80ern (die CD ist allerdings von 2006)
  • Silent Nightclub von Richard Cheese und seiner Band im Jazz- und Big Band-Stil

Kennt ihr weitere Lieder, die nicht dem normalen Schema an normalen Weihnachtsliedern entsprechen?

Frohe Weihnachten

Weihnachtszeit! Die Leute hasten,
Packerl stapeln sich am Kasten.
Mütter kaufen, Väter zahlen,
und man grübelt voller Qualen,
ob man heute in der Stadt
wohl wirklich nichts vergessen hat:
Für Opa Badesalz aus Latschen.
Für Oma die karierten Patschen.
Den Cognac für die Schwiegermutter.
Für Lumpi teures Hundefutter.
Den Regenschirm für Onkel Otto.
Fürs Kind das bunte Bilderlotto –
das sind halt jetzt die vielen Fragen,
die einen Schenkenden so plagen.
Ein jeder hat von allem viel
und überdies den besten Stil,
er hat zum Trinken und zum Essen,
die Kleidung darf man nicht vergessen.
Die Wohnung, die ist auch komplett,
vom Klo bis hin zum Ehebett.
Ob Whiskey, Gürtel, Seidentücher,
ob dicke Bücher, dünne Bücher,
ob große Flaschen, kleine Flaschen,
ob Feuerzuge Pfeifen, Taschen,
ob Bilder, Vasen, Lampen, Platte –
mir fällt nichts ein, was man nicht hatte!
Jede Idee, die mich entzückt,
wird alsbald rüde unterdrückt,
ich höre nur mehr voller Hohn:
Das hat er schon das hat sie schon!
Ja, gibt’s denn wirklich keine Sachen,
die einem heut’ noch Freude machen?
Mein Hirn ist ausgebrannt, erloschen.
Doch plötzlich fällt bei mir der Groschen:
An einem fehlt es weit und breit,
eins hat kein Mensch – kein Mensch hat Zeit!
Wir wollen einmal richtig denken:
Die Zeit soll’s sein, die wir verschenken!
Man muß kein Millionär, kein Schah sein –
man muß nur füreinander da sein!
Ich weiß zum Beispiel, was ich tu:
Ich hör dir wirklich einmal zu…
Wir schenken Zeit – mal heut, mal morgen,
und leih’n einander unsre Ohren.
„Zeit“ ist auch einfach zu verschenken,
man braucht nicht lange nachzudenken.
man braucht dazu kein Weihnachtspackerl,
Geschenkpapier, Spagat und Sackerl,
Lametta, Engelshaar und Kerzen –
das Wichtigste: Es kommt von Herzen!
Ich will euch nun nicht lange quälen,
euch eure Zeit nicht länger stehlen –
ich hoffe nur, ihr denkt daran
und fangt bald mit dem Schenken an.

Helga Duffek-Kopper

Ab 22 Uhr habe ich heute wieder Zeit für meine Gäste, der Schnaps für Christbaumloben steht schon bereit!

Cocktail-Karte

Vor Weihnachten dreht der Großteil der Bevölkerung komplett durch. Viele befinden sich deutlich neben der Spur. Nach der Solarium-Lady hatte ich letzte Woche wieder einen weiblichen Gast, der mit sich und der Welt nicht zurecht kam.

Sie stand mitten im Raum, blickte ratlos umher und kam dann zu mir an die Bar.

Entschuldigung! Wo kann ich denn sehen, welche Cocktails sie haben?

Ich wies sie dann auf die Karten auf dem Tresen hin, die in ca. einem halben Meter Entfernung von ihr standen. Im Nachhinein hätte ich sie aber an den Aushang vor der Türe verweisen sollen. 😉