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Schnaps fürs Christbaumloben

Weihnachten steht bekanntlich vor der Türe. Und mit dem Aufkommen der Weihnachtsbäume, die nun schon überall gekauft werden können, wird es in den nächsten Tagen immer mehr Gäste geben, die den Brauch des Christbaumlobens pflegen wollen. Dafür muß auch ein unbeliebterunbekannter Schnaps her. Dieses Jahr ist es Schwarze Sau, eine auf Salmiak basierende Spirituose. In Norddeutschland ist sie wohl bekannt, hier unten im Süden des Landes kennt es kaum einer. Aber wer schon kostenlosen Schnaps durchs Christbaumloben abgreifen will, soll auch etwas leiden müssen. 😉

Wer auf Lakritze oder Salmiak steht, kann sich Schwarze Sau auch selbst basteln:
Man nehme „Türkisch Pfeffer“ oder andere starke Salmiak-Bonbons, zerstosse und löse sie dann in einer Spirituose nach Wahl auf. In Norddeutschland ist Korn sehr beliebt, für alle anderen ist wohl eher Wodka die bessere Wahl. Nun nur noch ein paar Tage stehen lassen, bis sich alles aufgelöst hat und fertig ist die Schwarze Sau!

Christbaumloben

Nun kann das Christbaumloben losgehen. Vorhin habe ich mit dem Chef seinen Christbaum aufgebaut. Und natürlich gleich den ersten Schnaps kassiert.

Für alle, die nicht wissen, was es mit dem Christbaumloben auf sich hat, eine kurze Erklärung:
Dieser Brauch scheint nur regional in Süddeutschland vertreten zu sein. Er wurde mir von einem Kumpel aus dem Allgäu zugetragen, im Norden Deutschlands ist er gänzlich unbekannt.
Zum Christbaumloben braucht man nur einen Christbaum. Und Schnaps. Wenn man nämlich einen Christbaum lobt, muß derjenige, dem der Baum gehört einen ausgeben. Dabei spielt weder die Qualität des Baumes noch die des Schnapses eine Rolle. Vorzugsweise schenkt man dann den letzten Fusel aus, den man auftreiben kann. Schließlich kommen die Lober eh nur zum Saufen. Ein ernst gemeintes „Noch nie habe ich einen soooooo schönen Christbaum gesehen“ zählt soviel wie ein „naja, nicht schön, aber selten“. Und dem Besitzer des Baumes kann man wirklich auf den Zeiger gehen, wenn man sich stundenlang darüber ausläßt, wie schön doch gerade dieser Baum sei. Je überschwänglicher die Lobe ausfallen, desto besser. Insbesondere Mäkel sollten erwähnt werden: „Es ist faszinierend, wie schön so ein krummer Baum geschmückt werden kann“ oder ähnliches Gelobe.

Wenn dann die Schnapsvorräte geplündert sind, zieht man zusammen weiter zum nächsten Christbaum.