Kategorie: Tresen-Talk

Kneipen- und Bar-Gespräche

Blind Date

Manche Gäste sind einfach knuffig.
Am Wochenende hatte ich zum zweiten mal dieses ältere Pärchen zu Gast. Ich habe mich schon gefreut, als ich sie hereinkommen sah.

ich: Na, heute wieder ein Blind Date?
er: Ja, das allererste!

Die Vorgeschichte:
Sie waren vor ca. einem halben Jahr schon einmal bei mir und nahmen damals direkt am Tresen Platz. Echt goldig die beiden. Sie haben geturtelt und geflirtet, was das Zeug hält. Und nach einer Weile rückten sie mit der Sprache raus. Sie hätten ein Blind Date gehabt, verständen sich wunderbar und es wäre ein perfekter Abend. So überzeugend, wie die beiden mir die Geschichte verkauften, habe ich sie auch geglaubt. Es kann ja auch kein Mensch ahnen, daß ein Paar nach über 20 Jahren Ehe abends weggeht und flirtet, daß sich die Balken biegen. Sie haben sich dann am Ende bei mir für den tollen Abend bedankt und verraten, daß sie die Show mit dem Blind Date oft machen, wenn sie weggehen.
Daran könnten sich manch andere mal ein Beispiel nehmen.

Frauenlogik IV

Gestern erzählt mir eine Stammgästin, daß ihre Freundin nach langer Zeit mal wieder zu Besuch kommt.

ihre Freundin: Du ich hab Dir ja soooooo viel zu erzählen!
sie: Das ist ja schön. Wo gehen wir denn morgen hin?
ihr Freundin: Komm, laß uns ins Kino gehen!

Sie (nicht ihre Freundin) ist bei dem letzten Kinobesuch schon nach 10 Minuten eingeschlafen. Aber wie kommt man nur auf die Idee, ins Kino zu gehen, wenn man sich viel zu erzählen hat?
Frauenlogik eben 😉

Kartoffelsupp I

Ja, der Artikel heißt wirklich nur „Kartoffelsupp“ (heißt so im Schwäbischen, wenn man es eindeutscht), das „I“ deswegen, weil morgen noch ein zweiter Eintrag dazu folgen wird.

Heute ist mir etwas Ähnliches passiert (zum Glück nur als Gast), wie bei dem Kerl mit dem Most:
Zwei Stammgäste (Großvater und Enkel) betreten das Cafe des Chefs. Der Großvater ist schon (leicht) angetrunken, der Enkel nüchtern, weil er fahren muß.
Irgendwann kam dem Großvater die geniale Idee, daß in dem Cafe noch etwas fehlen würde: eine gut gemachte Kartoffelsupp. Das wäre der Renner, weil es die nirgends woanders in der Stadt gäbe. Und jeder Gast würde sie essen. Schon klar, solche Spinnereien von Gästen, die meinen, sich in der Gastronomie besser auszukennen, als der Wirt, erlebt man häufiger. Witzig war allerdings der Streit, der nun zwischen Opa und Enkel entbrannt ist. Wer von beiden macht nun die bessere Kartoffelsupp? Opa traut dem Enkelchen (geht immerhin schon auf die 30 zu) nichts zu, der Enkel kontert mit „Du hast doch in Deinem Leben noch nie eine Kartoffelsupp selbst gemacht!“. Einfach herrlich!
Der Chef hat sich nun auf das Experiment eingelassen, der Enkel wird morgen früh alles für die Kartoffelsupp einkaufen gehen und sie frisch zubereiten. Mal sehen, ob es so ein Erfolg wird, wie versprochen…

Gleichberechtigung

Gestern beschwerte sich eine junge Dame, daß für die Frauen nur 1 Toilette zur Verfügung steht.

ich: Für die Jungs ist auch nur eine Toilette da.
sie: Aber die haben noch drei Pissoirs!
ich: Ok, sollen wir dann, damit Gleichberechtigung herrscht, bei den Damen noch drei Pissoirs einbauen? Die hängen wir dann auch ein wenig tiefer, damit es nicht so umständlich ist…

Sie war nicht wirklich von dieser Gleichstellungsmaßnahme begeistert.

Mißverständnis

Gestern war schon vor Beginn der Schicht das Wechselgeld ein wenig knapp, nicht nur bei mir sondern auch beim Chef im Cafe. Ich hatte es nicht mehr zur Bank zum Wechselgeldautomaten geschafft.

ich: Geht dann nachher $kumpel los und bringt mir Wechselgeld?
Chef: Nö. wieso? Du hast Deine Läden und ich geh ins Kino!

Er hat es nicht gleich verstanden, warum ich gelacht habe. Für mich klang das so, also ob es nun mein Problem mit dem Wechselgeld wäre, ich mich um die beiden Läden kümmern solle und er sich einen gemütlichen Kinoabend machen will. Was er meinte, war aber: ich habe Bars in der Nähe, wo ich im Notfall Wechselgeld holen kann und er geht halt für Kleingeld ins Kino-Center.