Ich mag meine Gäste. Die meisten sind freundlich und wissen sich zu benehmen. Der Gast ist schließlich nicht König, sondern „nur“ Gast. Er wird so behandelt, wie er sich verhält. Ich würde wohl durchdrehen, wenn es wirklich Gäste gibt, die sich nach den nachfolgenden Punkten verhalten.

  1. Verzichte komplett auf Höflichkeitsfloskeln wie „bitte“, „danke“ oder Konjunktive wie zum Beispiel „Könnten Sie mir $getränk bringen?“
  2. Setzte Dich immer an einen Tisch, der noch nicht abgeräumt ist!
    Wenn das Service-Personal erscheint, kannst Du auch gerne Kommentare wie „Siehst das hier immer so aus?“ oder „Wird ja mal Zeit!“ abgeben.
  3. Setze Dich immer an den größten freien Tisch (aber nur, wenn kein passender nicht abgeräumter Tisch vorhanden ist)!
  4. Jacken und Mäntel gehören keinesfalls an die Garderobe!
    Lege sie über die Stuhllehnen des Nachbartisches. Sind mehrere Tische frei, ist unbedingt einer zu wählen, der schon abgeräumt ist.
  5. Exklusiv-Tipp für die Damenwelt:
    Gehe nur mit Deiner größten Handtasche aus und hänge sie dann so über die Stuhllehne, daß sie das Vorbeikommen für den Service deutlich erschwert!
  6. Zeige der Bedienung deutlich, daß sie keine Ahnung von Zeitgefühl hat!
    Dauert es zu lange, bis sie die Bestellung aufnimmt, kommentiere mit „Das geht aber schnell hier!“. Wichtig ist dabei, daß es auf keinen Fall ironisch klingen darf! Geht es recht schnell, ist ein „Das hat ja lange gedauert!“ fällig. Der Idealfall ist natürlich eine Kombination von schnelle Bestellannahme, lange Wartezeit bis die Getränke (oder andersrum) da sind.
  7. Warte 3 Minuten nachdem eine Servicekraft am Tisch war und gefragt hat, ob es noch irgendwelche Wünsche gibt (Gibt es in diesem Moment natürlich nicht!). Fuchtel dann aufdringlich mit der Karte oder schrei quer durch den gesamten Laden „Wird man hier denn nicht bedient?“
  8. Dekoration von Cocktails gehört immer in einen frischen Aschenbecher (am besten in einem von (schon abgeräumten) Nebentisch)!
    Komme ja nicht auf die Idee, die abgenagten Früchte auf eine Serviette zu legen, oder erst am Ende zu essen und dann ins leere Cocktailglas zu schmeißen!
  9. Dränge die Bedienung, doch endlich die Rechnung zu bringen (auch wenn die Gläser alle noch halb gefüllt sind), weil Du schnell weiter mußt!
    Bleibe dann noch mindestens eine halbe Stunde vor Deinem leeren Glas sitzen. Die Bedienung hat eh keine Ahnung von Zeitgefühl!
  10. Runde das Trinkgeld großzügig auf die nächsten 10 Cent auf!
    Für Fortgeschrittene: Huldige Deine Wohltat und ermahne die Bedienung, nicht wieder alles auf einmal auszugeben. Wahlweise auch: Mach Dir einen schönen Abend damit!

Bitte befolgt diese 10 Punkte nicht (auch nicht bei Konkurrenten)! Nehmt sie aber als Anlaß, mal über euer Verhalten nachzudenken und vielleicht werdet ihr dann auch wie ein König bedient!

10 Tipps, wie Du Dich als Gast erfolgreich unbeliebt machst
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6 Kommentare zu „10 Tipps, wie Du Dich als Gast erfolgreich unbeliebt machst

  • 26. Juni 2007 um 17:32
    Permalink

    Danke Danke Danke!

    Ich dachte schon immer nur mir geht es so. Endlich hat es mal jemand gesagt!

    Grüsse aus der Messemetropole 🙂

    Antworten
  • 27. Juni 2007 um 12:20
    Permalink

    Ach so macht man das mit dem Cocktailobst. Ich hab die auch immer in den Aschenbecher geworfen (aber nie an den Nachbartisch).

    Ich wusste sonst nicht wohin damit.Dann weiß ich ja jetzt Bescheid.

    Antworten
    • 27. Juni 2007 um 14:57
      Permalink

      Das mit dem Aschenbecher hat folgende Bewandnis:
      Die Aschenbecher werden den Tag/Abend über meist nur ausgeschüttet und mit einem großen Pinsel gereinigt. Wenn dann etwas Nasses im Aschenbecher war (und das Personal unaufmerksam ist), ist der Pinsel versaut und es bedeutet zusätzliche Mehrarbeit, die Aschenbecher zu reinigen.

      Da fällt mir auch ein netter Kommentar einer Aushilfe ein: „Warum soll ich die Aschenbecher reinigen? Die werden doch eh wieder dreckig!“

      Antworten
  • 27. Juni 2007 um 15:54
    Permalink

    nicht zu vergessen das der Pinsel für den Rest des Abends ausfält weil er ja nass ist. Gerne werden auch die Eiswürfel in den selben überführt! Da könnte ich …

    kleine Nachbehandlung zu Deinen Aufführungen;

    zu 1.

    Immer wieder gerne wird „BIER“ genommen!

    zu 2.

    warum setzen sich die Leute aber auch immer an diese Tische. Man kann zehn saubere haben, aber nein, genau der eine scheint es zu sein! Wahnsinn

    zu 3.

    hier hört man dann (wenn man denn etwas sagt) „Es kommen noch welche“

    zu 4.

    Wahrscheinlich schreckt das Schild an de Garderobe „Für Garderobe wird keine Haftung übernommen“ ab.

    zu 5.

    Wir bei uns haben am Wochenende immer Tanz (ich drücke es mal so aus). Da haben wir dann auch eine Garderobe. Die genannten Damen kommen dann gerne mal zu viert und wollen dann ihre Samsonite-Koffer inkl. Rolli und Jacke auf einen Haken hängen lassen!! Es ist eine Garderobe und kein Schwerlastkran. Hier hört man dann auch gerne mal „Früher ging das mal“. Ja, früher war eh alles besser

    zu 6.

    Da ich eigentlich nur hinter dem Tresen stehe kann ich Personen die bis zum Herzinfarkt winken nur belächeln. Es geht nicht schneller oder langsamer, es dauert eben immer genauso lange wie es dauert. Ich frage dann auch gerne mal „Bist Du auf der Flucht?“

    zu 7.

    Hier an der Bar sind Leute die mal eben 5 Wünsche gleichzeitig haben normal. Man macht alles fertig, rechnet im Kopf aus was es kostet, stellt es hin und will den Preis sagen…

    Uns fällt noch ein das wir doch noch ein stilles Wasser haben wollen und die Freundin zu Ihrer A**i-Cola nun doch eine Zitrone haben will!

    zu 8.

    Kaugummi! egal wo! der gehört ins Klo! merkt Euch das!

    zu 9.

    wir merken an das unbedingt die MwSt. drauf sein muss, damit wir es von der Steuer absetzen können! Genau!

    zu 10.

    aufrunden musst Du nicht. Nimm einfach einen Standardspruch aus Schublade 1: Ich kann Dir leider kein Trinkgeld geben ich bin noch Student!

    Musst Du auch nicht! Ich merke mir einfach Dein Gesicht und beim nächsten mal wenn Du wieder wild fuchtelnd vor meiner Bar stehst bekommst Du automatisch eine 5-Minuten Auszeit 🙂

    Noch mehr?

    Gruss

    Antworten
  • 27. Juni 2007 um 18:46
    Permalink

    Also das mit dem Aschenbecher wusste ich auch noch nicht. Werd ich aber in Zukunft drauf achten…

    Ungeachtet davon hab ich hier auch die ultimative Liste an Punkten, wie man sich als Kellner bei den Gästen beliebt macht:

    1. Der Gast hat den ganzen Abend Zeit. 3 Stunden von Betreten des Ladens bis zum Servieren des Essens sind absolut angemessen – immerhin heißt das ja Abendessen!

    2. Sollte es über diesen Umstand Beschwerden geben, so schiebt man die Schuld am Besten dem Koch in die Schuhe. Der kann sich nämlich nicht wehren, außerdem sieht kaum jemand, dass der in Wirklichkeit in der Küche Zeitung liest. Außer man kommt auf dem Weg zur Toilette zufällig an der Küchentür vorbei…

    3. Zeige den Gästen, wie beliebt sie sind! Andere Gäste, die während die eine Gruppe auf ihr Essen wartet kommen, bestellen, essen, zahlen und gehen, sind schon mal ein guter Anfang.

    4. Hamburger und Cheeseburger sind fast das gleiche. Es ist anmaßend vom Gast, hier eine Differenzierung zu fordern. Sollte er es doch tun, weise ihn deutlich auf diesen Umstand hin.

    5. Vergiss mindestens ein Gericht und entschuldige diesen mit den Worten „Ach, Sie haben auch was bestellt?“

    6. Zum Schutz des Gastes sollten Speisen höchstens lauwarm serviert werden.

    7. Sollte einmal ein Getränk verschüttet werden, so wische es ohne Worte schnell wieder auf. Die eigene Schürze ist hierfür absolut adäquat.

    8. Wenn schon die für die Gäste viel zu guten Getränke verschütt gehen, so sollte der Gast wenigstens auch was davon abbekommen. Selbstverständlich wirft ein nasser Gast ein schlechtes Bild aufs Haus. Biete ihm also deine Schürze an.

    9. Taschenrechner, Kassen und ähnlicher technischer Schnickschnack sind vollkommen unnützer Fortschritt. Eine gute Addition von zwei Zahlen darf durchaus mal 5 Minuten brauchen. Idealerweise verrechnest du dich zu Ungunsten des Gastes und vollziehst die gleiche Prozedur auf Beschwerden hin noch einmal, diesmal aber laut, so dass der Gast die Untiefen der „Bistromathematik“ zu verstehen lernt.

    10. Nur ein Gast, der mindestens 50% Trinkgeld gibt, ist ein guter Gast. Weise auf diesen Grundsatz mehrmals deutlich hin. Verlasse den Schauplatz mit den Worten „da hätt ich mir die Freundlichkeit auch sparen können“.

    Das schlimme ist: Das ist nur leicht überspitzt dargestellt, aber in der Form hab ich das alles schon erlebt. Schade, dass man mit größeren Gruppen nicht so einfach weiterziehen kann… Aber die hatten danach zumindest etwas weniger Kleingeld, Trinkgeld gibts für so ein Verhalten nämlich absolut nicht mehr…

    Antworten
  • 1. Juli 2007 um 21:00
    Permalink

    Hehehe…in dem einen oder anderen Punkt erkenne ich mich wieder…

    Antworten

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