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Nur noch schnell was essen…

Es ist immer angenehmer, wenn die Gäste, die eine Reservierung haben, schon früher kommen, als wenn ich Tische unnötig lange freihalten muß, weil die reservierten Gäste noch nicht da sind. Gesten Abend passierte folgendes:

Ich hatte zwei große Reservierungen, die um 20:30 Uhr geplant waren.
Während ich nun um 20 Uhr die Türe öffnete, stürmten schon drei junge Damen an mir vorbei und erklärten:

Wir haben erst in einer halben Stunde reserviert, aber wird sind jetzt schon da!

Das ist kein Problem! Die Damen nahmen Platz und fingen an, die Karte zu lesen.
Ich erledigte noch ein Bar Kleinigkeiten hinter der Bar und wartete ab, bis die Damen die Karte zur Seite legen, damit ich dann die Bestellung aufnehmen kann.
Sie legten dann auch die Karten zur Seite, standen aber zeitgleich wieder auf und verkündeten:

Wir gehen noch schnell was essen!

Da sie ja recht früh dran waren, war es unproblematisch, daß sie wieder gehen. Sie wollten eben nur noch was essen, und Döner-Läden gibt’s ums Eck. Vielleicht wollten sie auch nicht alleine auf den Rest der Gruppen warten. Insgesamt waren Plätze für 15 Personen reserviert.

Ich habe die Damen nicht wieder gesehen. Ich wurde an dem Abend auch nicht nochmals auf eine Reservierung auf diesen Namen gefragt.

Es kommt schon vor, daß Reservierungen mal gar nicht erscheinen, oder ein paar Leute mehr oder weniger sind, aber so eine Situation habe ich noch nicht erlebt.

Kaffee-Ladies

Meine Öffnungszeiten sind nach hinten unter der Woche variabel. Es gibt eine feste Zeit, in der immer offen ist. Danach hängt es davon ab, ob und wieviele Gäste noch da sind. Aber spätestens um 2 Uhr ist Schluß.

Es war schon nach der festen Öffnungszeit. Aber ich hatte noch eine große Gruppe als Gäste (die sich den nächsten Blogeintrag als „Beach Boys“ verdient haben), als ein Haufen Frauen in die Bar stürmte und nachfragte, wie lange ich offen habe. Es war abzusehen, daß es noch länger geht, also machten die Damen es sich bequem.

Noch war alles ok. Aber dann nahm ich die Bestellung auf. Die erste Frau wollte einen Latte Macchiato.
Das war der Moment, wo ich zu überlegen anfing: die Kaffeemaschine war schon geputzt und prinzipiell bin ich auch kein Milchaufschäumer. Aber ich bin auch Gastgeber und deswegen war es auch kein Problem, wegen einem Latte Macchiato wieder die Maschine zu putzen (meinen Chef wird es freuen, auf Kaffee und Kaffee-Variationen ist schließlich die größte Gewinnspanne, vielleicht noch von Tee geschlagen).
Aber es kam noch schlimmer: die Damen wollten einen weiteren Latte Macchiato, einen Latte Macchiato mit Baileys, eine heiße Schokolade mit Baileys. Und dann noch einen großen Grapefruitsaft (hat in meiner Karriere bisher noch nie jemand bestellt). Die drei Cocktails, die sie auch noch bestellten, brachten meinen Puls wieder auf Normalmaß.

Wenn ich Spaß daran hätte, Milch aufzuschäumen und Knöpfchen an der Kaffeemaschine zu drücken, würde ich in einem Cafe arbeiten!

Ich muß mal weg

Meine Gäste waren in den letzten Tagen eher zurückhaltend mit interessanten Geschichten. Aber gestern hat es eine junge Dame geschafft, sich hier zu verewigen.

Sie ist schon seit jeher eine etwas eigenwillige Person. Und wenn es nun draußen kalt ist und alle anderen Heißgetränke trinken, kann sie es nicht eine simple Heiße Schokolade bestellen. Es muß schon Lumumba (heißer Kakao mit einem Schuß Rum) sein. Während sie nun an dem Lumumba schlürft, fällt sie den spontanen Entschluß, ins Solarium gehen zu müssen.

Ich geh mal kurz ins Solarium, bin aber gleich wieder da!

Sie kam später auch wieder und freute sich, daß ihre Haut nun schön warm ist. Aus Interesse fragte ich, warum sie gerade heute und in dieser Situation auf die Idee kam, ins Solarium zu gehen,

Ich war schon sooooo lange nicht mehr im Solarium und irgendwann muß ich ja wieder damit anfangen!

Schon klar! Da soll mal einer die Frauen verstehen…

Nicht vergessen: morgen ist Weltfrauentag

Morgen ist ja mal wieder Weltfrauentag.

Ich habe heute abend schon eine Reservierung von zwei Damen, die in diesen „Feiertag“ reinfeiern wollen. Sie machen das jedes Jahr. Was sie aber noch nicht wissen, ist daß sie von ihrem Chef jeweils einen Cocktail und von einem Arbeitskollegen ein Glas Prosecco spendiert bekommen. Ich bin schon gespannt, wie sie um 0 Uhr reagieren.

Gibt es eigentlich noch mehr Frauen, die diesen Tag feiern?

10 Tipps, wie Du Dich als Gast erfolgreich unbeliebt machst

Ich mag meine Gäste. Die meisten sind freundlich und wissen sich zu benehmen. Der Gast ist schließlich nicht König, sondern „nur“ Gast. Er wird so behandelt, wie er sich verhält. Ich würde wohl durchdrehen, wenn es wirklich Gäste gibt, die sich nach den nachfolgenden Punkten verhalten.

  1. Verzichte komplett auf Höflichkeitsfloskeln wie „bitte“, „danke“ oder Konjunktive wie zum Beispiel „Könnten Sie mir $getränk bringen?“
  2. Setzte Dich immer an einen Tisch, der noch nicht abgeräumt ist!
    Wenn das Service-Personal erscheint, kannst Du auch gerne Kommentare wie „Siehst das hier immer so aus?“ oder „Wird ja mal Zeit!“ abgeben.
  3. Setze Dich immer an den größten freien Tisch (aber nur, wenn kein passender nicht abgeräumter Tisch vorhanden ist)!
  4. Jacken und Mäntel gehören keinesfalls an die Garderobe!
    Lege sie über die Stuhllehnen des Nachbartisches. Sind mehrere Tische frei, ist unbedingt einer zu wählen, der schon abgeräumt ist.
  5. Exklusiv-Tipp für die Damenwelt:
    Gehe nur mit Deiner größten Handtasche aus und hänge sie dann so über die Stuhllehne, daß sie das Vorbeikommen für den Service deutlich erschwert!
  6. Zeige der Bedienung deutlich, daß sie keine Ahnung von Zeitgefühl hat!
    Dauert es zu lange, bis sie die Bestellung aufnimmt, kommentiere mit „Das geht aber schnell hier!“. Wichtig ist dabei, daß es auf keinen Fall ironisch klingen darf! Geht es recht schnell, ist ein „Das hat ja lange gedauert!“ fällig. Der Idealfall ist natürlich eine Kombination von schnelle Bestellannahme, lange Wartezeit bis die Getränke (oder andersrum) da sind.
  7. Warte 3 Minuten nachdem eine Servicekraft am Tisch war und gefragt hat, ob es noch irgendwelche Wünsche gibt (Gibt es in diesem Moment natürlich nicht!). Fuchtel dann aufdringlich mit der Karte oder schrei quer durch den gesamten Laden „Wird man hier denn nicht bedient?“
  8. Dekoration von Cocktails gehört immer in einen frischen Aschenbecher (am besten in einem von (schon abgeräumten) Nebentisch)!
    Komme ja nicht auf die Idee, die abgenagten Früchte auf eine Serviette zu legen, oder erst am Ende zu essen und dann ins leere Cocktailglas zu schmeißen!
  9. Dränge die Bedienung, doch endlich die Rechnung zu bringen (auch wenn die Gläser alle noch halb gefüllt sind), weil Du schnell weiter mußt!
    Bleibe dann noch mindestens eine halbe Stunde vor Deinem leeren Glas sitzen. Die Bedienung hat eh keine Ahnung von Zeitgefühl!
  10. Runde das Trinkgeld großzügig auf die nächsten 10 Cent auf!
    Für Fortgeschrittene: Huldige Deine Wohltat und ermahne die Bedienung, nicht wieder alles auf einmal auszugeben. Wahlweise auch: Mach Dir einen schönen Abend damit!

Bitte befolgt diese 10 Punkte nicht (auch nicht bei Konkurrenten)! Nehmt sie aber als Anlaß, mal über euer Verhalten nachzudenken und vielleicht werdet ihr dann auch wie ein König bedient!

Gleichberechtigung

Gestern beschwerte sich eine junge Dame, daß für die Frauen nur 1 Toilette zur Verfügung steht.

ich: Für die Jungs ist auch nur eine Toilette da.
sie: Aber die haben noch drei Pissoirs!
ich: Ok, sollen wir dann, damit Gleichberechtigung herrscht, bei den Damen noch drei Pissoirs einbauen? Die hängen wir dann auch ein wenig tiefer, damit es nicht so umständlich ist…

Sie war nicht wirklich von dieser Gleichstellungsmaßnahme begeistert.