Schlagwort: Trinkgeld

Trinkgeld-Quote

Die Rechnung lautete auf acht Euro. Ich bezahlte zehn Euro. Die Kellnerin lächelte und sagte:

Danke. Zwanzig Prozent Trinkgeld kriege ich auch nicht jeden Tag.

via Lawblog: Nicht jeden Tag

Letztens bekam ich mit, wie jemand eine Rechnung von 6 Euro mit 20 Euro und dem Satz „Das stimmt so!“ bezahlte. Nach ihrer Rechnung wären das nur lausige 70% Trinkgeld (in Wirklichkeit sind es natürlich 233%).
So kann man sich seine Trinkgeld-Quote auch schlecht rechnen…

25,70 Euro

Bei dieser erlebten Situation habe ich mich gefragt, ob der Kerl mich verarschen will und wo die Kamera ist.

Zwei Pärchen waren zu recht fortgeschrittener Stunde bei mir in der Bar und tranken Cocktails. Irgendwann kam ein Pärchen zu mir an den Tresen und wollte bezahlen.

er: Ich zahle alles zusammen!
ich: Ok, das sind dann 25,70€ bitte!
Er legt 30 Euro auf den Tresen und fragt noch einmal nach (obwohl ich ihm die Rechnung hingelegt hatte).
er: Wieviel genau?
ich: Fünfundzwanzigeurosiebzig bitte!
Während ich nun darauf warte. daß er mir irgendetwas sagt, fängt er an, in seinem Geldbeutel rumzuwühlen.
er (zu seiner Freundin): Ich hab‘ keine 70 Cent mehr klein. Hast Du welche?
sie: Ja.
Bevor sie nun aber ihr Portemonaie aus der Tasche ziehen konnte, sagte er zu mir:
er: Ach, weißt Du was: mach 28€!

Von 0 Cent Trinkgeld auf 2,30 Euro. Das nenne ich mal spontan! Und es erinnert mich an den Gast, der die Kunst des Trinkgeld-Gebens drauf hatte.

Bier und Geld aus Kroatien

kroatisches Geld - 20 KunaUrlaub in Kroatien scheint hier im Süden Deutschlands sehr angesagt zu sein.

Vor einigen Wochen waren ein paar Stammgäste bei mir und haben sich ganz ordentlich einen genehmigt. Einer der Gruppe hat es genau geschafft, seine ganzen Geldreserven zu vertrinken. Und weil er mir noch Trinkgeld geben wollte, aber seine Finanzen eben nur noch für die Rechnung reichten, gab er mir das Trinkgeld in Kuna (kroatische Währung), die er noch von seinem Urlaub hatte. Danke! 20 Kuna sind immerhin auch 2,70 Euro. Fraglich ist nur, wie ich das Geld nun loswerde. Für einen Urlaub reicht es nicht ganz und die Bank nimmt wohl nicht (oder nur mit mehr Gebühr als ich bekommen würde).

kroatisches Bier - FavoritGestern kam dann ein weiblicher Stammgast aus dem Kroatien-Urlaub zurück und brachte mir ein kleines Geschenk mit. Und nichts eignet sich für Biertrinker besser als Biergeschenke aus verschiedenen Regionen der Welt. Und in ihrem Fall brachte sie mir Favorit Lager mit.
Noch habe ich es nicht getestet. Ich bin mal gespannt, wann ich mir die Zeit nehme, es in Ruhe zu trinken und dann hier etwas darüber zu schreiben. Im Februar hatte ich ja auch schon versprochen, den mir mitgebrachten „Russian Standard Platinum„-Wodka zu testen. Aber bisher habe ich das auch noch nicht geschafft…

Unbeliebte Gäste

Immer diese Junggesellinnenabschiede!

Am Samstag ist so ein Haufen bei mir in die Bar eingelaufen. Und es ergab sich gleich folgender Dialog:

eine der Frauen: Ich hoffe, Du schmeißt uns nicht gleich raus!
ich: Nein, wieso sollte ich?
sie: Wir wollten eben in die $andereBar und da haben sie uns gleich rausgeworfen!
ich: Wieso das denn?
sie: Sie wollen keine Junggesellen-Abschiede bei sich in der Bar!

Ich finde es faszinierend, wie pauschal manche Menschen denken. Junggesellenabschied ist nicht gleich Junggesellenabschied. Die Damen waren nicht mit einem dieser berühmten Bauchläden unterwegs, waren nicht sturzbetrunken (noch nicht einmal angeheitert) und liefen nicht in übergroßen Motto-T-Shirt herum, auf denen dann alle möglichen Personen unterschreiben müssen. Sie waren lediglich gleich angezogen (weiße Blusen und eine sehr locker gebundene Krawatte) und trugen etwas extravagante Hüte.

Ich sage hiermit danke an die Mitbewerber für den guten Umsatz, den ihr uns beschwert habt! Die Damen waren trinkfreudig, sehr nett, anständig (sie fragten sogar, ob sie die Cocktails mit nach draußen zum Rauchen nehmen dürfen) und spendabel beim Trinkgeld. Wenn ihr das nächste Mal wieder so angenehme Gäste vor die Türe setzt, dann schickt sie doch gleich zu mir, bevor sie orientierungslos und durstig durch die Stadt irren.

frech, dreist oder unverschämt?

Ich schüttel immer wieder den Kopf über meine Gäste und deren Einstellung.

Fall 1:
Eine Geburtstagsgeselschaft war bei mir zu Gast. Die Gastgeberin kündigte an, daß sie die erste Runde komplett übernehmen würde, d.h. das erste Getränk wird von ihr bezahlt. Eine nette Geste und bei ca. 15 Personen auch nicht ganz billig, gerade für eine Studentin.
Und wenn es etwas umsonst gibt, greift wohl jeder gerne zu. Die Mädels bestellten fleißig Cocktails, einige wenige haben sich auf das Tagesangebot (preislich reduzierter Cuba Libre) eingelassen.
Bei der zweiten Runde kam dann das, was ich vorhersagen konnte, weil es praktisch immer so ist, wenn der Gastgeber bekannt gibt, daß er die erste Runde zahlt:

ich: Hat noch jemand einen Wunsch?
Antworten der Gäste: Ach nein, im Moment nichts.
Nein danke!
Ein kleines Wasser bitte!
Eine kleine Cola.

Ich jedenfalls wünsche ihr alles Gute und daß ihre Freundinnen mal ein wenig über sich nachdenken. Sie rechnen wahrscheinlich auch aus, wieviel ihr Geschenk gekostet hat und wieviel sie da im Gegenwert nun versaufen müssen. Arme Gesellschaft!

Fall 2:
Ein wirklich unangenehmer Gast (das sage ich nur über sehr sehr wenige, aber er ist so einer, weil er immer wegen jeder Kleinigkeit diskutiert) bestellt das Longdrink-Angebot des Tages: Wodka Red Bull. Ihm hat es scheinbar nicht gereicht, daß es preislich reduziert war, er wollte bei der zweiten Bestellung auch noch mehr Wodka drin haben. Meine Argumentation, daß er es schon billiger bekommt und ich deswegen nicht einsehe, ihm da noch einen Extra-Schuß reinzumachen, ignorierte er mehr oder weniger und war der Meinung, daß ich (oder vielmehr mein Chef) da immer noch genug daran verdienen würde. Klar kann ich mehr Alkohol reintun, aber wenn ich dann daran denke, wie ich dem Chef die Fehlmengen erklären soll, lasse ich das lieber.
Insgesamt nahm er vier Stück davon zu sich (die weiteren Bestellungen lauteten in etwa so: „Mach mal noch ’ne gute Mischung“) und beim Bezahlen gab er exakt 0 Euro und 0 Cent Trinkgeld. Mal bitte im Ernst: Wer ist so bescheuert, daß er extra-starke Mischungen verlangt und dann kein Trinkgeld gibt? Warum sollte ich dem Kerl auch jemals etwas mehr Alkohol in seinen Drink tun als notwendig? Der Anreiz ist jedenfalls gleich null.

Fall 3:
Drei junge Damen waren bei mir eines Abends relativ lange. Als es dann ans Bezahlen ging, wollte eine der Dreien das diskret an der Theke erledigt haben, weil die anderen es nicht mitbekommen sollten, was der Abend nun gekostet hat. Wie sich herausstellte, war es ihr Geburtstag. Als sie nun die Rechnung (46,50€) gesehen hat, mußte sie sich dann von ihren Freundinnen noch Geld leihen. Und weil sie ja nun Geburtstag hätte und sie soooooo viel getrunken hätten, fragte sie ob man da nicht etwas machen kann. Nun gut, sie war schon mehrfach da, die Mädels waren nett und haben nicht nur das Schnäppchen konsumiert. Also versprach ich ihr drei Schnäpschen. Sie freute sich kurz, legte dann (mit dem geliehenen Geld) 50 Euro in Scheinen auf den Tresen und meinte:

Mach 47!
(Wir erinnern uns: der Rechnungsbetrag lautete auf 46,50€)

Ja Hallo? Geht es noch? Da bekommt sie etwas gratis und gibt dann spendablerweise 1,0752688% Trinkgeld (grob gerundet: 1%). Ich würde mich schämen.
Ich mußte dann in den Rauchernebenraum um eine größere Gruppe zu kassieren. In der Zeit kam dann schon der Chef vorbei und hat die drei dann rausgeschmissen, als sie etwas von „Schnaps umsonst“ gefaselt hatten. Schade eigentlich. Ich hätte den Damen gerne die großen Schnapsgläser (4cl) mit ein paar Tropfen Sauren Joster hingestellt und dann flapsig erwähnt: Sorry, aber bei dem Trinkgeld ist nicht mehr drin!

Was nun frech, dreist oder unverschämt ist mag jeder für sich selbst entscheiden (inklusive meines letzten Kommentars;) ).

Die Daltons zu Besuch

Wer kennt sie nicht? Die Daltons: Joe, William, Jack und Averell Dalton
Wer sie nicht kennt: Sie sind eine Verbrecherbande aus den Lucky-Luke-Comics, die eine unterschiedliche Größe haben und stets in der Reihenfolge sortiert (von klein bis groß) auftreten.

Und gestern waren sie bei mir zu Gast. Zwar waren die drei Kerle ohne Averell unterwegs und nicht gleich gekleidet, aber sie tranken jeder etwas anderes, um ihre eigene Persönlichkeit zu unterstreichen (von klein nach groß): dunkles Hefeweizen, Cola-Weizen, helles Hefeweizen

Und dann am Ende beim Bezahlen:

  • Joe gab 0 Trinkgeld
  • William gab 10 Cent Trinkgeld
  • Jack gab 20 Cent Trinkgeld

Ich war erstaunt: sie waren wirklich unterschiedlich groß, bestellten wie oben genannt (der kleinste zuerst, der größte zum Schluß) und bezahlten auch in dieser Reihenfolge!
Schade, daß sie nicht mit Averell und weiteren Verbrechern unterwegs waren. Averell hätte sich dann an die 10%-Regel gehalten und die weiteren Verbrecher hätten mein Trinkgeld ordentlich aufgebessert!