Schlagwort: Trinkgeld

Junggesellinnenabschiede und Junggesellenabschiede

Ich hoffe mal, daß der Mega-Ansturm von Junggesellinnen- und Junggesellenabschieden nun langsam abebbt. Zumindest gehe ich davon aus, weil der Großteil sich wohl am 7.7. ins Unglück stürzen das JA-Wort geben wird. Tendentiell ist der 20. Juli aber auch nicht schlecht (20.07.2007).

Am Samstag startete der Abend auch mit einem Besuch eines Junggesellinnenabschieds. Die Damen belagerten meinen Tresen, bestellten Cocktails und redeten über ziemlich belangloses Zeug, anstatt sich ordentlich einen hinter die Binde zu kippen.
Weil solche Abschiede ja oft/meist durch Verkauf von Kleinkram (Kondome, Schnäpse, alte Werbegeschenke, …) finanziert werden, kam es beim Bezahlen auch zum GAU: Die zukünftige Braut legte so ziemlich alles an Kleingeld auf den Tresen, was sie finden konnte. Danke! 25 Euro in Kleingeld (es waren zwei 2€-Stücke dabei, der Rest noch kleiner) bei einem Rechnungsbetrag von 24,80€! Und dann wollte die Zukünftige auch noch, daß ich ihr in ihr Junggesellenabschiedsbüchlein etwas hineinschreibe… hätte mich nur 2€ gekostet. Ich hab es dann sein lassen (auch mangels Zeit und Kreativität).

Um Mitternacht herum kam dann ein Junggesellenabschied. Ich kam nicht zum Zählen, wieviele Jungs es waren, aber es waren viele. Die Türe ging auf und einige Minuten nicht wieder zu. Zum Glück haben wir für solche Notfälle unseren Nebenraum. Dort kam dann auch richtig Stimmung auf.
Nach dem Bezahlen kam einer der Kerle zu mir an die Theke.

Gast (gut angeheitert): Du siehst so aus, als ob Du hier der Chef bist! Ich möchte mich bei Dir bedanken, daß wir bei euch hier feiern konnten.
ich: Ich bin nicht der Chef! Das kannst Du ihm auch direkt selbst sagen. Er steht da an der Zapfanlage. Ich sag ihm mal bescheid!
Gast: Oh ja, das wär‘ echt super!

Ich geh also zum Chef hin, informiere ihn, daß einer sich für alle bedanken will. Dann bin ich wieder zurück zu dem Gast, um ihm zu sagen, daß der Chef gleich kommt. Was macht der Gast? Fällt mir um den Hals und bedankt sich nochmals auf überschwengliche Art… bis ich ihn informiert habe, daß der Chef gleich kommt.
Bei Chef hat er sich dann auch noch einmal bedankt und entschuldigt, daß sie vielleicht ein wenig chaotisch waren. Sie wollen auf jeden Fall noch einmal wiederkommen, aber dann wollen sie sich anständig benehmen. Ich freu mich drauf!

10 Tipps, wie Du Dich als Gast erfolgreich unbeliebt machst

Ich mag meine Gäste. Die meisten sind freundlich und wissen sich zu benehmen. Der Gast ist schließlich nicht König, sondern „nur“ Gast. Er wird so behandelt, wie er sich verhält. Ich würde wohl durchdrehen, wenn es wirklich Gäste gibt, die sich nach den nachfolgenden Punkten verhalten.

  1. Verzichte komplett auf Höflichkeitsfloskeln wie „bitte“, „danke“ oder Konjunktive wie zum Beispiel „Könnten Sie mir $getränk bringen?“
  2. Setzte Dich immer an einen Tisch, der noch nicht abgeräumt ist!
    Wenn das Service-Personal erscheint, kannst Du auch gerne Kommentare wie „Siehst das hier immer so aus?“ oder „Wird ja mal Zeit!“ abgeben.
  3. Setze Dich immer an den größten freien Tisch (aber nur, wenn kein passender nicht abgeräumter Tisch vorhanden ist)!
  4. Jacken und Mäntel gehören keinesfalls an die Garderobe!
    Lege sie über die Stuhllehnen des Nachbartisches. Sind mehrere Tische frei, ist unbedingt einer zu wählen, der schon abgeräumt ist.
  5. Exklusiv-Tipp für die Damenwelt:
    Gehe nur mit Deiner größten Handtasche aus und hänge sie dann so über die Stuhllehne, daß sie das Vorbeikommen für den Service deutlich erschwert!
  6. Zeige der Bedienung deutlich, daß sie keine Ahnung von Zeitgefühl hat!
    Dauert es zu lange, bis sie die Bestellung aufnimmt, kommentiere mit „Das geht aber schnell hier!“. Wichtig ist dabei, daß es auf keinen Fall ironisch klingen darf! Geht es recht schnell, ist ein „Das hat ja lange gedauert!“ fällig. Der Idealfall ist natürlich eine Kombination von schnelle Bestellannahme, lange Wartezeit bis die Getränke (oder andersrum) da sind.
  7. Warte 3 Minuten nachdem eine Servicekraft am Tisch war und gefragt hat, ob es noch irgendwelche Wünsche gibt (Gibt es in diesem Moment natürlich nicht!). Fuchtel dann aufdringlich mit der Karte oder schrei quer durch den gesamten Laden „Wird man hier denn nicht bedient?“
  8. Dekoration von Cocktails gehört immer in einen frischen Aschenbecher (am besten in einem von (schon abgeräumten) Nebentisch)!
    Komme ja nicht auf die Idee, die abgenagten Früchte auf eine Serviette zu legen, oder erst am Ende zu essen und dann ins leere Cocktailglas zu schmeißen!
  9. Dränge die Bedienung, doch endlich die Rechnung zu bringen (auch wenn die Gläser alle noch halb gefüllt sind), weil Du schnell weiter mußt!
    Bleibe dann noch mindestens eine halbe Stunde vor Deinem leeren Glas sitzen. Die Bedienung hat eh keine Ahnung von Zeitgefühl!
  10. Runde das Trinkgeld großzügig auf die nächsten 10 Cent auf!
    Für Fortgeschrittene: Huldige Deine Wohltat und ermahne die Bedienung, nicht wieder alles auf einmal auszugeben. Wahlweise auch: Mach Dir einen schönen Abend damit!

Bitte befolgt diese 10 Punkte nicht (auch nicht bei Konkurrenten)! Nehmt sie aber als Anlaß, mal über euer Verhalten nachzudenken und vielleicht werdet ihr dann auch wie ein König bedient!

Die Kunst des Trinkgeld-Gebens

Mal wieder eines meiner Lieblingsthemen: das Trinkgeld.

Die Situation:
An einem Tisch hatten alle bis auf einen Gast bezahlt. Warum er nicht gleich auch gezahlt hat, als meine Servicekraft am Tisch war, weiß ich nicht. Er kam dann zu mir an die Bar, als sie gehen wollten. Zu zahlen: 5,90 Euro.
In aller Seelenruhe kramte er in seinem Geldbeutel und legte erst 50 Cent, dann noch 20 Cent und zweimal 10 Cent auf den Tresen. Na toll, dacht ich, wieder einer von der spendablen Sorte. Dann hatte er noch einen einzelnen Euro gefunden, legte diesen hin und steckte die restlichen Münzen wieder ein. Oha, das gibt dann ja immerhin 10 Cent Trinkgeld, weil er nun mit Sicherheit noch einen 5-Euro-Schein hinlegen wird. Und so kam es auch, der Fünfer wurde auf dem Tresen platziert und dann der eine Euro daraufgelegt. Aber zu meinem Erstaunen legte er die restlichen 90 Cent dann noch dazu. Danke!
Der Kerl hatte es echt drauf, sich beim Trinkgeldgeben in Szene zu setzen!

Ich zahl alles

Gestern hatte ich eine Gruppe von Männern zu Gast, die zum ersten Mal bei mir waren. Als es dann ans Bezahlen ging, kam folgender Dialog zustande:

ich: Wer zahlt nun was?
spendabler Mann: Ich zahl‘ alles! Erst schaut er auf die Rechnung, blickt dann in seinen Geldbeutel und fragt in die Runde: Kann mir jemand 3 Euro leihen?

Solange er sich beim Ausgeben nicht den größten Teil der Rechnung leihen muß, ist wohl alles in Ordnung. 😉
Der Nachteil ist daß bei Beglichen der Gesamtrechnung weniger Trinkgeld rausspringt, als wenn jeder selbst zahlt. Aber es gibt Schlimmeres…

Acht Euro zwanzig

Gerade Beträge zahlen zu müssen ist immer schlecht. Viele trauen sich nicht, auf den nächsten Euro-Betrag zu runden und lassen es dann ganz sein. Die junge Dame vom Wochenende hat aber den Vogel abgeschossen.

ich: Das macht dann genau 8 Euro bitte!
sie: Mach acht zwanzig!

Da fällt mir nur der „Kaufhaus Patzig„-Spruch ein:

Bitte beehren Sie uns mal wieder… aber nicht zu schnell!

Deutschland hat die Spendierhosen an

Was war bitte am Donnerstag mit meinen Gästen los?
Das Trinkgeld unter der Woche war ok bis überdurchschnittlich. Und am Donnerstag kam der Einbrauch.

ich: Das macht 10,80 EUR zusammen.
Gast: Stimmt so. (legt mir 11 EUR auf den Tisch. 1,8% Trinkgeld)

ich: 10,50 EUR bitte.
Gast: (legt einen Schein und eine Münze auf den Tisch. Ich denke nur: oha, schon wieder 50 Cent Trinkgeld) Paßt.
Und es paßte wirklich. Genau 10,50 EUR. 0% Trinkgeld
Seine Freundin hatte dann 15,30 EUR zu zahlen, legt mir 20 Euro auf den Tisch und meint „Mach 15,50.“. Na warte, denk ich mir, den Rest bekommst Du nun in Münzen wieder. Anscheinend kann sie Gedanken lesen und kramte sofort ein 50-Cent-Stück aus ihrem Geldbeutel. Nun war ich ja quasi gezwungen, ihr einen 5 Euro-Schein wiederzugeben. Schade! 1,3% Trinkgeld

ich: Das sind dann zusammen bitte 21,50 Euro.
Gast: Kannst Du Kleingeld gebrauchen?
ich: Aber sicher. Kleingeld ist immer gut.
Hätte ich das bloß mal nicht gesagt. Er schüttete seinen Geldbeutel auf den Tisch und der gesamte Münzen-Kleinkram ergab dann 1 Euro 80 Cent. Na toll. 1,4% Trinkgeld.

Das waren nicht ein paar Einzelfälle. Es gab den ganzen Abend über keinen einzigen Gast, der diese miese Quote ausgeglichen hätte. Warum es an diesem Donnerstag so ein krasser Unterschied zu den anderen Tagen war, kann ich nicht erahnen. Mein Service war genau wie an den anderen Tagen, ich habe nicht am Alkohol gespart (so nach dem Motto: mal sehen, wie die Gäste reagieren, wenn nur noch die Hälfte an Spirituosen drin ist) und ich bin auch nicht im Schlafanzug durch die Bar getingelt.