Schlagwort: Aushilfe

Dürfen wir reinkommen?

Gestern war es anfangs mal wieder sehr ruhig in der Bar. Ich habe auf meine Poker-Runde gewartet und mir die Zeit ein wenig mit den Versuchen des Flairbartendings zu vertreiben. „Versuche“ deshalb, weil es fernab von dem ist, was die Jungs hier präsentieren.
Nun kam eine Aushilfe zu mir und wollte auch ein wenig mit den Shakern spielen. Sie hatte vorher noch nie mit Shakern rumgespielt. Aber es gelang ihr recht schnell ein paar einfache Sachen zu lernen. Da sie am Wochenende mit mir Arbeiten wird und dafür verantwortlich ist, daß ich immer frisch gespült Shaker habe, kam sie auf die Idee, daß sie mir die Shaker doch lässig zuwerfen könnte.
OK, hinter der Bar zu üben ist ein wenig riskant, weil dort im schlechtesten Fall ein paar Gläser zu Bruch gehen können. Also haben wir uns dann mitten in der Bar versuchsweise elegant die Shaker zugeworfen. Das klappte auch ganz gut und die ersten Schaulustigen sammelten sich draußen vor der Scheibe (hehe, Promotion und Aktion sorgt immer für Kundschaft).
Nach kurzer Zeit machte sich eine Dreiergruppe junger Damen auf den Weg zur Eingangstüre. Die erste von ihnen steckte den Kopf vorsichtig durch die Türe und fragte:

Dürfen wir reinkommen ohne beschmissen zu werden?

Na klar!
Damit war das Training dann beendet. 😉

Rauchertag

Vorhin habe ich vom Chef erfahren, daß seine Aushilfen und einige Stammgäste heute Abend einen Raucher-Abend machen. Das letzte Mal in einer Bar noch einmal ordentlich Qualmen, was das Zeug hält. Ich kann es mir richtig gut vorstellen, wie die Mädels an einem Tisch hocken, vor ihnen Türme von Zigarettenschachteln und überfüllte Aschenbecher, und sie diesen Abend förmlich zelebrieren. Aber ob das so im Sinne des Landesnichtraucherschutzgesetzes ist?

Es könnte aber auch den positiven Effekt haben, daß sie merken, wie sinnlos eigentlich das Rauchen ist und man nicht zu jeder Gelegenheit eine Zigarette in der Hand (und im Mund) haben muß.

Sprachlos

Sprachlos zu sein ist nicht unbedingt gut für einen Barkeeper. Und wer mich kennt, weiß, daß ich sehr schwer mundtot zu kriegen bin. Aber gestern kam ich in eine Situation, wo ich wirklich sprachlos war. Zum Glück war ich nicht hinter, sondern vor der Theke.

Ich saß am Tresen und mein Bier war leer. Die Bedienung (weiblich, jung und gut aussehend) bemerkte dies, kam zu mir und fragte:

Bedienung: Willst Du auch ein Loch gefüllt haben?

„Laß mal die Luft aus dem Glas/Flasche“ kenne ich als Spruch, um etwas neues zu ordern. Aber mit dem Begriff „Loch füllen“ konnte ich in diesem Moment nichts anfangen. Und das „auch“ erklärte sie dann damit, daß der Gast neben mir kurz zuvor auch ein frisches Bier bekommen hatte.

Der beste Grund, das Probearbeiten abzusagen

Letze Woche hat der Chef mit einer potentiellen neuen Aushilfe ein Probearbeiten ausgemacht. Sie hätte heute Abend bei mir in der Happy Hour mithelfen sollen.

Nun kam sie aber Anfang der Woche wieder vorbei und sagte das Probearbeiten ab.
Der Grund:
ihr ist eingefallen, daß sie morgen Geburtstag hat und mit ihren Freundinnen reinfeiern will.

Nun habe ich sie eben nicht zum Probearbeiten da, sondern eine Reservierung für eine Geburtstagsgesellschaft 😉

Fanta vs Mirinda

Viele Marken haben sich im normalen Sprachgebrauch durchgesetzt. So ist „Tempo“ ein Synonym für jegliches Papiertaschentuch, „Sprite“ für eine Zitronenlimonade und „Fanta“ für eine Orangenlimonade.
Sprite und Fanta sind die Markennamen der Coca-Cola Company, die entsprechenden Marken des Konkurrenten PepsiCo sind 7up und Mirinda (Mirinda stammt übrigens aus dem Esperanto und bedeutet „wunderbar“).
Warum ich das schreibe?
Eine Bedienung hielt mir eine Mirinda-Flasche vor die Nase und fragte:

Aushilfe: Ist das hier „Fanta“?
ich: Nein. Das ist Mirinda, steht aber auch drauf.
Aushilfe: Ja, schon klar. Aber ist das sowas wie Fanta?
ich: Ja!

Echt unglaublich. In der Softdrink-Kühlschublade ist Mirinda die einzige Orangenlimonade. Und es ist auch nicht verkehrt, wenn die Aushilfen sich unsicher sind und lieber nachfragen. Aber wenn jemand schon über ein Jahr in der Gastronomie tätig ist, dann muß man soetwas schon wissen.

Personalplanung IV

Aus aktuellem Anlaß muß ich mich mal wieder über mein Personal ärgern.
Gerade am Wochenende und vor Feiertagen ist der Bedarf an Personal höher. Und weil es sich nicht rechnet mit kompletter Besatzung den ganzen Abend im Laden rumzustehen, kommen die Aushilfen nur zu den Stoßzeiten, d.h. meist 22 Uhr bis ca. 1 Uhr. Diese Zeiten sind für die Aushilfen die besten Stunden, weil sie in kürzester Zeit am meisten Geld verdienen (viel los = viel Umsatz = viel Trinkgeld). Ein weiterer Vorteil ist noch, daß um 1 Uhr die Party-Nacht ja noch nicht vorbei ist und sie sich noch amüsieren gehen können. Alles in allem eine Win-Win-Situation.
Es ärgert mich dann wirklich, wenn ich außerplanmäßig Personal brauche (z.B. für heute Abende, weil morgen bekanntlich Fronleichnam ist) und mir dann als Ausreden anhören muß: „das geht nicht, da ist unser Spieleabend“ und „ich muß da Fußball schauen“. Beliebt sind auch Ausreden wie „Ich bin da auf einem Geburtstag eingeladen“, „Da muß ich mit einem Kumpel Badminton spielen“ und „Kann da nicht jemand anderes arbeiten. Ich weiß noch nicht so genau, was ich an dem Tag machen will“.
Nach solchen Sprüchen überlege ich mir immer wieder, wann und warum ich solche Experten wieder in den trinkgeldfreundlichen Schichten einsetzen soll.