Schlagwort: Aushilfe

Unsere Daisy

Wir haben bei uns eine flotte Aushilfe, die zu ihrem ersten Arbeitstag mit einer Schleife im Haar erschienen ist. Prompt bekam sie von mir den Spitznamen „Daisy“. Mitlerweile wird sie nicht nur von mir so genannt, sondern ist auch bei den Gästen als „Daisy“ bekannt, auch wenn sie nie eine Riesen-Schleife wie Daisy Duck trägt. Die Schleife im Haar ist allerdings schon Pflicht Tradition beim Arbeiten.

Ich freue mich schon auf die Schicht heute Abend mit ihr.

Stern.de: Winter in Deutschland: „Daisy“ tobt sich aus
Bild.de:Warum macht uns „Daisy“ so Angst, schöne Wetter-Fee?
n-tv.de: Was stellt sie an? „Daisy“ kommt

Bei diesen Meldungen bin ich schon auf die Kommentare der Gäste gespannt. Denn so flott wie sie im Service unterwegs ist, wird sie bestimmt ein paar Mal „Hey, nicht so stürmisch, Daisy!“ oder Ähnliches zu hören bekommen.

Gymnastik im Service

Die verpeilteste aller verpeilten Service-Mädels hat sich bald schon hier eine eigene Kolumne verdient.

Wer als regelmäßiger Leser nicht weiß, wen ich meine, hier ein paar Vorabinfos:

Nun hat sie sich am Wochenende wieder ein nettes Ding geleistet, bzw. habe ich sie dazu genötigt:
Entweder lege ich die Bons für die Getränke neben die Gläser auf das Tablett oder ich klebe sie an das Glas. Diesen Abend lebte sie wieder in ihrer kleinen Parallelwelt und war nicht wirklich mit dem Kopf bei der Sache und brachte mich damit auf eine fiese Idee: was passiert, wenn ich die Bons an die Gläser klebe… und zwar verkehrt herum.
Ein paar Stammgäste hatten es schon mitbekommen, wie sie Probleme hatte, die angehafteten Bons zu lesen. Natürlich habe ich ihnen auf die Nase binden müssen, daß ich die Bons nun verkehrt herum anbringe. Und sie warteten auf die Reaktion.
Und die Reaktion kam wie erwartet: sie stand vor dem Tablett und drehte ihren Kopf solange, bis sie die Bons lesen konnte. Es war wirklich goldig mitanzusehen, wie sie vor den Tabletts seitliche Rumpfbeugen macht. Beim dritten oder vierten Tablett hat sie es schon mitbekommen, wie wir uns amüsierten und meinte nur lapidar: „Ok, ok, ich habe es schon verstanden!“
Sie hat so eine faszinierende Art, daß man ihr Fehler beim Arbeiten nicht vorhalten kann. Mit ihrem Charme und ihrem Verhalten bügelt sie alles aus (ja, alles!). Da muß ich dann leider zu solchen Aktionen greifen, bevor ich an die Decke gehe. Wenn nun jemand meint, das fällt unter Mobbing, darf gerne mal mit ihr arbeiten. 😉

Bestellungen auf der Terrasse

Da wir (zumindest dem Kalender nach) Sommer haben, folgt nun eine weitere Episode von der Terrasse.

Unsere Terrasse befindet sich direkt vor der Bar. Wenn ich aufschließe gehe ich durch den Hintereingang, die Gäste und die Service-Mädels kommen immer über die Terrasse herein.
Es war an einem leicht verregneten Wochenendtag, die Terrasse war nicht aufgebaut, die Tische und Stühle standen zusammengekettet an der Seite der Terrasse.

Zur Hauptstoßzeit kam eine Aushilfe für den Service dazu. Sie machte sich fertig und nahm dann fleissig Bestellungen auf. Der Bondrucker ratterte fleissig und mein Chef und ich fingen an, die Bestellungen fertig zu machen. Als ich ein paar Cocktails fertig hatte und die nächstens Bons zurecht legte, drehte ich mich zu ihr um und fragte mit einem leicht erschrockenen Gesicht:

Hast Du eigentlich die Bestellungen auf der Terrasse aufgenommen?

Natürlich konnte sie dort keine Bestellungen aufgenommen haben. 😉
Aber sie war ziemlich erschrocken und wollte loslaufen. Mein Chef konnte sich ein zusätzlich „Na dann: Hopp, hopp!“nicht verkneifen.

Disclaimer:
Ich bin nun nicht übervorsichtig, weil letztens meine Gäste auf der Terrasse per SMS bestellt haben. Die Aushilfe ist manchmal so herrlich neben der Spur, daß dieser kleine Scherz einfach sein mußte.

Valentins-Absage

Da ringe ich mich schon dazu durch, eine Valentins-SMS zu schreiben und kassiere dann auch noch eine Abfuhr!

Mein netter Gruß:

Huhu mein Valentinchen! Hast Du heute Abend Zeit und Lust auf ein heißes Abenteuer mit einem hübschen Barkeeper in der $bar? Prost! Heiko

Und die Absage:

Sorry mein Herzblatt. Bin heut leider in der $andereBar. Außer Du klärst es mit dem $chef *g*

Und dabei wollte ich nur wissen, ob sie heute abend mit mir arbeiten kann.

1. Mai

Heute hat sich eine Aushilfe wirklich einen Blog-Eintrag verdient. Es ging ums Arbeiten und wann er denn nun arbeiten könne.

Chef: Kannst Du am 1. Mai arbeiten?
Aushilfe: Da ist doch Pfingsten, oder?

Ganz so verschätzt hatte er sich aber wirklich nicht, denn dieses Jahr fällt Christi Himmelfahrt (den meisten wohl besser bekannt als Vatertag) auf den 1. Mai (auch bekannt unter „Tag der Arbeit„).

Diese Situation ist doppelt ungeschickt:

  • für normal Arbeitende:
    zwei Feiertage fallen auf ein Datum und dadurch entfällt ein Feiertag
  • für die Gastronomie:
    zwei Feiertage fallen auf ein Datum und es entgeht ein Haufen Umsatz, denn vor und an Feiertagen genießen viele den freien Tag und gehen aus

Arbeit für Arbeiter

Ab und zu mag es ja erfolg haben, wenn man auf gut Glück bei Unternehmen anfragt, ob sie eine Stelle zu vergeben haben. Ab und zu hat man Glück und solche Blindbewerbungen sind erfolgreich. Wenn man es denn ein wenig geschickter anstellt, als der Kerl gestern, der nach einer Aushilfsstelle in der Bar fragte:

Bewerber: Hi, sucht ihr noch Arbeiter?
ich: Was suchen wir?
Bewerber: Der $stammgast meinte, daß ihr vielleicht noch ein paar Arbeiter sucht.

Ab und zu suchen wir ja Theker, Servicekräfte oder allgemein Aushilfen. Aber doch keine Arbeiter. Vielleicht hat er sich ein wenig von dem Bagger, der wegen Straßenarbeiten gerade vor unserer Bar steht, irritieren lassen.
Ich habe ihn dann direkt zum Chef weitergeleitet. Nach Erfahrung in der Gastronomie fragte ich lieber nicht. Wer nach einer Stelle als Arbeiter fragt, kann als Gastronomieerfahrung wohl nur Brötchenschmieren und Bierholen für die Maurer vorweisen.