Autor: Thekenmeister

Nachbetrachtung vom Freitag

Am Freitag hatte ich ja eine neue Servicekraft. Ich habe gespannt gewartet, bis sie zur Stoßzeit die Arbeit antreten wird.
Und wie erwartet war die erste Amtshandlung des faulen Stücks meiner Servicekraft das Herausholen von einer Zigarette und Feuerzeug. Natürlich mußte ich sie davon abhalten (hrhr, bin schon ’nen fieser Kollege) und machte ihr klar, daß schon viel los war, sie sich doch bitte eine Schürze anziehen und sich mit dem Tresen und der Kaffeemaschine vertraut machen möge. Sie legte, die Zigarette und das Feuerzeug zur Seite und fing an. Da es gerade ruhig war und der nächste Ansturm die Bestellungen für die Happy Hour gewesen wäre, habe ich mir ein bischen Auszeit gegönnt, ihre Kippe genommen, angezündet und geraucht, während sie sich umgezogen hat. Ich habe ihr dann noch ein paar wichtige Dinge erklärt und los ging es. Kurz später habe ich sie dann unterbrochen und ihr vor der Happy Hour noch eine Kippenpause auferlegt (oha, bin ich großzügig):

sie: Danke.
ich: Keine Ursache. Ich bin ja kein Unmensch, es wird gleich noch stressig genug. Und die Kippe hast Du Dir schon verdient.
(dabei halte ich ihr den Rest von meiner Zigarette hin)
sie: Iiiih, den Rest von Deiner Zigarette will ich nicht rauchen!
ich: Das ist nicht meine Zigarette, es ist Deine…

Sie schaut nur auf den Platz, wo sie vorhin ihr Feuerzeug und die Zigarette deponiert hatte und sieht lediglich das Feuerzeug… Sie ist echt goldig, wenn sie sich aufregt 😉

Nun ja, sie war flott unterwegs, mußte aber komischerweise immer mit ihren Freundinnen zwischendrin quatschen. Daß sie die Bestellungen für die Tische nicht nummeriert hat und teilweise gar keine Nummern auf die Zettel geschrieben hat, war eigentlich nicht mein Problem, weil sie ja die Getränke ausliefern mußte. Sie hat es aber ordentlich auf die Reihe bekommen.
Ich als Theker hatte auch in der Happy Hour immer wieder ein paar Minuten, in denen ich keine Cocktails shaken mußte, und so erzählte ich ihr, als sie meinte, daß viel los sei, daß sie froh sein könne, daß sie nicht da ist, wenn hier richtig viel los ist. Ich weiß nicht, ob sie mir es wirklich geglaubt hat. Aber die Wochenenden vorher waren deutlich stressiger.
Sie ist dann nach ca. vier Stunden mit ihren Mädels noch auf einen Geburtstag verschwunden und ich hatte trotzdem noch gut zu tun (oft ist es so, daß nach der Happy Hour ein wirklicher Einbruch ist und die Gäste zum großen Teil verschwinden).
Der Chef kam dann gegen 3 Uhr vorbei, half noch eben beim Aufräumen und Saubermachen und verkündete nach Sichtung der Einnahmen einen neuen Freitagsrekord. 😉 (Es lag aber nicht nur an der Servicekraft (sie hat eine sehr nette Oberweite, was aber bei einem Frauenanteil von ca. 60% nicht wirklich zieht), sondern auch an den Gästen die kurz nach der Eröffnung die Bar gestürmt hatten und sich dann dem Alkoholkonsum hingegeben haben und, wobei eine Gruppe fast eine Flasche von dem Havana Club Añejo 7 Añjos geleert hat.

Personalakquise

Wie findet man am einfachsten neue, kompetente und freundliche Mitarbeiter?

Man trinkt nach Feierabend mit einem Stammgast und Kumpel noch ein wenig (oder mehr), macht die Nacht durch, geht dann zum Würstlesmarkt (ein Wurststand, der vor allen anderen Marktständen offen hat und wo sich ab ca. 5 Uhr die Nachtschwärmer zum Frühstück einfinden), holt dann noch Bier bei einem der Supermärkte auf dem Heimweg, hört diverse Musik, redet über Banalitäten und trifft dann in gut angeheitertem Zustand in der Küche auf einen neuen Mitbewohner. Dieser macht von Anfang an einen sympatischen Eindruck und stellt sich auch noch als gelernter Hotelkaufmann heraus und so wird er dann auch gleich zum Fußballschauen mit zum Chef geschleppt und für abends zum Probearbeiten „verpflichtet“. Ich war dann der Barkeeper und er wurde ins eiskalte Wasser geworfen und durfte den Service machen. Es war ein angenehmes und flüssiges Arbeiten, er war flott und zügig unterwegs. Und es gab nichts zu meckern. Schade eigentlich. 😉 Ein überaschend gutes Zusammenarbeiten, das mit einem neuen Umsatzrekord endete.
Zu Meckern hatte der Chef nur an mir, weil ich eben nachmittags noch in einem Zustand war, in dem ich sicherlich nicht hätte Autofahren dürfen… (und das 5h vor Arbeitsantritt)

Szenegänger unter sich

Eben habe ich den Chef eines größeren Szene-Magazins getroffen und er erzählte, wie er am Wochenende mit dem Junior eines größeren Gastronoms einen Trinken war.

er: Er ist halt gerade bei der Bundeswehr und da läßt er es dann am Wochenende natürlich krachen. Eigentlich wollte ich an dem Abend nichts trinken, aber er hat dann gleich eine Flasche Wodka bestellt. Und dann verteilt der Wahnsinnige den halben Liter auf drei Gläser. Wir hatten dann sogar noch zwei Dosen Red Bull übrig.
ich: Ach, so machen wir das auch immer, wenn wir unterwegs sind. Spart Geld und man muß nicht so oft am Tresen anstehen.

Er ist wohl doch schon zu alt für die Szene, wenn er das nicht verträgt. 😉

Eigenlob

Man sagt ja, daß Eigenlob stinkt. Aber ab und zu muß ich mich auch mal selbst loben. Gestern gab es auch guten Grund dazu. Normalerweise kann man unter der Woche ganz gemütlich alleine arbeiten. Nur stürmten gestern auf einmal drei Geburtstagsgesellschaften die Bar. Und so kam es, daß ich alleine einen Umsatz gemacht habe, der selbst für zwei Thekenkräfte am Wochenende schon ein gutes Ergebnis ist (die dann aber auch ordentlich ranklotzen müssen).
*selbstaufdieSchulterklopf*

brillianter Mix

Nachdem heute die Hölle los war (Bericht folgt morgen), hab ich mal beim Feierabend auf der Platte nach entspannter Musik gesucht und bin fündig geworden: MTV Mash: Michael Jackson Bad vs. Ghostbusters Theme
Ein wirklich geniales Lied. Leider kann man laut Doctor Lecter die Lieder nur aus dem Netz saugen. Und dummerweise bricht der Mix auch noch mittendrin ab.
Ich hab keine Downloadmöglichkeiten gefunden, aber zum Glück habe ich einen Stammgast, der der totale Musikfreak ist und selbst auf 100 weltweit nummerierte und limitierte Ausgaben auf Vinyls oder CD herbekommt (Bericht könnte auch noch folgen… 😉 ). Mal sehen, ob der da was machen kann.

PS:
Das Lied lief dann wirklich fast durch, während ich für klar Schiff gesorgt habe. Es gab in den letzen Wochen nur ein Lied (Remix), das mir auf Anhieb gefallen hat, war ein Remix von „Star to Fall“, aber von wem… weiß ich gerade nicht.

Nachtrag:
Ich sehe gerade, daß sich die Mash-Ups in einer Grauzone bis illegalem Gebiet bewegen. Und leider ist die „MTV-Mash-Homepage down (aktuell, schon wieder oder immer noch?). Aber Hoffnung macht mir die BR-Seite, daß möglicherweise ab und zu eine geringe Anzahl an Vinyls unterwegs sind. Dafür gebe ich gerne Geld aus, aber die zig-ste Coverversion von einer Band, die eben mal aktuell ist oder sich in der Geldmaschinerie von irgendwelchen Plattenfirmen befindet… nein danke!
Positiv sei hier mal FAT WRECK CHORDS erwähnt, die jede Menge an Samples (und ganzen Liedern) von ihren Künstlern zum Download haben (Me First and the Gimme Gimmies, Mad Caddies, Less Than Jake und No Use For A Name mal erwähnt, Chef der Plattenfirma ist btw der Bassist und Sänger von NoFX).