Schlagwort: Service

Arbeit für Arbeiter

Ab und zu mag es ja erfolg haben, wenn man auf gut Glück bei Unternehmen anfragt, ob sie eine Stelle zu vergeben haben. Ab und zu hat man Glück und solche Blindbewerbungen sind erfolgreich. Wenn man es denn ein wenig geschickter anstellt, als der Kerl gestern, der nach einer Aushilfsstelle in der Bar fragte:

Bewerber: Hi, sucht ihr noch Arbeiter?
ich: Was suchen wir?
Bewerber: Der $stammgast meinte, daß ihr vielleicht noch ein paar Arbeiter sucht.

Ab und zu suchen wir ja Theker, Servicekräfte oder allgemein Aushilfen. Aber doch keine Arbeiter. Vielleicht hat er sich ein wenig von dem Bagger, der wegen Straßenarbeiten gerade vor unserer Bar steht, irritieren lassen.
Ich habe ihn dann direkt zum Chef weitergeleitet. Nach Erfahrung in der Gastronomie fragte ich lieber nicht. Wer nach einer Stelle als Arbeiter fragt, kann als Gastronomieerfahrung wohl nur Brötchenschmieren und Bierholen für die Maurer vorweisen.

Wie werde ich ein perfekter Gastronom?

Na klasse. Da fragt jemand Tante Google „wie werde ich ein perfekter Gastronom“ und anstatt die Antwort zu liefern, schickt sie den Besucher zu mir. Und ich stehe nun ratlos da. Immerhin hat Google diesem Besucher über 30 andere (bessere) Seiten vorgeschlagen. Der Thekenmeister befindet sich erst auf der 4. Suchergebnisseite, aber dieser Besucher hatte wohl Vertrauen zu mir. Und ich konnte ihm die Antwort nicht liefern (außer durch sinnentnehmendem Lesen aller Beiträge). Aber ich gelobe Besserung und werde nun einen 10-Punkte-Plan entwickeln, mit dem man ruckzuck zum perfekten Gastronom wird.

Leben mit ZIGGI

Seit nun bald 1,5 Monaten braucht man ja eine Geldkarte oder einen Führerschein um am Zigarettenautomaten Zigaretten zu bekommen (Zigarettenautomaten und die Altersverifikation). Was hat sich nun durch diese Verschärfung des Jugendschutzgesetzes geändert?

  • Zahlreiche Gäste meckern ber diese Sch***-Automaten, weil er deren Karten nicht erkennt. Wenn ZIGGI dann auch nicht akzeptiert wird, hilft nur ein Totalreset des Automaten.
  • Es kommen verstärkt Menschen zu mir in die Bar, nur um zu fragen, ob der Automat auch ohne Geldkarte funktioniert und verschwinden dann auch gleich wieder, nachdem ich per ZIGGI den Automaten freigeschaltet habe und sie im Besitz von neuen Zigaretten sind. Dabei muß dann natürlich auch wieder ber diesen Sch*** gemeckert werden, was das denn überhaupt soll und was es denn bringt.
  • Gäste laufen oft doppelt zum Zigarettenautomaten, weil sie einfach ihre Geldkarte/Führerschein vergessen haben. Na gut, selbst schuld 😉
  • Insgesamt mehr Zigarettenschachteln verkauft.

Ob sich nun der Mehraufwand (Automat mit ZIGGI freischalten, Automat resetten, mehr Kleingeld bereithalten) finanziell lohnt (z.B. durch mehr Gäste, die beim ersten Mal nur Zigaretten holen wollten und wiederkommen; mehr Provision vom Zigarettenautomatenaufsteller) habe ich nicht berechnet. Das werde ich auch vorerst nicht machen. Da ruhe ich mich lieber auf dem Service-Gedanken aus und freue mich, wenn ich meinen Gästen helfen kann.

Der Gast ist König

Eine kleine Anekdote, die sich ungefähr vor zwei Monaten ereignete:

Ich saß im Cafe des Chefs und mußte kurzfristig aushelfen, weil er DVDs-Shoppen Waren einkaufen mußte. Es war allgemein nicht viel los, bis auf einmal zwei junge Damen das Cafe betraten: eine mit Dreadlocks, die andere mit grün gefärbten Haaren und Piercing in der Lippe.

Mach uns mal schnell zwei Jägermeister!

Kein Problem. So schnell wie ich die beiden Schnapsgläser gefüllt hatte, wurde der Jägermeister von den beiden auch konsumiert. Dann noch ein bischen mit den Mädels rumgewitzelt und schon waren sie wieder weg…

… und kamen ca. 45 Minuten später wieder.

ich: Ach ihr schon wieder! habt ihr kein Zuhause?
Miss Dreadlocks: Doch schon, aber wir kamen hier halt grad wieder vorbei.

Also hab ich nochmals zwie Jägermeister gemacht und den beiden hingestellt. Beim Bezahlen (2 Jägermeister a 2,50€) bekam ich genau 5 Euro, weil die beiden abwechselnd zusammen gezahlt haben.

ich: Ihr seid heute aber mal echt spendabel beim Trinkgeld.
Miss Dreadlocks: Na und? Der Gast ist schließlich König!
ich: Der Gast ist Gast und nicht mehr. Er wird so behandelt, wie er mir gegenüber auftritt!
Miss Lippenpiercing: Genau DAS ist die richtige Einstellung! Ich habe auch mal Hotelfach gelernt und es ist unglaublich, wie sich manche Gäste saumäßig daneben benehmen und immer netten und freundlichen Service erwarten!

So sehe ich das auch. Wer sich wie die Axt im Wald verhält, wird entweder nach den anderen Gästen bedient oder bekommt einen reduzierten Service.
Und zum Trinkgeld: Ich hatte irgendwo schonmal erwähnt, daß es mir um das Trinkgeld nicht so wichtig ist. Ich freue mich mehr, wenn die Gäste wiederkommen. Das ist nämlich auch ein Zeichen für guten Service, nettes Ambiente oder gute Qualität. Und heutzutage muß man in der Gastronomie wirklich um jeden Gast kämpfen.

Schneller Service

Manchmal ist der Service schneller als einem lieb ist.

Ich besuchte am Wochenende nach Feierabend eine Bar um mich dort ein wenig umzusehen. Soetwas muß einfach ab und zu mal sein und hat nichts mit Konkurrenz Mitbewerber-Ausspionieren zu tun. Ich wollte einfach nur mal sehen, was in anderen Bars so um die Zeit los ist, welches Publikum sonst in der Stadt unterwegs ist und natürlich, wie der Service anderswo ist.

Also stellt ich mich an eine Ecke des Tresen und wartete. Ich wurde auch gleich freundlich bedient und bestellt einen Cuba Libre. Während dieser nun in Arbeit war, kam ein neuer Theker hinter den Tresen, erblickte mich und fragte auch gleich nach meinem Wunsch. Daß ich ja schon bedient wurde, konnte er nicht wissen, aber es ist schön zu sehen, wenn Theker ein schnelles Auge für neue Gäste haben.

Und dann passierte es: Der Cuba Libre war zu 2/3 leer und ich verschwand kurz auf die Toilette. Bei meiner Rückkehr fand ich meinen Cuba Libre aber nicht mehr vor. Einer der Theker war wohl zu schnell und hatte ihn entsorgt. Wer das nun war, wurde nicht gleich geklärt, aber ich bekam sofort einen neuen Cuba Libre hingestellt. Und als Entschädigung war er deutlich stärker als normal gemischt. Na klasse! Eigentlich hätte ich mich nach dem ersten schon wieder auf den Weg machen wollen… Trotzdem danke an dieser Stelle. Der schnelle Theker kam später dann nochmal zu mir und hat sich entschuldigt. Ist ja kein Problem, kann ja immer mal passieren. Blöd wäre es für ihn nur gewesen, wenn ich einfach verschwunden wäre und er dann die offene Rechnung mit seinem Trinkgeld hätte ausgleichen müssen.

Nachtrag:
Der Cuba Libre kam in einer Spezialversion der Havana-Club-Gläser. Ich werde mir wohl demnächst mal eine Digicam zulegen müssen, um solche Raritäten photographieren zu können (hab bei mir nämlich auch zwei verschiedene Versionen von Havana-Club-Gläsern).