Schlagwort: Kino

Lebensretter

Einige meiner Gäste entpuppen sich ab und zu als Lebensretter.

Vor Jahren hatte ich einen Gast, der in der Küche eines gut-bürgerlichen Restaurants arbeitete. Wenn er nach seinem Feierabend bei mir vorbeikam, hatte er regelmässig ein paar „Reste“ aus der Küche dabei. Mal etwas Suppe, Fleischküchle oder Spätzle mit Soße. Nach fünf oder sechs Stunden Arbeit ohne Essen sind solche Lieferungen wesentlich besser als jedes Trinkgeld: einfach unbezahlbar!

Gestern haben meine Gäste es aber ein wenig übertrieben. Erst bekam ich von einem Koch eine ordentliche Portion Kässpätzle mit Röstzwiebeln vorbeigebracht und zwei Stunden später von einem anderen Gast gegrillte Spare-Ribs, Koteletts und Hühnerteile.

Vielen Dank an die Mittelalter-Schänke zu Neu-Ulm, die ihr übrig gebliebenes Grillgut der mittelalterlichen Tafeley an das Personal des Dietrich-Kinos verteilen! Von dort hat mich der „Herrscher der Süßwaren-Theke“ nachts um 2 Uhr mit Fleisch versorgt. Danke!

Flyer und Programmhefte III

Ich hasse es, wenn jemand bei mir Flyer auslegt ohne zu fragen. Fragen kostet nichts und bisher habe ich auch noch keine Flyer abgelehnt. Noch mehr hasse ich es, wenn man die Flyer ausserhalb der Öffnungszeiten einfach vor die Türe legt.

Letzte Woche war es wieder einmal soweit. Kurz nach der Eröffnung, die Bar war bis auf zwei Gäste leer. Eine mit Schal und Mütze vermummte Person betritt die Bar, wendet sich direkt dem Zigarettenautomat im Eingang zu und platziert dort irgendetwas. Und schon war sie auch wieder verschwunden. (Die Vermummung ist nun kein Vorwurf, es war die letzten Tage einfach saukalt)
Die routinemäßige Überprüfung ergab dann kurz darauf, daß neue Flyer mit Werbung für eine Tanzschule, die Salsa– und Merengue-Kurse anbot, auslagen. Es kam wie es kommen muß, wenn ungefragt etwas dort deponiert wird: das Altpapier landet im Müll.

Mit gutem Beispiel voran ging hingegen eine sehr unerfahrene Austeiler eines neuen Ulmer Szene-Magazins. Sie kam mit einem Klemmbrett direkt vom Eingang zu mir an die Theke.

sie: Kannst Du hier bitte unterschreiben?
ich: Wofür?
sie: Daß ich hier das port01 auslegen kann!
ich: Aber Du hast doch gar nichts dabei zum Auslegen!

Sie drehte sich um und zeigte auf ihre Umhängetasche, in der sich die aktuelle Ausgabe befand. Was ist eigentlich so schwierig daran, in wenigen Sätzen sein Anliegen zu formulieren?

Auch die Verteiler vom Theatro haben sich vor Silvester noch einen Patzer erlaubt: zwei Stapel mit Flyern lagen vor der Türe, als ich die Bar öffnen wollte. Natürlich hatte mich kein Verteiler oder Verantwortlicher vom Theatro gefragt, ob sie die Flyer bei mir auslegen können. Und wieder ging es direkt in den Müll damit. Wenn demnächst wieder Altpapier von denen vor der Bar liegt, sollte ich es eigentlich den Türstehern zum Entsorgen vorbeibringen… 😉
Und wo wir schon mal wieder beim Thema Theatro-Türsteher sind:
Ich wußte, daß das Theatro bis um 5 Uhr offen hat und wollte nun nach Feierabend dort noch kurz vorbeischauen. Es war ca. 4:20 Uhr. Nur der Türsteher wollte mich nicht reinlassen.

Türsteher: Ab vier Uhr ist kein Einlaß mehr!
ich: Ich bin aus der Gastronomie und komme gerade vom Arbeiten!
Türsteher: Das ist gut. Dann kannst Du Deinen Gästen ausrichten, daß ab 4 Uhr keine Einlaß mehr ist und um ab 4:30 Uhr keine Getränke mehr ausgeschenkt werden!
ich: Ok, mach ich!

Das werde ich natürlich nicht machen. Meine Empfehlung wird lauten: Geht ins Myer’s, da gibt es keinen mir bekannten Einlaßschluß und Getränke werden auch noch bis kurz vor Schluß ausgeschenkt! Aber vielleicht schnallen sie es mal endlich und legen ein paar Freikarten dazu, so wie es die Kinobetreiber auch regelmäßig machen, deren Programm ich auslege. Deren Verteiler legen die Programmhefte zwar auch vor die Türe, aber das ist so abgesprochen und damit ok.

Ein Quantum Trost

Letztens flatterte mir eine Pressemitteilung zum neuen James-Bond-Film „Ein Quantum Trost“ ins Postfach. Einer der Sponsoren des neuen Bonds ist Smirnoff, die nun zum Film auch ein Gewinnspiel starten. Irgendwie ist aber diese E-Mail verschwunden. Gestern mußte ich wieder daran denken, als mich Freunde überredeten, doch mal wieder ins Kino zu gehen (ich gehe ungern ins Kino und der letzte angedachte Film (Indiana Jones 4) fiel für mich aus). Eine Überredung war wirklich angesagt, da sie Zeitungskritiken über den Film schlecht ausfielen und ich sowieso kein Bond-Fan bin. Aber egal, es gibt schließlich unangenehmere Möglichkeiten, sich einen Abend zu versauen.

Um es kurz zu machen: Die Kritiken hatten Recht: hektische Schnitte, simple Handlung, ein langweiliger Titelsong.

Während des Films soll Irgendein Privat-Jet nach Bregenz fliegen.
Eine Freundin neben mir: In Bregenz gibt es keinen Flughafen!
Sie als Österreicherin wird es wohl wissen. Zumal sie die Szenen in Feldkirch erkannt hat.

Ich bin hier kein Film-Kritiker, daher widme ich mich nun den Spirituosen:
James Bond sitzt in einem Flieger an einer Bar.

(Dialog aus dem Gedächtnis)
Rene Mathis: Was trinkst Du da?
James Bond: Keine Ahnung!
der Barkeeper klärt auf: 3 Teile Gordon’s Gin, 1 Teil Wodka, 1 Schuß Kina Lillet, 1 Schnitzer Zitronenschale
Dieser Cocktail nennt sich Vesper und stammt aus Ian Flemings „Casino Royale„.

Was mir aufgefallen ist: Smirnoff sponsort den Film, wird aber nicht einmal bei der Zubereitung des Cocktails erwähnt. Ob nun eine Flasche vom Smirnoff Vodka zu sehen war, weiß ich nicht mehr. Vielleicht kann das ja ein Kinobesucher bestätigen oder bestreiten.
Smirnoff gehört zum gleichen Konzern wie Gordon’s Gin, nämlich Diageo. Also bleibt die Werbung in der Familie. Nach außen wird mit Wodka geworben, im Film erfolgt dann Product Placement mit Gin. Das ergibt Sinn: Wodka wird eben noch mehr konsumiert als Gin.
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Licht aus!

Beim Shopblogger hat es in unmittelbarer Nähe einen Blitzeinschlag gegeben. Dabei hat sein Verstärker zur Ladenbeschallung den Geist aufgegeben.

Ähnlich erging es gestern einer Bar, die ich nach Feierabend besuchte und mich über die Kerzen im Eingangsbereich wunderte. Es lag daran, daß dort aus unbekannten Gründen gegen 21 Uhr der Strom ausfiel. Eine Bar kann mit viel Kerzen und Kellnerblöcken den Betrieb noch aufrecht erhalten. Heißgetränke fallen zwar aus, aber wer will schon bei diesen Temperaturen schon eine heiße Schokolade oder Kaffee.
Aber nicht nur die Bar war betroffen. Im Galeria Kaufhof gegenüber brannte nur noch die Treppenhausbeleuchtung, die Fußgängerzone war auch dunkel. Am schlimmsten hat es aber das anliegende Kino getroffen, die nun auch keinen Strom mehr hatten. Zur Prime Time im Kino keinen Strom zu haben, ist wirklich ärgerlich.

Indiana Jones 4 – das war’s

Ich gehe eher selten bis gar nicht ins Kino. Mein letzer Besuch im Kino war damals Spiderman. Der nächste Film, den ich unbedingt sehen wollte, war dann im Herbst „Postal„. Dieser wurde aber im Umkreis nirgends gezeigt, weil die Kinobetreiber meinten, sie müßten den Film von Uwe Boll boykottieren. Naja, egal. Dafür habe ich nun einen netten Aufsteller davon bei mir rumstehen.

Der nächste Film, den ich unbedingt sehen wollte, ist bzw. war „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“.
Heute morgen habe ich nämlich beim Fefe (sehr lesenswertes Blog übrigens) folgenden Eintrag gefunden:

Ich habe mir ja neulich Indiana Jones 4 im Kino angeguckt, und da gab es am Anfang einen Sound-Aussetzer. Das Kino war sauer, aber weil sie ihn schnell gefixt haben, hat keiner was gesagt danach. Offenbar war das kein Aussetzer sondern Paramount macht so Watermarking. Die Idee wäre dann, dass sie anhand der Aussetzer erkennen, in welchem Kino das abgefilmt wurde. Krasse Scheiße. In dem Artikel sprechen sie von mehreren Aussetzern, mir ist nur einer aufgefallen. Aber zutrauen würde ich es ihnen ja. Die haben echt ein Rad ab da bei der Content-Mafia.
Fefe – Indiana Jones – Tonaussetzer

Weitere Infos dazu unter: Releaselog und gHacks

Ja geht es denn noch? Ich zahle dafür, daß ich einen bewußt verkrüppelten Film vorgeführt bekomme? Auf der dazu erscheinenden DVD gibt es auch noch einen „Bonus-Vorspann“, in dem der Käufer erstmal als Raubkopierer abgestempelt wird. Klasse Ideen, liebe Film-Industrie! Und sich dann auch noch über schwindende Zuschauerzahlen aufregen.

Ich werde Indiana Jones 4 jedenfalls nur sehen, wenn er mir mal zufällig in die Finger gerät und vielleicht 2009 mal wieder ins Kino gehen.

Flyer und Programmhefte II

Ich hasse es bekanntlich, wenn vor der Bar einfach ein Karton mit Flyern und Szene-Zeitschriften rumliegt und die Absteller stillschweigend davon ausgehen, daß ich sie auslege.

Vor zwei Wochen war es mal wieder soweit. Ein Karton lag vor der Türe. Das war soweit noch in Ordnung, denn ich hatte mit dem Verteiler ausgemacht, daß er die Hefte einfach vor die Türe legen kann, wenn die Bar noch nicht offen ist oder er seine Tour mal anders ausführt.
Aber diesmal waren nicht nur die Szene-Heftchen und eine paar Veranstaltungs-Flyer dabei, sondern auch noch ein Haufen Kino-Programme, Aufkleber für die demnächst beginnende Langesgartenschau in Neu-Ulm und ein Brief, in dem sich die Kinobetreiber für das Auslegen und die zukünftige Zusammenarbeit (mehr als Kino-Programme auslegen muß ich wohl nicht machen) bedankten.
Und als kleines Dankeschön lagen noch zwei Kino-Freikarten in dem Umschlag. Da lege ich das Programm doch gerne aus.
Danke!