Schlagwort: Trinkgeld

Der Rubel rollt

Nachdem Maddin letztens bei mir zu Gast war, gesellt sich nun auch noch die russische Bau-Prominenz dazu.
Ob seine Rubel allerdings Falschgeld waren, kann ich nicht beurteilen. Und die Mädels von der Bank wollten die Sorten weder Tauschen noch mir ein Sparbuch auf Rubel ausstellen. Schade!
Wenigstens kann ich die Flasche „Russian Standard vodka„, die er mir dagelassen hat, als harte Währung verbuchen. 😉
Und ich kann mit dem Russian Standard Vodka Platinum mal wieder einen meiner Wodka-Produkttests anbieten (folgt in den nächsten Tagen). Danke!

Der Gast ist König

Eine kleine Anekdote, die sich ungefähr vor zwei Monaten ereignete:

Ich saß im Cafe des Chefs und mußte kurzfristig aushelfen, weil er DVDs-Shoppen Waren einkaufen mußte. Es war allgemein nicht viel los, bis auf einmal zwei junge Damen das Cafe betraten: eine mit Dreadlocks, die andere mit grün gefärbten Haaren und Piercing in der Lippe.

Mach uns mal schnell zwei Jägermeister!

Kein Problem. So schnell wie ich die beiden Schnapsgläser gefüllt hatte, wurde der Jägermeister von den beiden auch konsumiert. Dann noch ein bischen mit den Mädels rumgewitzelt und schon waren sie wieder weg…

… und kamen ca. 45 Minuten später wieder.

ich: Ach ihr schon wieder! habt ihr kein Zuhause?
Miss Dreadlocks: Doch schon, aber wir kamen hier halt grad wieder vorbei.

Also hab ich nochmals zwie Jägermeister gemacht und den beiden hingestellt. Beim Bezahlen (2 Jägermeister a 2,50€) bekam ich genau 5 Euro, weil die beiden abwechselnd zusammen gezahlt haben.

ich: Ihr seid heute aber mal echt spendabel beim Trinkgeld.
Miss Dreadlocks: Na und? Der Gast ist schließlich König!
ich: Der Gast ist Gast und nicht mehr. Er wird so behandelt, wie er mir gegenüber auftritt!
Miss Lippenpiercing: Genau DAS ist die richtige Einstellung! Ich habe auch mal Hotelfach gelernt und es ist unglaublich, wie sich manche Gäste saumäßig daneben benehmen und immer netten und freundlichen Service erwarten!

So sehe ich das auch. Wer sich wie die Axt im Wald verhält, wird entweder nach den anderen Gästen bedient oder bekommt einen reduzierten Service.
Und zum Trinkgeld: Ich hatte irgendwo schonmal erwähnt, daß es mir um das Trinkgeld nicht so wichtig ist. Ich freue mich mehr, wenn die Gäste wiederkommen. Das ist nämlich auch ein Zeichen für guten Service, nettes Ambiente oder gute Qualität. Und heutzutage muß man in der Gastronomie wirklich um jeden Gast kämpfen.

Freakshow II

Die Freakshow geht weiter…

Die Highlights:

Ein Mann betritt mit seiner Frau (er nennt sie immer „Goldfasan“) die Bar und kommt zielsicher an den Tresen. Die Dame bestellt einen Orangensaft und er einen Long Island Iced Tea. Den trinkt er immer. Und er will keinen albernen Kindergeburtstagscocktail. So werde ich wohl nie seine allererste Bestellung vergessen: Mach mir mal einen Long Island Iced Tea, aber für Männer!
Also bekommt er auch immer etwas mehr Alkohol ins Glas. Ein Kumpel, der auch in der Gastronomie tätig war, meinte nur: Willst Du den Kerl umbringen?
Sein Goldfasan sah das allerdings etwas anders:

Goldfasan: Machen Sie da bitte noch Alkohol rein, da ist ja gar nichts drin!

Nun gut, das soll sie haben. Wenn sie dafür nicht wieder einfach abhaut und ihren Kerl sitzen läßt (so wie beim letzten Mal).

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Versteckte Kamera

Gestern kam ich mir vor wie bei der Versteckten Kamera.

Ein Gast setzte sich an den Tresen, bestellte ein Hefeweizen und fing an aus seinem Leben zu erzählen. Das erste Bier zahlte er auch gleich in bar (ganze 4% Trinkgeld). Beim zweiten oder dritten Weizen kam er dann auf die grandiose Idee, daß in dieser Bar etwas fehlt, und zwar Most. Mit Most würde die Bar sich vor Zulauf kaum retten können. In der ganzen Stadt gäbe es keine Bar/Kneipe/Gaststätte, die guten Most anbietet.
Ich würde damit das Geschäft meines Lebens machen. Und überhaupt sei Most ja ein sehr beliebtes Getränk. Nun gut, das wird schon einen Grund haben, daß es woanders auch nicht angeboten wird. Wahrscheinlich ist die Nachfrage einfach zu gering, so daß es sich nicht lohnt, Kapital unnötig mit Most zu binden.
Nach diesen zwei weiteren Weizen zahlte er wieder (Trinkgeld: s.o.) und ich hatte die Hoffnung, daß er die Heimreise antritt. Aber nein, er hätte Urlaub und diesen Dienstag hätte er zu seinem Sauftag auserkoren und ein Weizen könnte er noch trinken, außerdem wolle er mich davon überzeugen, daß ich mir ein Mostfaß hinter den Tresen stelle. Ich werde wohl demnächst mit Venture-Capital-Gebern verhandeln müssen um europaweit eine Most-Bar-Kette aus dem Boden zu stampfen. Selten habe ich von einer solch sicheren Sache gehört…
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Freier Freitag

Gestern hatte ich frei. Ein Kumpel war zu Besuch und ich wollte mit ihm gemütlich mal seit ’nem halben Jahr einen trinken. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.
Da er noch mit einem Freund im Fußball-Stadion war, nutzte ich die Gelegenheit, um in der Bar vorbeizuschauen und um nach dem Rechten zu sehen. Der Kollege hatte soweit alles unter Kontrolle. Trotzdem gab es Mecker. Wie kam er auf die Idee, daß 3 Flaschen Cola ausreichen würden und hat nichts aus dem Keller aufgefüllt?
Also erstmal einen kleinen Abstecher in die gegenüberliegende Tanzlokal-Absturzkneipe und mit der dortigen „Regierung“ geplauscht. Bierchen gab es natürlich auch, ich mußte ja nicht arbeiten, also konnte ich trinken – dachte ich zumindest.
Bei der Rückkehr kurz vor der Happy-Hour war die zweite Servicekraft noch nicht da. Anrufen ist kurz vor knapp eher schlecht als recht und so mußte ich einspringen: das heißt in diesem Fall: falls der Kerl nicht noch auftaucht, dann hätte ich ca. 6h Arbeit vor mir. Und er kam auch nicht. Ein freier Tag ist etwas anderes.
Danke Kollege! Dein nächstes Trinkgeld kannst Du komplett an mich abliefern! Oder wahlweise meine Chaos-Bude aufräumen 😉

Cuba Libre II

Dienstag ist bei uns Cuba Libre im Angebot, d.h. leckerer Cuba Libre mit Havana Club-Rum für 3 Euro. Da kann man mal nicht meckern. Und viel schreiben kann man (ich) darüber auch nicht. Aber heute gab es mal echt eine Situation, wo ich echt sprachlos war. Ich war nicht im Service, sondern saß nur an der Theke rum und habe meinen freien Tag genossen.

Vier Personen (wahrscheinlich zwei Pärchen) bestellen vier Cuba Libre und nippen deutlich länger als der Durchschnitt an diesem Getränk. Beim Kassieren („Zusammen oder getrennt?“) spielt sich eine der Damen als große Gönnerin heraus und erklärt den anderen Drei feierlich:

Ich lade euch ein!

4 Cuba Libre zum Spezialtarif macht genau 12 Euro. Und sie hat genau 12 (in Worten: zwölf) Euro bezahlt. Kein Trinkgeld, null, nada, niente.

Also, wenn ich jemanden einlade, dann ist das ein Zeichen der Großzügigkeit. Und dann will ich nicht vor den Eingeladenen dumm dastehen und das Rückgeld centgenau haben. Immerhin lade ich jemanden ein und kann es mir leisten, diejenigen einzuladen. Warum die Dame nun so knickerig war, weiß ich nicht (und will es eigentlich auch nicht wissen).