Schlagwort: Polizei

Glück im Unglück

Letzte Woche wurde in einen Gastronomie-Betrieb in der Nähe der Bar, in der ich arbeite, eingebrochen. Die Polizei beschlagnahmte daraufhin alle Kellner-Geldbeutel für die Untersuchung auf Fingerabdrücke. Da der Laden immer erst abends die Türen öffnet, bestand nun das Problem, an Ersatz-Geldbeutel zu kommen.
Glücklicherweise bekam ich genau in dieser Woche schon eine Lieferung mit Kellner-Geldbörsen (sponsored by JPS, auf meinen Wunschgeldbeutel von Red Bull warte ich immer noch…) und konnte dem Inhaber mit unseren alten Dingern aushelfen, so daß er seinen Betrieb ganz normal aufnehmen konnte.

besoffene potentielle Randalierer

Betrunkene Gäste entwickeln manchmal ein gewisses Aggressionspotential. Nicht umsonst schenkt man keinen Alkohol an Betrunkene mehr aus.

Die Polizei in Bolton bei Manchester hat sich etwas Interessantes ausgedacht, damit sie die möglichen Randalierer unter Kontrolle bekommt. Sie verteilen Seifenblasen-Fläschchen.

„Seifenblasen sind eine großartige Idee, um die Dinge von der leichten Seite zu sehen. Nachtschwärmer haben so etwas Spaß, auf den sie sich konzentrieren können, wenn sie Pubs und Clubs verlassen“, sagte Elaine Sherrington von der Kommunalverwaltung.
n-tv.de vom 1.12.2008

Ich stelle mir das relativ lustig vor, wenn die Betrunkenen anfangen, die Polizisten mit Seifenblasen zuzupusten. Die englischen Polizisten mögen es ja schon gar nicht, wenn man sie anschreit.

Polizei-Besuch

Ich kann mich nicht daran erinnern, daß jemals die Polizei bei mir in der Bar war. Gestern bekam ich allerdings Besuch von ihnen. Warum? Ich weiß es nicht.

Die Situation:
Es ist kurz vor Feierabend, die Bar ist fast leer. An der Theke sitzen ein Freund mit seiner Freundin. Ich verschwinde auf der Toilette und als ich wieder herauskomme, stoße ich fast mit einem Gesetzeshüter zusammen.

Polizist: Guten Abend! Wohin gehört dieses Objekt?
ich: Wie bitte?
Polizist: Gehört dieses Objekt zur $NameDerStrasse?
ich: Ja, das hier ist $NameDerStrasse Nummer soundsoviel?
Polizist: Alles klar. Danke!

Und schon verschwand er wieder nach draußen, stieg in das Auto, das direkt vor dem Eingang parkte und fuhr weg.
Er hinterließ mich absolut verwundert und verwirrt. Die Bar liegt weder an einer Ecke noch zwischen zwei Straßen mit zwei Eingängen. Damit ist eigentlich klar, „wohin“ diese Bar gehört. Und den Straßennamen sollten die grünen Jungs doch kennen.
Noch obskurer machte mich dann die Erklärung der Freundin. Von ihr wollte der Polizist wissen, ob sie angerufen hätte.

Türsteher-Story

Türsteher repräsentieren den Club für den sie arbeiten. Sie sind das Aushängeschild. Sie wissen oft besser, was für einen gut ist. Insbesondere, wenn zu späterer Stunde der Alkoholpegel ein wenig fortgeschritten ist. Schon alleine deswegen sollte man auf die Jungs hören. Diskussionen sind zwecklos. Wenn dem Türsteher die Turnschuhe oder Frisur nicht gefällt, dann ist es eben so. Er hat nunmal Hausrecht und kann jeden reinlassen, den er will – oder eben auch nicht.

Soweit die Vorgeschichte. Nun passierte es vor einiger Zeit im Myer’s. Das soll keine Werbung sein, es hängt einfach mit deren Lage zusammen. Im neuen Theatro könnte es vielleicht auch noch passiert sein, aber im Citrus und Knarz definitiv nicht. Genug Clubs aufgezählt, weiter in der Geschichte:
Zwei sehr angetrunkene 17-jährige begehren Einlaß und werden abgewiesen. Am Alter kann man nicht rumschrauben und der Trunkenheitszustand ließ die Jungs mit dem Türsteher fleißig diskutieren, wobei „diskutieren“ nicht ganz richtig ist: sie versuchten sich zu rechtfertigen, wollten eine Ausnahme und fingen dann auch an rumzuschimpfen.

Dieser Türsteher ist ein sehr gutmütiger Kerl, aber wenn er mal gereizt ist, hört der Spaß auf. Er hat sich die beiden Jungs am Kragen gepackt und durch die Türe nach draußen gezogen. Sie haben immer noch weitergeschimpft. Nun hätte er sie dort einfach stehen lassen können. Hätte. Er ging aber mit den beiden über die Straße, schleppte sie die Treppen hoch und lieferte sie direkt auf dem Polizeirevier ab. Währenddessen wurde aus dem Schimpfen ein kleinlautes Betteln, sie doch gehen zu lassen.

Ich denke, sie haben an dem Abend etwas fürs Leben gelernt. 😉

Wie Gerüchte entstehen…

Es ist immer wieder erheiternd, wie sich Gerüchte so in die Welt setzen. Da bekommen irgendwelche Pappnasen nur einen Teil der gesamten Geschichte mit und basteln sich dann fleißig den restlichen Teil selbst. Natürlich kann es gar nicht anders sein, als sie sich ausgedacht haben.

Letztens konnte ich es wieder hautnah miterleben, als ich außerhalb meiner Dienstzeit von einem Bekannten (und regelmäßigem Gast) angesprochen wurde:

Gast: Sag mal, war die Schlägerei am Wochenende bei Dir?
ich: Äh, was für eine Schlägerei?
Gast: Am Samstag standen zwei Streifenwagen und ein Rettungswagen bei Dir in der Straße?
ich: Noe, bei mir war keine Schlägerei. Ich habe auch nichts mitbekommen.

Nun gut. Streifenwagen in dieser Gasse sind keine Seltenheit, weil es ab und zu schon zu Streß kommt. Die günen Jungs fahren aber meist nur prophylaktisch dadurch, um dann im Rest der Altstadt nach dem Rechten zu sehen.
Mir dämmerte es ein wenig, denn ich hatte an dem Tag wirklich zwei Streifenwagen in der Gasse stehen gesehen, als ich draußen geschaut habe, ob alles in Ordnung ist (das war noch zu der Zeit, als das Rauchen in Bars illegal war). Nur standen die beiden Autos ca. 50m entfernt von der Bar. Was sie dort wollen, entzieht sich meiner Kenntnis. Aus Langeweile werden sie dort aber nicht gestanden haben.

Wie der Rettungswagen dann ins Spiel kam, fiel mir irgendwann dann auch ein:
Ich hatte an dem Abend eine geschlossene Gesellschaft, bei der eines der Geburtstagskinder beim ASB arbeitet. Und während der Feier kamen auch zwei Rettungsdienstler zum Gratulieren vorbei. Da sie Dienst schieben mußten, waren sie natürlich in Uniform unterwegs. Ihr Rettungswagen parkte tatsächlich vor der Bar.

So einfach entstehen Gerüchte!

Rauchverbot: der Irrsinn geht weiter

Noch 9,5 Stunden bis zum Inkrafttreten des Rauchverbots in Baden-Württemberg.

Gestern konnte ich mit einem befreundeten Gastronom sprechen, der einen Kumpel bei der Polizei hat. Als Gastronom ist man daran interessiert, zu wissen, was nun eigentlich genau Sache ist. Das Ordnungsamt konnte bisher nämlich nicht viel dazu sagen.
Laut Auskunft der Polizei ist es in Ulm nun so: das Ordnungsamt darf das Rauchverbot nicht kontrollieren und die Polizei hat noch keinen Auftrag dafür, d.h. sie muß es nicht kontrollieren. Es wäre ja zu schön gewesen, wenn zum Inkrafttreten für Klarheit gesorgt ist.

Hinweisschilder:
Der Gesetzestext spricht davon, daß „auf das Rauchverbot durch deutlich sichtbare Hinweisschilder in jedem Eingangsbereich hinzuweisen“ ist. Das von der DEHOGA empfohlene „Hier gilt das gesetzliche Rauchverbot – bitte haben Sie Verständnis“ scheint mir ein wenig übertrieben. Nicht jeder vorbeigehende Gast (der vielleicht auf der Suche nach einer Bar ist, wo er noch Rauchen darf) weiß, daß es bei mir einen Nebenraum gibt, wo der Gast auch in Zukunft legal seine Tabakwaren konsumieren darf. „Eingeschränkte Rauchfreiheit“ gefällt mir da schon besser.
Aber wenn ich schon am Schilder aufhängen bin, kommt dann noch ein „Hier gilt das gesetzliche Jugendschutzgesetz – bitte haben Sie Verständnis“, „Hier gilt das gesetzliche Kommunalabgabengesetz – bitte haben Sie Verständnis“, „Hier gilt das gesetzliche Gesetz über das NachBARrecht, …