Schlagwort: Nichtraucher

Aschenbecher auf die Tische!

Knapp ein Jahr ist es her, daß man zum letzten Mal in Baden-Württemberg legal in Bars und Kneipen rauchen durfte. Damals hatten Stammgäste und die Aushilfen vom Chef noch einen letzten Rauchertag zelebriert.

Nun ist es wieder wie damals. Zumindest fast. Das Bundesverfassungsgericht hat das Nichtraucherschutzgesetz in Baden-Württemberg und Berlin für verfassungswidrig erklärt (welt.de, stern.de).

Nach den Maßgaben der Verfassungshüter darf in der Übergangszeit bis Ende 2009 allerdings nur in solchen Einraumkneipen geraucht werden, deren Gastfläche kleiner als 75 Quadratmeter ist, die keine Speisen anbieten und Personen unter 18 Jahren den Zutritt verwehren. Zudem muss die Kneipe am Eingang als Rauchergaststätte gekennzeichnet sein.
Quelle: welt.de

Mal sehen, was der Chef dazu sagen wird und ob ich nun wieder Aschenbecher auf die Tische stellen soll. Ausserdem bin ich schon auf die nächsten Wochen gespannt, ob die kleineren Bars nun stärker besucht werden.

Rauchverbot in Bayern

Für uns Gastronomen in Ulm ist nun ab dem 1. Januar ein wenig Erleichterung eingetreten. Nun gilt seit dem 1. Januar auch auf der anderen Seite der Donau in Neu-Ulm ein Anti-Raucher-Gesetz, im Gegensatz zu der baden-württembergischen Variante (Landesnichtraucherschutzgesetz) nennt es sich ganz allgemein „Gesetz zum Schutz der Gesundheit“ (GSG). Bei dieser Abkürzung könnte man schon fast erahnen, wer für die Kontrolle dieses Gesetzes zuständig ist. 😉

Ich bin schon gespannt, ob sich die Lage hier in Ulm/Neu-Ulm wieder normalisieren wird, d.h. ob die Gäste, die von August bis Dezember nach Neu-Ulm abgewandert sind, nun wieder zurückkehren. Die letzte Woche war jedenfalls schon positiv zu bewerten.

Umsatzeinbrüche durch das Rauchverbot

Ich war bisher einer derjenigen, die Umsatzeinbrüche durch das Rauchverbot geleugnet haben.
Das Rauchverbot (korrekt: Landesnichtraucherschutzgesetz) gilt hier in Baden-Württemberg seit dem 1. August 2007. Und bis vor zwei Wochen gab es bei mir auch keine Umsatzeinbrüche. Eher das Gegenteil war der Fall. Nun ist seit zwei Wochen tote Hose in Ulm. Aber nicht nur bei mir, sondern wohl in ganz Ulm. In den Bars und Cafes rund um den Marktplatz ist teilweise ab 23 Uhr gar nichts mehr los. Hat es so lange gedauert, bis es sich rumgesprochen hat, daß woanders noch geraucht werden darf? Oder waren der Großteil der Raucher noch im Urlaub?
Eine Kollegin hat es scherzhaft kommentiert:

Wir sind auch für Sie da, wenn Sie nicht da sind!

in Neu-Ulm (das ist auf der anderen Donau-Seite und liegt in Bayern, wo das Rauchverbot erst ab dem 1. Januar 2008 gilt) hingegen sind die Bars, Cafes und Kneipen gerammelt voll. Teilweise verdoppeln sie ihren Tagesumsatz.
Nun frage ich mich, wo denn nun all die Nichtraucher sind, die jetzt die Chance hätten, qualmfrei wegzugehen. Welche Gäste sollen geschützt werden, wenn sie sowieso nicht weggehen?

Update:
Die Umsatzeinbrüche sind bisher nur unter der Woche zu verzeichnen. Am Wochenende ist noch ordentlich was los. Sogar eher mehr als früher.

Wie umgehe ich das Rauchverbot?

Irgendwie war es doch klar, daß einige findige Wirte Lücken im Landesnichtraucherschutzgesetz finden (oder meinen, sie hätten eine Lücke gefunden).
Laut dem SWR (Mathias verweist in seinem Beitrag Das Festzelt in der Kneipe zwar auf den Focus, dort habe ich aber nichts gefunden) gibt es nun in einige Festzelte in Lokalen.

Ein Karlsruher Wirt trotzt dem Rauchverbot in Gaststätten mit einem Bierzelt, das er in seinem Restaurant aufgestellt hat.

Wir erinnern uns: In Gaststätten ist das Rauchen verboten, wohingegen in Bier-, Wein- und Festzelten das Rauchen erlaubt ist.
Nun hat DonVanone doch noch seinen Trick 17: So umgeht man als Gastwirt das Rauchverbot

Ich kann mich bisher wirklich nicht beklagen. Umsatzeinbrüche sind nicht vorhanden. Eher das Gegentail ist der Fall. Fast alle Raucher sind artig und gehen automatisch nach draußen zum Rauchen, nur wenige lassen sich im Raucherraum nieder. Die Raucher wollen wohl auch Frischluft 😉

Nachtrag:
Soeben habe ich festgestellt, daß DonVanone es schon mitbekommen hat: Trick 18: So umgeht man als Gastwirt das Rauchverbot

Rauchverbot?

Ein Gast war auf dem Weg zu den Toiletten und entdeckte dabei unseren Rauchernebenraum, der deutlich als solcher mit „Raucher-Lounge“ gekennzeichnet ist.

Gast: Darf man nur noch da drinnen rauchen?
ich: Ja, oder wahlweise draußen!
Gast: Warum macht ihr hier drinnen nun Nichtraucher?
ich: Das ist seit 1. August wegen des Nichtraucherschutzgesetzes überall in Baden-Württemberg so.
Gast: Das ist ja blöd!

Ich frage mich ernsthaft, wie man er Raucher von all dem Trouble um dieses Gesetz nichts mitbekommen hat. Schlagzeilen und Diskussion gibt es ja nicht erst seit gestern…

Rauchverbot: der erste Abend

Gestern hatte ich nun also zum ersten Mal die Bar nach Inkrafttreten des Landesnichtraucherschutzgesetzes offen.

Und: der (erhoffte) Nichtraucheransturm blieb aus! Das Verhältnis von Rauchern zu Nichtrauchern war nicht anders als sonst.

Aber es war allgemein gestern sehr ruhig in Ulm. Ein Gast berichtete mir, daß selbst in Bar, die mittwochs sehr gut besucht sind, kaum etwas los war. Daß ein befreundeter Barkeeper (aus einer 200m entfernten großen Bar) in Arbeitsklamotte gemütlich auf ein Schwätzchen bei mir vorbeikam, sagt wohl alles.

Waren die Menschen gestern überhaupt nicht unterwegs, in Biergärten oder sind sie wie befürchtet alle nach Neu-Ulm gegangen, weil dort das Rauchverbot noch nicht gilt? Ich weiß es nicht. Mal sehen, wie es weitergeht. Ich bin schon auf das Wochenende gespannt!

Die Raucher sind alle von sich aus brav vor die Türe gegangen (außer meine Pokerrunde, die sich im Nebenraum geräuchert haben). Es gab nur zwei Freaks, die gut angeheitert die Bar betreten haben: demonstrativ lässig und mit Zigarette in der Hand. Eine klare Ansage

Jungs, entweder macht ihr die Zigaretten aus, raucht draussen weiter oder ihr fliegt raus!

wirkte Wunder und sie sind dann wieder vor die Türe gegangen. Ich war angenehm überrascht, wie wenig Streß es mit den Rauchern gab. Kein Wunder, wer will schon von einem Promiboxer aus einer Bar prügeln lassen 😉