Schlagwort: Gastronomie

Glück im Unglück

Letzte Woche wurde in einen Gastronomie-Betrieb in der Nähe der Bar, in der ich arbeite, eingebrochen. Die Polizei beschlagnahmte daraufhin alle Kellner-Geldbeutel für die Untersuchung auf Fingerabdrücke. Da der Laden immer erst abends die Türen öffnet, bestand nun das Problem, an Ersatz-Geldbeutel zu kommen.
Glücklicherweise bekam ich genau in dieser Woche schon eine Lieferung mit Kellner-Geldbörsen (sponsored by JPS, auf meinen Wunschgeldbeutel von Red Bull warte ich immer noch…) und konnte dem Inhaber mit unseren alten Dingern aushelfen, so daß er seinen Betrieb ganz normal aufnehmen konnte.

Spardose für Barkeeper gesucht

Letzte Woche kam ich auf die Idee, daß es doch ziemlich langweilig ist, daß ich mein Trinkgeld in einem stinknormalen Sparschwein versenke.

Das Kupfergeld fließt schon seit eh und je in eine dieser großen Metalldosen, in denen ab und zu Spirituosen verkauft werden. Aber ich will eine Spardose, die auch in realistischer Zeit irgendwann einmal voll ist.

Meine erste Idee war nun eine Spardose in Form eines Shakers, der oben einen Einwurf hat und mit einem Schloß im Boden oder an der Seite abschließbar ist. Nur habe ich leider weder bei Google noch bei Ebay (wo es so ziemlich jeden Blödsinn gibt) nichts gefunden. Selbst dem Shaker-Sammler Thorsten (Shaker-Blog) ist so eine Shaker-Spardose noch nicht bekannt. Er schlug mir dann auch gleich eine sehr edle Variante einer möglichen Spardose vor: Barman Shaker von Ghiso.
Zum Glück habe ich auch einen guten Stammgast, der zugleich Schlosser ist. Mal sehen, welche Ideen er so hat und wieviele Cuba Libres mich der Spaß kostet 😉

Weiß jemand, wo es vielleicht spezielle Spardosen für Theker oder Gastronomie-Personal gibt? Oder wie ich mir eine originelle Spardose selbst basteln könnte?

Trinkgeld-Steuer

Ich bin erst wenige Jahre in der Gastronomie. Für mich galt bisher immer: das Trinkgeld ist steuerfrei. Auch die zentrale Wissensanlaufstelle Wikipedia schreibt:

Trinkgelder, die anlässlich einer Arbeitsleistung dem Arbeitnehmer von Dritten freiwillig und ohne dass ein Rechtsanspruch auf sie besteht, zusätzlich zu dem Betrag gegeben werden, der für diese Arbeitsleistung zu zahlen ist, sind in Deutschland gemäß § 3 Nr. 51 Einkommenssteuergesetz steuerfrei.
Wikipedia – Trinkgeld

Gestern erfuhr ich von einem deutlich erfahreneren Gastronomie-Beschäftigten, daß es vor Jahren noch eine Steuer auf Trinkgelder gab. Ich wollte das nicht so recht glauben. Warum sollte jemand in seiner Steuererklärung sein Trinkgeld angeben? Es ist für das Finanzamt doch schlicht unmöglich, das Trinkgeld zu kontrollieren. Konnte man es dann auch steuermindernd gelten machend, wenn man mal falsch rausgegeben hat und am Ende weniger im Geldbeutel hat, als laut Abrechnung drin sein müsste?
Da mußte ich also nachforschen. Und siehe da: es gab wirklich mal eine Trinkgeld-Steuer!

Gemeinsam mit der SPD haben wir im Juli 2002 die Trinkgeldsteuer abgeschafft, die es in Deutschland seit 1923 gab.
Christa Sager – Bündnis 90/Die Grünen

Leider habe ich keine Statistiken gefunden, wie hoch die Gesamtsteuereinnahmen durch die Trinkgeld-Steuer war. Aber wahrscheinlich sehr gering, denn nach DIW Berlin, TNS Infratest Sozialforschung, bekamen lediglich 2% von 12563 Befragten im letzten Monat Trinkgeld (Umfrage aus 2006: Statista).

Hörst Du das?

Folgende Situation:
Es ist Feierabend. Die Türe ist schon abgeschlossen. An der Theke sitzt eine nette Dame, die auch in der Gastronomie arbeitet und ebenfalls schon Feierabend hatte und ihren Absacker dann noch bei mir trank. Daneben saß ein alter Freund und Stammgast, der prinzipiell immer kurz vor Feierabend vorbeikommt.
Ich hatte die Theke sauber gemacht, die Kühlschränke waren aufgefüllt und so schenkte ich mir mein Feierabendbierchen ein. Dann machte ich die Musik aus, setze mich zu ihr an die Theke.

ich: Hörst Du das?
sie: Oh ja! Das hört sich richtig gut an!
er: Was? Ich höre nur die Kühlung!
sie: Hör mal genau hin? Hörst Du das nicht?
er: Nein. Ich höre nichts!
ich: Genau das ist es: diese Stille!

Wenn den ganzen Abend Musik läuft, ist es wirklich eine absolute Entspannung, wenn dann die Musik endlich mal aus ist. Sie als Gastro-Tellertusse erkannte es sofort. Er stand ein wenig auf dem Schlauch. 😉

Früher hatte ich immer ein spezielles Feierabend-Lied und wenn das lief, war danach Schluß. Zuerst war es Ghostbusters vs. Michael Jackson – Bad und danach Einfach gut von Vetter Schöbel.
Inzwischen habe ich ein neues Stück für mich entdeckt, das wirklich zum Feierabend-Klassiker werden könnte: 4’33“ von John Cage. Die Komposition besteht aus drei Sätzen und keinem einzigen Ton. Dazu passend sind 4 Minuten und 33 Sekunden genau 273 Sekunden. Das entspricht dem absoluten Nullpunkt in Grad Celsius (negativ natürlich).

Suchbegriffe im August

Nachdem nun fast schon wieder ein Jahr vorbei ist seitdem ich die letzten „amüsanten Suchbegriffe veröffentlicht habe, die Besucher auf mein Blog führten. Nun ist der August auch vorbei und es folgt eine Liste mit unterhaltsamen Suchbegriffen aus dem letzten Monat:

  • mochito drink
    Immerhin weiß er, wie man den Mojito ausspricht.
  • „die nacht davor“+spiel+lösung
    Zwei ver(w)irrte Seelen haben danach gesucht und wahrscheinlich keine Lösung gefunden.
  • „milchkaffee“ „tom“
    Ich kenne einen Tom Collins, aber keinen Tom Milchkaffee. Vielleicht Milchkaffe mit Gin. Mal testen, ob das schmeckt…
    Nachdem aber darüber mehrere Suchanfragen kamen, habe ich einfach mal ein paar Anagramme erzeugen lassen und heraus kam dabei unter anderem: „CAFE HILFE KOMMT“ und „AMOK CHEF FILMTE“. Aber das hilft mir auch nicht wirklich weiter.
  • 5000 euroschein
    Zum Glück gibt es sie nicht. Sonst kommt bestimmt ein Gast auf die Idee, damit zu zahlen. Und natürlich würde er sich aufregen, weil ich nicht wechseln kann.
  • arbait schuhe gastronomi
    Gastronomie eignet sich für den Kerl wohl besser als ein Job als Schriftsteller.
  • bin kellner was nun
    Kellnern, was denn sonst?
  • eistee benzin
    Interessante Geschmacksrichtung…
  • heißt der eichstrich eichstrich??
    Nein, der Eichstrich heißt Füllstrich.
  • kronkorken seit wann
    Die Wikipedia schreibt dazu: „Der Kronkorken wurde von dem Erfinder William Painter (1838–1906) aus Baltimore (Maryland, USA) 1892 zum Patent angemeldet.“ Und wieder was gelernt!

Die EM floppt – aus Gastonomie-Sicht

Gerade habe ich mich im letzten Beitrag über den Flop des Public Viewings zur Fußball-WM 2006 hier in Ulm ausgelassen. Nun schaue ich kurz im Spiegel Online vorbei und lese, daß es der Schweiz ähnlich ergeht:

Erste Wirte entlassen Personal

Die Umsätze bei der Fußball-EM bleiben weit hinter den Erwartungen zurück. In den Schweizer Fanzonen beginnen jetzt die ersten Wirte, Personal zu entlassen. Mit ein Grund: der Misserfolg der eidgenössischen Nationalmannschaft.
Quelle: Spiegel Online

So ist es eben, wenn man auf einen Hype aufbaut. So war es aber hier auch und es war auch nicht anders zu erwarten, daß es in Österreich und der Schweiz anders sein wird. Deswegen sollten die Verantwortlichen, die solch öffentliche Veranstaltungen organisieren, wissen, daß nur bei Spielen der eigenen Landesmannschaft etwas los ist. Zwischen den Spieltagen und in den Vorrunden-Spielen herrscht tote Hose.

Die Migros Basel bezahlt für ihre EM-Stände rund 40.000 Franken (knapp 25.000 Euro) Miete pro Tag. Doch das Unternehmen holt nur die Hälfte davon an Umsätzen herein, sagte ein Migros-Sprecher. Die Kosten für Waren und Löhne sind dabei noch nicht einmal mitgerechnet.

25k Euro pro Tag, Das ist eine stattliche Miete und macht für die Dauer der EM (7. Juni bis 29. Juni, also 23 Tage) insgesamt 575.000 Euro. Aber Migros wird es verkraften können. Aber die kleineren Wirte und Unternehmen, die sich einen Stand gemietet haben, werden kaum eine Chance haben, mit Plus aus der EM zu kommen. Ortsgebundene Gastronomie, die der Menschenmassen mit zusätzlichem Personal Herr werden wollte, hat es da deutlich leichter. Entlassenes Personal könnte schon unter die Kategorie „Schadensbegrenzung“ fallen.