Schlagwort: Weinschorle

Das peinlichste Getränk

Am Samstag Nacht kam zu sehr später Stunde ein Pärchen in die Bar. Sie bestellte dann eine kleine Mirinda mit zwei Strohhalmen, die sich die beiden teilen wollten. Sie erklärte die zwei Strohhalme damit, daß sie es immer so bestellt. Und eine kleine Mirinda mit zwei Strohhalmen nunmal für sie das peinlichste Getränk ist, das sie kennt. Natürlich fragte sie mich, ob ich noch ein peinlicheres Getränk kennen würde. Spontan mußte ich dabei an Prosecco-Weizen denken. Das war ihr aber nicht peinlich genug, sie fand es nur eklig. Die weiteren Alternativen Weißwein-Schorle süß und Cola-Weizen (von mir immer spaßeshalber als „Cocktail für Arme“ bezeichnet) gefielen ihr nicht. So blieb es bei der kleinen Mirinda mit zwei Strohhalmen.
Und weil sie so Wert darauf legte, daß es zwei Strohhalme sind, habe ich es auch im Kassensystem vermerkt. Sie war erfreut als sie es dann auf dem Kassenbon gelesen hat und gab mir gutes Trinkgeld. Danke!

Weinschorlenzeit

Nun hat sie also angefangen: die Weinschorlenzeit.
Kaum kommen die ersten Sonnenstrahlen verstärkt zum Vorschein, stellt sich das Konsumverhalten der Gäste um. Statt Cola oder Saftschorlen wird nun vermehrt Weinschorle getrunken. Der absolute Liebling ist dabei seit Jahren Weißweinschorle sauer (Weißwein mit Mineralwasser, auch Saurer Sprudel genannt), gefolgt von Weißweinschorle süß (Weißwein mit Zitronenlimonade, auch Süßer Sprudel). Dann folgt mit deutlichem Abstand Rotweinschorle süß und Rotweinschorle sauer. Das Mischungsverhältnis ist jeweils 50:50.

Einsicht

Ich weiß, daß ich gute Gäste habe, aber daß sie so gut sind, war mir bisher nicht bewußt:
Ich habe einen Gast, der ziemlich regelmäßig alle zwei Wochen am Wochenende vorbeikommt und Weinschorlen trinkt. Vor drei Wochen habe ich ihm eines Abends nichts mehr ausgeschenkt.Er war weder ausfällig, noch schwankte er durch die Gegend. Aber er war betrunken und nicht mehr ganz bei sich selbst. Maulend ist er damals abgezogen.
Gestern kam er zum ersten Mal unter der Woche vorbei und hat sich bei mir bedankt. Es sei damals eine absolut richtige Entscheidung gewesen, ihm nichts mehr zu geben. Schön, daß er es erkannt hat. Als Barkeeper hat man ja nicht nur die Aufgabe seinen Gäste zu bewirten, sondern ist sehr oft noch Lebensberatur und Therapeut. Ich freue mich, wenn ich diesen Menschen helfen konnte.

Freakshow II

Die Freakshow geht weiter…

Die Highlights:

Ein Mann betritt mit seiner Frau (er nennt sie immer „Goldfasan“) die Bar und kommt zielsicher an den Tresen. Die Dame bestellt einen Orangensaft und er einen Long Island Iced Tea. Den trinkt er immer. Und er will keinen albernen Kindergeburtstagscocktail. So werde ich wohl nie seine allererste Bestellung vergessen: Mach mir mal einen Long Island Iced Tea, aber für Männer!
Also bekommt er auch immer etwas mehr Alkohol ins Glas. Ein Kumpel, der auch in der Gastronomie tätig war, meinte nur: Willst Du den Kerl umbringen?
Sein Goldfasan sah das allerdings etwas anders:

Goldfasan: Machen Sie da bitte noch Alkohol rein, da ist ja gar nichts drin!

Nun gut, das soll sie haben. Wenn sie dafür nicht wieder einfach abhaut und ihren Kerl sitzen läßt (so wie beim letzten Mal).

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