Schlagwort: Rettungswagen

Wie Gerüchte entstehen…

Es ist immer wieder erheiternd, wie sich Gerüchte so in die Welt setzen. Da bekommen irgendwelche Pappnasen nur einen Teil der gesamten Geschichte mit und basteln sich dann fleißig den restlichen Teil selbst. Natürlich kann es gar nicht anders sein, als sie sich ausgedacht haben.

Letztens konnte ich es wieder hautnah miterleben, als ich außerhalb meiner Dienstzeit von einem Bekannten (und regelmäßigem Gast) angesprochen wurde:

Gast: Sag mal, war die Schlägerei am Wochenende bei Dir?
ich: Äh, was für eine Schlägerei?
Gast: Am Samstag standen zwei Streifenwagen und ein Rettungswagen bei Dir in der Straße?
ich: Noe, bei mir war keine Schlägerei. Ich habe auch nichts mitbekommen.

Nun gut. Streifenwagen in dieser Gasse sind keine Seltenheit, weil es ab und zu schon zu Streß kommt. Die günen Jungs fahren aber meist nur prophylaktisch dadurch, um dann im Rest der Altstadt nach dem Rechten zu sehen.
Mir dämmerte es ein wenig, denn ich hatte an dem Tag wirklich zwei Streifenwagen in der Gasse stehen gesehen, als ich draußen geschaut habe, ob alles in Ordnung ist (das war noch zu der Zeit, als das Rauchen in Bars illegal war). Nur standen die beiden Autos ca. 50m entfernt von der Bar. Was sie dort wollen, entzieht sich meiner Kenntnis. Aus Langeweile werden sie dort aber nicht gestanden haben.

Wie der Rettungswagen dann ins Spiel kam, fiel mir irgendwann dann auch ein:
Ich hatte an dem Abend eine geschlossene Gesellschaft, bei der eines der Geburtstagskinder beim ASB arbeitet. Und während der Feier kamen auch zwei Rettungsdienstler zum Gratulieren vorbei. Da sie Dienst schieben mußten, waren sie natürlich in Uniform unterwegs. Ihr Rettungswagen parkte tatsächlich vor der Bar.

So einfach entstehen Gerüchte!

Leichenwagen und andere Sonderfahrzeuge

Immer mehr Besucher kommen vom Bestatter-Weblog. Deswegen möchte ich hier mal eine kleine Geschichte aus diesem Bereich zum Besten geben:

Es war an Weihnachten vor 2 Jahren. Meine kleine Schwester ist im Rettungsdienst und so kam es, daß an Heilig Abend ein Rettungswagen vor der Türe stand, weil die Besatzung ein Geschenk für sie abzugeben hatte.
Wenige Stunden später war ich auf dem Weg nach Hause und mein Kumpel hat mich mit seinem Auto vom Bahnhof abgeholt. Nur hat er kein normales Auto, sondern einen alten Opel Admiral in der Bestatter-Version (also einen Leichenwagen).
Nun könnt ihr euch sicherlich vorstellen, was diese beiden Wagen für Aufruhr und Gesprächsstoff in der Straße gesorgt haben 😉

Vor zwei Wochen am Montag war es dann wieder ähnlich: erst zwei Rettungs- und ein Notarztwagen und anschließend der Bestatter-Kombi.
Nur diesmal war alles nicht so fröhlich. Der Leichenwagen hat nicht mich gebracht, sondern meine Mutter mitgenommen. Vollkommen unerwartet, aber kurz und schmerzlos ist sie dahingeschieden. 56 ist einfach zu früh zum Sterben!

Da kann ich nur einen meiner Stammgäste zitieren, der mal behauptet hat:

Das Leben ist hart, böse und gemein. Aber dafür ungerecht!

Recht hat er!