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Berichte über das Gläsernes Mobil in Ulm

Von Mittwoch auf Donnerstag habe ich die Nacht im und ums Gläserne Mobil der Piratenpartei verbracht.

Stefan hat die Aktion in Wort und Bild sehr schön zusammengefaßt: Open-Air-Muenster-Kino-Glasmobil (eine Foto-Lovestory)
(auf dem Schäuble-Weck-Foto bin ich übrigens links im Bild)

Ich fand es interessant, daß sich insbesondere viele ältere Menschen für das Mobil und die Politik der Piraten interessiert haben.

Gläsernes Mobil in Ulm

Heute macht das Gläserne Mobil Halt in Ulm. Ab 20 Uhr wird es auf dem Müsterplatz stehen.

Im Rahmen des Bundestagswahlkampfs schickt die Piratenpartei ein sogenanntes gläsernes Mobil durch die Republik. Dieses gläserne Mobil macht am heutigen Mittwoch, ab 20 Uhr, bis Donnerstag, 24. September, 10.30 Uhr Station auf dem Münsterplatz in Ulm.
Das gläserne Mobil ist ein umgebauter Kofferanhänger, dessen Seitenwände teilweise durch Glasscheiben ersetzt wurden und so einen Blick in den Innenraum des Anhängers freigibt. Der Innenraum des Anhängers ist als Wohnraum eingerichtet, sodass von Außen ein Blick in die Privatsphäre des Bewohners möglich ist. Mit dieser Aktion will die Piratenpartei auf die immer weiter fortschreitende Beschneidung der Bürgerrechte und der Privatsphäre hinweisen und die Bürger dahingehend sensibilisieren, dass jeder seine Privatsphäre schützen sollte.
via UlmNews

Ich werde nach meinem Feierabend auch vor Ort sein und die Nacht dort verbringen. Kommt vorbei und informiert euch!

Weiterführende Links:

Feierabend! Feierabend! Feierabend!

Gestern war das Konzert mit Simply Red auf dem Münsterplatz. Das war die Hauptattraktion des gestrigen Abends und entsprechend wenig war bei mir los – bis das Konzert vorbei war und die anderen Ausschankwägen auch geschlossen hatten. Zu später Stunde kamen immer wieder noch ein paar Gäste. Leider haben wir in Baden-Württemberg eine Sperrstunde, so daß ich ab 2 Uhr nichts mehr ausschenken durfte und die Gäste gehen mußten.
Während ich dann die restlichen Gläser polierte, kam ein Gast herein, setzte sich direkt vor mir an die Theke. Ich erklärte ihm dann, daß Feierabend sei und es nichts mehr gäbe. Er ging wieder.
Keine Minute später kam ein weiterer Gast herein. Er setzte sich an die gleiche Stelle und auch ihm machte ich klar, daß nun Feierabend ist und ich nichts mehr ausschenken darf. Er ging wieder.
Und wiederum gefühlte 30 Sekunden später kam erneut ein Gast herein. Auch er setzte sich auf den gleichen Barhocker. Und auch er ging wieder, nachdem ich ihm nichts mehr ausgeschenkt habe.
Beim Hinausgehen rief ich ihm noch hinterher:

Ihr braucht jetzt nicht alle einzeln reinkommen, ich darf nichts mehr ausschenken!

Aber das hat er wohl überhört.
Die Türe war noch gar nicht ganz zu gefallen, kam einer der drei erneut herein und erklärte die Situation:

Das ist bei uns so ein Running Gag! Kannst Du uns wenigstens noch drei Kurze machen?

Feierabend ist Feierabend ist Feierabend. Und die Sperrzeit habe ich mir nicht ausgedacht, um früher Feierabend zu machen, die hat das Land so vorgegeben.

Silvester arbeiten

Silvester zu arbeiten ist für mich absolut kein Problem. Es macht wirklich Spaß! Alle Gäste haben spätestens um 23:40 bezahlt und verlassen maximal 5 Minuten später die Bar, um auf den Rathausplatz oder auf den Münsterplatz zu laufen und freie Sicht auf das Feuerwerk hier in Ulm zu haben.
Währenddessen habe ich genug Zeit, die Tische zu richten, Gläser zu spülen und alles für den nächsten Ansturm vorzubereiten. Dann wird die Bar abgeschlossen, ich laufe auf die Straße, wo schon ein paar andere Gastronomen auf das Feuerwerk warten und stoße dann mit ihnen auf das letzte erfolgreiche und neue (hoffentlich auch erfolgreiche) Jahr an. Ein paar Schlückchen Sekt und schon geht das Geschäft weiter. Ab Viertel nach Zwölf füllt sich die Bar wieder. Alle haben eine gute Laune, der Umsatz ist gut und die Arbeit macht Spaß.

Heute habe ich einen kurzen Dialog erlebt, der mich kurzzeitig aus der Fassung brachte. Eine Freundin fragte den Theker, ob seine Freundin, die zwar nicht in der Gastronomie arbeitet, aber ihm in Notsituationen aushilft, an Silvester arbeiten wird.

sie: Arbeitet Deine Freundin an Silvester?
er: Nein. Sie hat Freunde, Warum sollte sie an Silvester arbeiten?

Nur zur Information; ich habe Freunde und ich arbeite an Silvester. Und er übrigens auch.

EM-freie Zone

Ich arbeite in einer EM-freien Zone. Und ich bin froh darüber. Keine grausam klingenden Fan-Gesänge (insbesondere dieses grausame „Schland! Deutschland!“), keine Auseinandersetzungen zwischen unterschiedlichen Fangruppen und kein Aufschreien bei jeder noch so kleinen Torchance für die favorisierte Mannschaft. Insgesamt ein wirklich angenehmes Arbeiten, genau wie damals bei der letzten WM.
Nur sehr wenige Gäste (kann man an einer Hand abzählen) fragen nach einem Fernseher. Der Großteil ist froh darüber, daß kein Fußball nebenher läuft. Wahrscheinlich genau wegen der oben genannten Gründe.

Überall wird mit „Public Viewing“ und „Fußball live – alle Spiele“ geworben. Selbst die Stadt Ulm bietet dieses Jahr auf dem Münsterplatz kein Public Viewing an, nachdem es bei der WM so gefloppt ist (zu hohe Standmieten für die Freß- und Saufstände; zu hohe Preise für die VIP-Boxen, die zum Teil kurz nach dem Start wieder abgebaut wurden, weil sie keiner mieten wollte; teilweise defekte Video-Wand).
Als alter Anglizismen-Hasser gefällt mir „public viewing“ sowieso nicht. Bestatter Tom klärt nun auf, was Public Viewing wirklich ist. Das gibt der Angelegenheit doch einen ganz anderen Aspekt!

Also: auf zum Public Viewing und danach gemütlich Harold and Maude anschauen.