Schlagwort: Happy Hour

Martin Schneider on tour

Maddin (Martin Schneider) ist wieder on tour. Gestern war er in der Stadt und zu späterer Stunde dann bei uns mit seiner Crew zu Gast.
Unsere Bar ist nicht eine der In-Bars der Stadt, eher ruhig am Ende einer Reihe von Bars, Kneipen und Restaurants gelegen. Ich habe nicht gefragt, ob sie sich verlaufen haben oder gezielt zu uns gekommen sind. Ich war ja schon froh, daß die anderen Gäste ihn nicht belästigt um Autogramme gebeten haben. Promis wollen halt auch mal in Ruhe einen (oder zwei) trinken können. Und sie sind nichts Besonderes.
Es spricht aber schon einiges dafür, daß er uns bewußt besuchen wollte. Er fragte nämlich explizit nach karibischer Musik. Und normalerweise laufen auch karibische Klänge, nur gestern war nach der Happy Hour eben noch ein wenig House/Lounge angesagt.

Und das Witzige zum Schluß:
Die Freundin vom Chef wollte seine Veranstaltung gestern hier in der Stadt besuchen, bekam aber keine Karten mehr, weil es ausverkauft war. Dummerweise war sie an diesem Abend nun aber auch nicht bei mir in der Bar um ihn wenigstens mal hautnah zu sehen. Tja, das Leben ist hart, böse, gemein, aber dafür ungerecht! 😉

Freakshow III

Also gestern war mal wieder eine Freakshow bei mir… par excellence.

Es fing mit 2 Damen um die 30 an. So schnell wie sie zwei Cocktails bestellt hatte, so schnell hatten sie sie auch schon wieder ausgetrunken. Und verschwanden dann…

Eine Gruppe von 6 Personen kommt rein. Der Anführer kommt an den Tresen, schaut mich kurz an und bis ich bei ihm war, verschwand er auch schon wieder zu der Gruppe, die noch im Eingang stand. Er kam dann aber kurz darauf wieder und fragte, ob es heute Happy Hour gibt. Nein, die gibt es nur am Freitag und Samstag. „Oh, heute ist ja Donnerstag“. Und schon waren sie wieder weg.

Eine junges Mädel aus einer anderen Gruppe fragte mich:

sie: Draußen steht ja so ein Schild. Gilt das Angebot heute?
ich (gedacht): Nein. Da hat bestimmt nur ein Konkurrent Mitbewerber so ein Schild hingestellt, um Gäste für uns anzulocken… und Hier ist Dein Schild!
ich (gesagt): Natürlich, sonst würde es da nicht draußen stehen.
sie (beruhigt): Dann ist ja gut. Einen Wodka-Kirsch bitte!

Zwei Geburtstagsgesellschaften, die in die Geburtstage reinfeierten. Die eine zahlte schon vor 0 Uhr, um dann um 0 Uhr dem Geburtstagskind noch ein kleines Geschenk zu überreichen und dann um 0:05 zu verschwinden. Bei der anderen Gruppe zahlten 6 Gäste, während der Rest am „Happy Birthday“-Singen war…

Ab ins kalte Wasser…

Gestern hatte ich mal wieder neues Personal zum Probearbeiten. Meine Kollegin und ich hatten uns diesmal bewußt gegen jemanden mit Gastronomieerfahrung entschieden. Erfahrung ist eben nicht alles. Der Testkandidat wirkte beim Vorstellen letzte Woche schon deutlich lässiger und freundlicher als die beiden anderen, die schon über Thekenerfahrung in Discos und bei Uniparties verfügten. Und um ihn mal gleich richtig zu testen, hatte ich ihn mir gestern als Helfer für die Happy Hour bestellt. Für jemanden mit 0 Gastronomieerfahrung (na gut, seine Ex-Freundin hat mal in einer Discothek geschafft) ist das eine wirkliche Herausforderung.
Nach einer kurzen Einweisung, was er alles zu tun hat, ging es auch schon los. Für eine Einweisung auf der Kaffeemaschine hat es nicht mehr gereicht, war aber auch nicht nötig. Anfangs mußte ich ihm noch Hinweise geben, falls neue Gäste da waren, sich welche von einem Stehplatz an einen Tisch gesetzt haben, meine Shaker gespült werden mußten oder wo welche Gläser sind. Wenn etwas unklar war, hat er gefragt und wollte eigentlich auch immer mehr machen als nur Spülen und Service. Wenn Zeit war, habe ich ihm erklärt, nach welchen Regeln ich „wahllos“ Alkoholika, Sirups und Säfte in den Shaker schütte. Für seine ersten Einsatz hat er deutlich mehr Engagement gezeigt als viele andere („Ich muß nicht probearbeiten, ich habe schon da und da gearbeitet und bin streßerprobt und überhaupt bin ich der/die Beste!“). Gegen Ende lief es dann richtig gut.
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Nachbetrachtung vom Freitag

Am Freitag hatte ich ja eine neue Servicekraft. Ich habe gespannt gewartet, bis sie zur Stoßzeit die Arbeit antreten wird.
Und wie erwartet war die erste Amtshandlung des faulen Stücks meiner Servicekraft das Herausholen von einer Zigarette und Feuerzeug. Natürlich mußte ich sie davon abhalten (hrhr, bin schon ’nen fieser Kollege) und machte ihr klar, daß schon viel los war, sie sich doch bitte eine Schürze anziehen und sich mit dem Tresen und der Kaffeemaschine vertraut machen möge. Sie legte, die Zigarette und das Feuerzeug zur Seite und fing an. Da es gerade ruhig war und der nächste Ansturm die Bestellungen für die Happy Hour gewesen wäre, habe ich mir ein bischen Auszeit gegönnt, ihre Kippe genommen, angezündet und geraucht, während sie sich umgezogen hat. Ich habe ihr dann noch ein paar wichtige Dinge erklärt und los ging es. Kurz später habe ich sie dann unterbrochen und ihr vor der Happy Hour noch eine Kippenpause auferlegt (oha, bin ich großzügig):

sie: Danke.
ich: Keine Ursache. Ich bin ja kein Unmensch, es wird gleich noch stressig genug. Und die Kippe hast Du Dir schon verdient.
(dabei halte ich ihr den Rest von meiner Zigarette hin)
sie: Iiiih, den Rest von Deiner Zigarette will ich nicht rauchen!
ich: Das ist nicht meine Zigarette, es ist Deine…

Sie schaut nur auf den Platz, wo sie vorhin ihr Feuerzeug und die Zigarette deponiert hatte und sieht lediglich das Feuerzeug… Sie ist echt goldig, wenn sie sich aufregt 😉

Nun ja, sie war flott unterwegs, mußte aber komischerweise immer mit ihren Freundinnen zwischendrin quatschen. Daß sie die Bestellungen für die Tische nicht nummeriert hat und teilweise gar keine Nummern auf die Zettel geschrieben hat, war eigentlich nicht mein Problem, weil sie ja die Getränke ausliefern mußte. Sie hat es aber ordentlich auf die Reihe bekommen.
Ich als Theker hatte auch in der Happy Hour immer wieder ein paar Minuten, in denen ich keine Cocktails shaken mußte, und so erzählte ich ihr, als sie meinte, daß viel los sei, daß sie froh sein könne, daß sie nicht da ist, wenn hier richtig viel los ist. Ich weiß nicht, ob sie mir es wirklich geglaubt hat. Aber die Wochenenden vorher waren deutlich stressiger.
Sie ist dann nach ca. vier Stunden mit ihren Mädels noch auf einen Geburtstag verschwunden und ich hatte trotzdem noch gut zu tun (oft ist es so, daß nach der Happy Hour ein wirklicher Einbruch ist und die Gäste zum großen Teil verschwinden).
Der Chef kam dann gegen 3 Uhr vorbei, half noch eben beim Aufräumen und Saubermachen und verkündete nach Sichtung der Einnahmen einen neuen Freitagsrekord. 😉 (Es lag aber nicht nur an der Servicekraft (sie hat eine sehr nette Oberweite, was aber bei einem Frauenanteil von ca. 60% nicht wirklich zieht), sondern auch an den Gästen die kurz nach der Eröffnung die Bar gestürmt hatten und sich dann dem Alkoholkonsum hingegeben haben und, wobei eine Gruppe fast eine Flasche von dem Havana Club Añejo 7 Añjos geleert hat.