Schlagwort: Happy Hour

Bestellungen auf der Terrasse

Da wir (zumindest dem Kalender nach) Sommer haben, folgt nun eine weitere Episode von der Terrasse.

Unsere Terrasse befindet sich direkt vor der Bar. Wenn ich aufschließe gehe ich durch den Hintereingang, die Gäste und die Service-Mädels kommen immer über die Terrasse herein.
Es war an einem leicht verregneten Wochenendtag, die Terrasse war nicht aufgebaut, die Tische und Stühle standen zusammengekettet an der Seite der Terrasse.

Zur Hauptstoßzeit kam eine Aushilfe für den Service dazu. Sie machte sich fertig und nahm dann fleissig Bestellungen auf. Der Bondrucker ratterte fleissig und mein Chef und ich fingen an, die Bestellungen fertig zu machen. Als ich ein paar Cocktails fertig hatte und die nächstens Bons zurecht legte, drehte ich mich zu ihr um und fragte mit einem leicht erschrockenen Gesicht:

Hast Du eigentlich die Bestellungen auf der Terrasse aufgenommen?

Natürlich konnte sie dort keine Bestellungen aufgenommen haben. 😉
Aber sie war ziemlich erschrocken und wollte loslaufen. Mein Chef konnte sich ein zusätzlich „Na dann: Hopp, hopp!“nicht verkneifen.

Disclaimer:
Ich bin nun nicht übervorsichtig, weil letztens meine Gäste auf der Terrasse per SMS bestellt haben. Die Aushilfe ist manchmal so herrlich neben der Spur, daß dieser kleine Scherz einfach sein mußte.

Ich bin doch nicht blöd.

Bei dieser Überschrift wird jeder zwangsläufig an den Media-Markt denken. Die Jungs und Mädels haben auch gutes Marketing gemacht und nun denkt fast jeder bei diesem Spruch an diesen Elektronik-Discounter. Ob man da wirklich Schnäppchen machen kann, steht auf einem anderen Blatt:
Kreativ-Projekt-Blog: Mit Speck fängt man Mäuse – Der Preis aus Sicht des Neuromarketings

Aber was mich im Moment viel mehr ärgert ist deren vollkommen nutzlose Webseite.

Kleine Vorgeschichte:
Mir ist gestern mein uralter Röhrenmonitor abgeraucht. Er zischt, wenn ich ihn anschalte und das Bild ist so verschwommen, als hätte ich 3,3 Promille. Also muß mein guter Sony Trinitron 17″er mal ersetzt werden. Ich schreibe nun auf einem noch viel älteren Monitor, der mal bei uns in der Bar am Kassensystem hing (danke Chef, daß Du letztens ein neues TFT spendiert hast).
Nun mußte wollte ich mich über die Preislage für neue TFTs informieren und bin vorhin (gestern, sehr später Abend) zu meinem Händler des Vertrauens losmarschiert, weil die an der Türe Preislisten zum Mitnehmen anbieten (das sind übrigens die mit der sehr guten Beratung und der Happy Hour: arlt.com)
Ok, Preisvergleiche sind nie verkehrt und so wollte ich mal schauen, was der „Blöd-Markt“ in Ulm oder Neu-Ulm so im Angebot hat. Wollte ich, wirklich! Aber die Blödmänner und Blödfrauen (bzw. deren Webseiten) wollten mir keine Preise verraten.
Unter mediamarkt.de -> Computer & Büro finden sich zwar unter einem sehr verstecken Link die fünf beliebtesten TFT-Displays, aber keine Preise! Es sind nur grobe Werte angegeben: bis 150€, 150€-200€, über 200€.

Ich bin doch nicht blöd! Kaufe ich eben woanders! Und schmeißt bitte die Web-Designer oder IT-ler raus, die für diesen Mist verantwortlich sind!
Was nützt die beste Werbung, wenn man sich nicht online über Preise informieren kann? Oder ist es vielleicht extra so gewollt, daß man nicht vergleichen kann?

Happy Hour mal anders

Ein paar Kleinigkeiten zum Thema Happy Hour:

Mit dem 7.7.2007 war der Hype der diesjährigen Hochzeiten und den damit verbundenen Junggesellenabschieden noch nicht vorbei.
Am Wochenende hatte ich wieder einen großen Junggesellinnenabschied bei mir auf der Außenterrasse. Die Mädels kamen deutlich vor der Happy Hour und bestellten fleißig Cocktails. Als dann die Happy Hour angebrochen war, wollten sie weiter. Und da ja nun Happy Hour war, wollten sie ihre Cocktails, die sie vor der Happy Hour getrunken haben, zum Happy Hour-Preis. Gab’s dann natürlich nicht. Aber ich frage mich, warum vorher noch keine anderen Gäste auf solch eine kreative Idee gekommen sind.

Happy Hour beim Computerladen:
Letztens mußte ich für den Chef im Computerladen um die Ecke einen RAM-Riegel besorgen, weil diese im Angebot waren. Als ich dann statt knapp 50 Euro nur etwas um die 35 Euro zahlen mußte, war ich schon etwas verwirrt. Des Rätsels Lösung: an diesem Tag zwischen 14 und 18 Uhr gab es RAM nochmal billiger. Und auf der Rechnung stand dann auch wirklich „Happy Hour Shopping“!

Happy Hour auf Deutsch:
Über den Beitrag Happy Hour im tazblog bin ich auf die Aktion lebendiges Deutsch aufmerksam geworden. Im Juni wurde dort ein deutscher Begriff für „Happy Hour“ gesucht und gefunden: Blaue Stunde. Die Blaue Stunde ist bei mir eher nach der Happy Hour, wenn die Gäste blau nach Hause wanken 😉
Das „Schnäppchenstündchen“ aus dem tazblog gefällt mir da schon deutlich besser.

Personalplanung IV

Aus aktuellem Anlaß muß ich mich mal wieder über mein Personal ärgern.
Gerade am Wochenende und vor Feiertagen ist der Bedarf an Personal höher. Und weil es sich nicht rechnet mit kompletter Besatzung den ganzen Abend im Laden rumzustehen, kommen die Aushilfen nur zu den Stoßzeiten, d.h. meist 22 Uhr bis ca. 1 Uhr. Diese Zeiten sind für die Aushilfen die besten Stunden, weil sie in kürzester Zeit am meisten Geld verdienen (viel los = viel Umsatz = viel Trinkgeld). Ein weiterer Vorteil ist noch, daß um 1 Uhr die Party-Nacht ja noch nicht vorbei ist und sie sich noch amüsieren gehen können. Alles in allem eine Win-Win-Situation.
Es ärgert mich dann wirklich, wenn ich außerplanmäßig Personal brauche (z.B. für heute Abende, weil morgen bekanntlich Fronleichnam ist) und mir dann als Ausreden anhören muß: „das geht nicht, da ist unser Spieleabend“ und „ich muß da Fußball schauen“. Beliebt sind auch Ausreden wie „Ich bin da auf einem Geburtstag eingeladen“, „Da muß ich mit einem Kumpel Badminton spielen“ und „Kann da nicht jemand anderes arbeiten. Ich weiß noch nicht so genau, was ich an dem Tag machen will“.
Nach solchen Sprüchen überlege ich mir immer wieder, wann und warum ich solche Experten wieder in den trinkgeldfreundlichen Schichten einsetzen soll.

Leben mit ZIGGI

Seit nun bald 1,5 Monaten braucht man ja eine Geldkarte oder einen Führerschein um am Zigarettenautomaten Zigaretten zu bekommen (Zigarettenautomaten und die Altersverifikation). Was hat sich nun durch diese Verschärfung des Jugendschutzgesetzes geändert?

  • Zahlreiche Gäste meckern ber diese Sch***-Automaten, weil er deren Karten nicht erkennt. Wenn ZIGGI dann auch nicht akzeptiert wird, hilft nur ein Totalreset des Automaten.
  • Es kommen verstärkt Menschen zu mir in die Bar, nur um zu fragen, ob der Automat auch ohne Geldkarte funktioniert und verschwinden dann auch gleich wieder, nachdem ich per ZIGGI den Automaten freigeschaltet habe und sie im Besitz von neuen Zigaretten sind. Dabei muß dann natürlich auch wieder ber diesen Sch*** gemeckert werden, was das denn überhaupt soll und was es denn bringt.
  • Gäste laufen oft doppelt zum Zigarettenautomaten, weil sie einfach ihre Geldkarte/Führerschein vergessen haben. Na gut, selbst schuld 😉
  • Insgesamt mehr Zigarettenschachteln verkauft.

Ob sich nun der Mehraufwand (Automat mit ZIGGI freischalten, Automat resetten, mehr Kleingeld bereithalten) finanziell lohnt (z.B. durch mehr Gäste, die beim ersten Mal nur Zigaretten holen wollten und wiederkommen; mehr Provision vom Zigarettenautomatenaufsteller) habe ich nicht berechnet. Das werde ich auch vorerst nicht machen. Da ruhe ich mich lieber auf dem Service-Gedanken aus und freue mich, wenn ich meinen Gästen helfen kann.

Business as usual

Wie man sich richtig verhält, wenn man professionell arbeitet, habe ich eben beim selbst und ständig-Weblog gefunden. Was um einen herum passiert, ist im Moment vollkommen egal, man macht sein „Business“ einfach weiter.

Aktuelles Beispiel von mir vom Wochenende:
Ich hatte eine in der Gastronomie absolut unerfahrene neue Aushilfe zum Probearbeiten. Und ihr passierte es in der Happy Hour, daß sich ein Tablett mit 5 Cocktails verabschiedet hat, d.h. ihr ist es beim Tragen umgekippt. Wie es passiert ist, ob nun durch eigenes Verschulden, durch Kontakt mit Gästen oder einen unglücklichen Zufall, war mir in diesem Moment egal. Ich habe nur kurz in die Richtung des Klirrens geschaut, wahrgenommen, daß es „mittendrin“ passiert ist, sie also keinen Gästen die Cocktails über die Klamotten geschüttet hat, und dann einfach normal weiter geshaked.
Wie sie mir nach Feierabend erzählte, fand sie das wirklich beeindruckend, daß ich mich durch ihren Faux-pas nicht aus der Ruhe habe bringen lassen. Warum auch? Was hätte ich denn tun sollen? Sie für ihr Mißgeschick anschreien? Ihr klarmachen, daß sowohl Gläser als auch die verschütteten Cocktails Geld kosten? Sie rausschmeißen?
Nein. Die Situation war klar. Es ist nicht viel passiert, keine Gäste wurden mit den Cocktails übeschüttet, es war ein netter Unterhaltungsfaktor für die Umherstehenden und ich wußte, daß sie soviel Verstand besitzt, wie nun zu reagieren ist. Also ging es einfach normal weiter.

Kurzum:
Business as usual!