Schlagwort: Feierabend

Schon gespült

Es war schon Feierabend, die Rolläden waren heruntergelassen, der Chef zählte den Umsatz und an der Theke saßen noch ein paar Stammgäste, die schon zum Inventar zählen.
Einer dieser Stammgäste ist Koch und hat für uns und andere Gäste von einer Veranstaltung noch übriges Essen mitgebracht, unter anderem Becher mit Pana Cotta.
Wir von der Belegschaft waren damit beschäftigt, die Theke zu putzen, Gläser zu polieren und alles aufzuräumen.

Einer der Stammgäste nahm sich nun einen der Pana Cotta und sah dabei, wie das Service-Mädel gerade einen Löffel polierte.

er: Kannst Du mir bitte den Löffel geben?
sie: Nein, der ist schon gespült!

Mein Chef und ich krümmten uns vor Lachen, sie stand ahnungslos herum. Mit diesem Satz und der Betonung klang es so, als ob es ein Ding der Unmöglichkeit wäre, den sauberen Löffel (oder saubere Sachen im Allgemeinen) an Gäste abzugeben.

Ihre Rechtfertigung

Ich habe damit gemeint, daß ich den Löffel nicht nochmal spüle!

war auch nicht hilfreich. Es ist aber verständlich, daß ein so junges Ding den Löffel noch nicht abgeben will 😉

Jacky-Cola

Es gibt sie immer mal wieder: diese Jacky-Cola-Trinker. Es gilt nun der Spruch: Jedem Tierchen sein Pläsierchen!
Für mich steht aber Jacky-Cola auf einer Stufe mit Bananen-Weizen, Goißa-Halbe, Kalimocho und anderen Getränken, die in Faschingszeiten gerne konsumiert werden.
Jacky-Cola gibt’s bei mir zum normalen Longdrink-Preis. Für Bananen-Weizen und Kalimocho (in bestimmten Kreisen: Korea) verlange ich einen ordentlichen Aufpreis, so daß die meisten nur eins trinken (wenn überhaupt).

Es war nach offiziellem Feierabend. An der Theke saßen ein paar Stammgäste und Personal aus anderer Gastronomie, die schon mit ihrer Arbeit fertig waren. Und so bestellt einer einen Jacky-Cola. Ich habe meine Abneigung kund getan und in die Runde gefragt, was die anderen von Jacky-Cola halten.
Und eine zierliche junge Dame antwortet und sorgte für einen ordentlichen Kracher:

Das Zeug hab ich mit sechzehn (!!!) aufgehört zu saufen!

Besser konnte man mich in mein meiner Meinung nicht bestätigen!
Nun ist sie allerdings keine professionelle Alkoholikerin. Sie praktiziert seit einem Jahr als Zahnärztin und war an jenem Abend bei mir um den bestandenen Doktor-Titel zu feiern!

Silvester-Planung

Ich saß nach Feierabend zu sehr später Stunde in einer kleinen gemütlichen Bar an der Theke. Neben mir saß ein Koch, der im Dezember reihenweise Doppelschichten geschoben hat und insgesamt auf einen freien Tag kam. Wer braucht schon Freizeit? Jedenfalls wußte er noch nicht, was er Silvester machen wird.

überarbeiteter Koch: Ich weiß noch gar nicht, was ich an Silvester machen soll!

Daraufhin schlug die Bardame und Hausherrin, die genau wie ich auch, an Silvester hinter der Theke stehen wird, lapidar vor:

Geh‘ doch arbeiten!

Er fand es irgendwie nicht witzig… wir schon 😉

Drink-Sharing

Ist das Weihnachtsgeld noch nicht überwiesen oder schon alles für Weihnachtsgeschenke verpraßt? Oder doch nur der ganz normale Weihnachtswahnsinn?

Zu später Stunde gesellten sich drei junge Damen zu mir in die Bar. Sie bestellten: einen Cuba Libre und einen Sex on the beach. Die dritte im Bunde erklärte ganz stolz: das reicht für uns, wir teilen! Zwei Drinks für drei Personen ist besser als gar nichts. Am Ende war ich froh, daß ich die Rechnung nicht dritteln mußte, denn eine zahlte komplett. Und ein bischen Trinkgeld gab es auch noch.

Der Kracher kam dann aber im Theatro. Dort war eine Entschuldigungs-Party (Excuse mit Marco Petralia), weil es bei der letzten BigCityBeats-Release-Party zu ein paar Problemen kam (Scheiß Tanzverbot!). Der Eintritt war frei und lockte damit das sparsame Schwabenvolk an.
Ich lehnte an der Theke und zwei Mädels drängten sich an mir vorbei und bestellten einen (!) Prosecco. Die Bedienung konnte leider nicht passend rausgeben und fragte nach, ob die beiden nicht noch 30 Cent hätten, was diese verneinten. Sie versuchte dann einen Kollegen um passendes Kleingeld zu erreichen, aber da hatte ich schon die fehlenden 30 Cent aus meinem Geldbeutel geholt und ihr in die Hand gedrückt. Immerhin bedankten sich die beiden bei mir. Aber für mich war das der Zeitpunkt, an dem ich wußte, daß es Zeit ist zu gehen, denn ich hatte definitiv die falschen Menschen um mich herum!
Hey Leute! Sich einen Prosecco teilen und kein Trinkgeld geben… was soll das? Bleibt doch zuhause, wenn ihr euch das Feiern nicht leisten könnt, da bekommt ihr für das gleiche Geld schon eine Flasche Billig-Schaumwein!

verpeilte Mitarbeiter

Manchen Mitarbeitern kann man Sachen zigmal erklären und sie setzen es nicht um. Sie wissen zwar schon, daß ich es ihnen mal gesagt habe. Oder sie wissen, wie es sein soll, wenn ich sie darauf anspreche. Allerdings handeln sie gerne ganz anders. Sie haben es nicht verinnerlicht!

Beim Pizzablogger bin ich auf einen interessanten Artikel gestoßen:

Ich glaub ich muss Konventionalstrafen einführen. Mund fusslig reden, hilft ja wohl nicht: Dass sie nie-, niemals Stecknadeln auf dieses Regalbrett legen sollen. Oder eben den Topf woanders hinstellen.
Wie kommt die Stecknadel in die Sauce

Ich löse solche Fälle ein wenig „anders“.
Für Altglas haben wir eine Plastikkiste. Pfandflaschen gehören dort nicht hinein. Das habe ich den Servicemädels auch schon mehrfach erklärt. Die Pfandflaschen werden in Getränkekisten gesammelt und nach Feierabend dann sortiert im Keller in die Leergutecke gebracht. Und die Unterscheidung ist auch nicht schwer: Spirituosenflaschen ab in die Altglaskiste, den Rest in die Getränkekisten.

An einem Abend haben es beide Service-Mädels geschafft, die San Pellegrino-Flaschen zum Altglas zu packen. Das war der Zeitpunkt, wo ich mir einen kleinen Spaß erlaubt habe: als beide vor der Theke unterwegs waren, wanderte die Pfandflasche auf wundersame Weise wieder direkt auf die Theke unter den Zapfhahn. Und wieder nahm eine der beiden die Flasche und legte sie ins Altglas. Ich stellte sie dann wieder auf die Theke, von wo sie wieder im Altglas landete. Das ging mehrfach so hin und her. Da das Spiel auf absehbare Zeit wohl so weitergehen würde, fing ich an, eine Strichliste zu führen. Am Schluß hatte die eine 7 Mal und die andere 8 Mal die Flasche von der Theke an die gleiche Stelle im Altglas gelegt!
Danach habe ich sie nur gefragt: Wieviel Wasser haben wir heute verkauft? Und wieviele Flaschen Leergut hast Du von der Theke genommen?

Damit war das Thema durch. Und seitdem kommt es auch nicht wieder vor.

PS:
Ja, ich weiß, daß ich ein wenig fies sein kann. Eine von den zwei Mädels war übrigens die, die ich damals schon auf die (nicht aufgebaute Terrasse) zum Bestellungen einholen geschickt habe. 😉

Barconvent Berlin

Es ist wieder soweit. An den nächsten zwei Tagen ist in Berlin Barconvent angesagt. Ich mache mich nun auch gleich auf den Weg.
Der erste Pflichttermin für mich ist zu Beginn der Veranstaltung:

Meet the Bloggers…..Viral Breakfast in the Wireless Lounge at Bar Convent Berlin
Date: October 5th, starts 12 pm…ends 1 pm

Wer Lust hat, ein paar der bekannten Blogger zu treffen, ist zu diesem Termin herzlich eingeladen.
Ob und wieviel ich bloggen werde, ist bei dem interessanten Programm sehr ungewiss. Aber für ein bischen Gezwitscher wird schon Zeit sein. Ich schreibe auf Twitter natürlich unter Thekenmeister. Follow me!