Schlagwort: Szene

Flyer und Programmhefte III

Ich hasse es, wenn jemand bei mir Flyer auslegt ohne zu fragen. Fragen kostet nichts und bisher habe ich auch noch keine Flyer abgelehnt. Noch mehr hasse ich es, wenn man die Flyer ausserhalb der Öffnungszeiten einfach vor die Türe legt.

Letzte Woche war es wieder einmal soweit. Kurz nach der Eröffnung, die Bar war bis auf zwei Gäste leer. Eine mit Schal und Mütze vermummte Person betritt die Bar, wendet sich direkt dem Zigarettenautomat im Eingang zu und platziert dort irgendetwas. Und schon war sie auch wieder verschwunden. (Die Vermummung ist nun kein Vorwurf, es war die letzten Tage einfach saukalt)
Die routinemäßige Überprüfung ergab dann kurz darauf, daß neue Flyer mit Werbung für eine Tanzschule, die Salsa– und Merengue-Kurse anbot, auslagen. Es kam wie es kommen muß, wenn ungefragt etwas dort deponiert wird: das Altpapier landet im Müll.

Mit gutem Beispiel voran ging hingegen eine sehr unerfahrene Austeiler eines neuen Ulmer Szene-Magazins. Sie kam mit einem Klemmbrett direkt vom Eingang zu mir an die Theke.

sie: Kannst Du hier bitte unterschreiben?
ich: Wofür?
sie: Daß ich hier das port01 auslegen kann!
ich: Aber Du hast doch gar nichts dabei zum Auslegen!

Sie drehte sich um und zeigte auf ihre Umhängetasche, in der sich die aktuelle Ausgabe befand. Was ist eigentlich so schwierig daran, in wenigen Sätzen sein Anliegen zu formulieren?

Auch die Verteiler vom Theatro haben sich vor Silvester noch einen Patzer erlaubt: zwei Stapel mit Flyern lagen vor der Türe, als ich die Bar öffnen wollte. Natürlich hatte mich kein Verteiler oder Verantwortlicher vom Theatro gefragt, ob sie die Flyer bei mir auslegen können. Und wieder ging es direkt in den Müll damit. Wenn demnächst wieder Altpapier von denen vor der Bar liegt, sollte ich es eigentlich den Türstehern zum Entsorgen vorbeibringen… 😉
Und wo wir schon mal wieder beim Thema Theatro-Türsteher sind:
Ich wußte, daß das Theatro bis um 5 Uhr offen hat und wollte nun nach Feierabend dort noch kurz vorbeischauen. Es war ca. 4:20 Uhr. Nur der Türsteher wollte mich nicht reinlassen.

Türsteher: Ab vier Uhr ist kein Einlaß mehr!
ich: Ich bin aus der Gastronomie und komme gerade vom Arbeiten!
Türsteher: Das ist gut. Dann kannst Du Deinen Gästen ausrichten, daß ab 4 Uhr keine Einlaß mehr ist und um ab 4:30 Uhr keine Getränke mehr ausgeschenkt werden!
ich: Ok, mach ich!

Das werde ich natürlich nicht machen. Meine Empfehlung wird lauten: Geht ins Myer’s, da gibt es keinen mir bekannten Einlaßschluß und Getränke werden auch noch bis kurz vor Schluß ausgeschenkt! Aber vielleicht schnallen sie es mal endlich und legen ein paar Freikarten dazu, so wie es die Kinobetreiber auch regelmäßig machen, deren Programm ich auslege. Deren Verteiler legen die Programmhefte zwar auch vor die Türe, aber das ist so abgesprochen und damit ok.

Mit Profis arbeiten

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Ich will doch nur einmal mit Profis arbeiten!

Diesen Spruch können sich meine Mädels im Service in verschiedenen Varianten immer mal wieder anhören, wenn etwas schief läuft. Umgekehrt bekomme ich ihn auch zu hören, wenn ich Mist baue. Ist ja auch ok.

Gestern hatte ich die Chance, mal mit wirklichen Profis zu arbeiten:
Helmut Adam vom Mixology, Christian aus der Cocktailwelt und Dominik Falger aus dem Burj al Arab, der seinen Urlaub hier verbrachte
Eines muß man den Jungs lassen: Gläser polieren haben sie wirklich drauf! 😉

Und nun weiß ich auch, warum Helmut „nur“ über die Szene schreibt und nicht mehr selbst aktiv in Bars arbeitet: statt Umsatz zu machen, verschenkt er Prosecco an hübsche Mädels, wenn sie auf den Tischen tanzen.

Ich danke euch! Das war ein wirklich einmaliger Abend!

Nachtrag:
Der Abend aus Christians Sicht: Cocktailwelten – Repeal Day in Ulm

Horoskope in Stadt-Magazinen

In wahrscheinlich jedem Stadt- und Szene-Magazin gibt es Horoskope. Nun ist Anfang Dezember und die neuen Ausgaben liegen schon wieder überall herum.

Gestern habe ich in einer Bar nun auch ein Magazin in die Hand bekommen und idealerweise war die Cheffin dieses Magazins vor Ort. Mit einem anderen Gast sind wir auf das Thema Horoskope gekommen. Ich halte von Horoskopen nicht viel (besser: gar nichts). Es ist aber immer wieder erheiternd, was in diesen Magazinen steht. Noch lustiger wird es, wenn man die Monatshoroskope in den Szene-Heftchen vergleicht.
Ich bin bisher davon ausgegangen, daß die Horoskope von irgendwelchen Redakteuren in ausgelassener Stimmung selbst ausgedacht werden. Hauptsache ist, daß sie sich an Barnum halten.
Sie allerdings behauptet nun, daß nach irgendwelchen Pressevorschriften die Horoskope von ausgebildeten oder studierten Astrologen gemacht sein müssen. Ja, so einen Quatsch kann man studieren. Leider habe ich nun nach ca. einer halben Stunde Suche im Netz immer noch nichts dazu gefunden. Kann das jemand belegen? Laut ihrer Aussage muß „Fun-Horoskop“ oder „Spaß-Horoskop“ auf der Seite stehen, wenn das Horoskop von Redakteuren ausgedacht ist.
Aber im Endeffekt ist es ja auch egal, ob sich nun ein besoffener Praktikant das Horoskop ausdenkt und der Sekretärin diktiert oder ein studierter Aufschneider Astrologe. Wissenschaftlich bewiesen ist da mal gar nichts.

Wir haben zum Spaß die Horoskope in zwei konkurrierenden Stadtmagazinen verglichen. Sie waren inhaltlich teilweise sehr verschieden. Anscheinend stehen die Planeten nicht für alle Astrologen gleich. Oder es ist einfach nur Humbug.

Thekenmeister goes Promi-Boxen

Nach meinem Ausflug nach Hollywood (Thekenmeister goes Hollywood) steige ich nun ins Promi-Boxen ein. Drei Monate Aufbautraining und dann ein Kampf. Das wird ein Spaß!
Heute war das erste Treffen, das Training geht dann am Dienstag los. Aktuelles Kampfgewicht: 75kg (und damit wieder 3kg weniger als im Dezember)
Für mehr Infos fehlt mir gerade die Zeit, wird aber nachgetragen.

Cuba Libre

Weil die Stadt es sich fürstlich bezahlen läßt, wenn man die Bar/Cafe/Discothek länger als vorgeschrieben offen haben will (nennt sich Sperrzeitverkürzung und kostet pro Stunde), gibt es nicht viele Möglichkeiten, wenn man nach Feierabend (3 Uhr) und Aufräumen, Saubermachen und Nachfüllen noch irgendwo hinwill. Manche Läden haben noch bis 4 Uhr offen, aber das lohnt nicht wirklich. Bis 5 Uhr gibt es dann nur wenige Alternativen.

Gestern haben wir dann mal eine neue Alternative ausgetestet. Mein Kollege ging an die Bar, fragte die Aushilfskraft hinter dem Tresen, ob sie ihm auch einen Cuba Libre machen könnte. Klar, kein Ding, meinte sie.
Was er bekam: ein Longdrink-Glas (0,2l), insgesamt zu 2/3 gefüllt mit irgendwelchem Rum, komischen Cola-Gebräu aus der 1,5l-Einwegpfandflasche, garniert mit einer halben Scheibe Zitrone, kein Eis. Dafür wollte sie dann auch noch 4 Euro haben.
Ich habe es leider nicht direkt miterlebt, sondern nur aus der Ferne beobachtet. Aber mir hätte sie das Gemisch nicht als Cuba Libre angedreht.

Laut Wikipedia besteht Cuba Libre aus:

  • 4 cl kubanischer Rum
  • 4 Limettenachtel
  • Cola
  • Eiswürfel

Ich tendiere eher zu 5cl Rum, und zwar Havana Club Añejo 3 Años, nicht weil es schneller dicht macht, sondern weil es besser schmeckt. Und so bekommen ihn dann auch meine Gäste.