Schlagwort: Gastronomieerfahrung

Trinkgeld-Steuer

Ich bin erst wenige Jahre in der Gastronomie. Für mich galt bisher immer: das Trinkgeld ist steuerfrei. Auch die zentrale Wissensanlaufstelle Wikipedia schreibt:

Trinkgelder, die anlässlich einer Arbeitsleistung dem Arbeitnehmer von Dritten freiwillig und ohne dass ein Rechtsanspruch auf sie besteht, zusätzlich zu dem Betrag gegeben werden, der für diese Arbeitsleistung zu zahlen ist, sind in Deutschland gemäß § 3 Nr. 51 Einkommenssteuergesetz steuerfrei.
Wikipedia – Trinkgeld

Gestern erfuhr ich von einem deutlich erfahreneren Gastronomie-Beschäftigten, daß es vor Jahren noch eine Steuer auf Trinkgelder gab. Ich wollte das nicht so recht glauben. Warum sollte jemand in seiner Steuererklärung sein Trinkgeld angeben? Es ist für das Finanzamt doch schlicht unmöglich, das Trinkgeld zu kontrollieren. Konnte man es dann auch steuermindernd gelten machend, wenn man mal falsch rausgegeben hat und am Ende weniger im Geldbeutel hat, als laut Abrechnung drin sein müsste?
Da mußte ich also nachforschen. Und siehe da: es gab wirklich mal eine Trinkgeld-Steuer!

Gemeinsam mit der SPD haben wir im Juli 2002 die Trinkgeldsteuer abgeschafft, die es in Deutschland seit 1923 gab.
Christa Sager – Bündnis 90/Die Grünen

Leider habe ich keine Statistiken gefunden, wie hoch die Gesamtsteuereinnahmen durch die Trinkgeld-Steuer war. Aber wahrscheinlich sehr gering, denn nach DIW Berlin, TNS Infratest Sozialforschung, bekamen lediglich 2% von 12563 Befragten im letzten Monat Trinkgeld (Umfrage aus 2006: Statista).

Wie werde ich ein perfekter Gastronom?

Na klasse. Da fragt jemand Tante Google „wie werde ich ein perfekter Gastronom“ und anstatt die Antwort zu liefern, schickt sie den Besucher zu mir. Und ich stehe nun ratlos da. Immerhin hat Google diesem Besucher über 30 andere (bessere) Seiten vorgeschlagen. Der Thekenmeister befindet sich erst auf der 4. Suchergebnisseite, aber dieser Besucher hatte wohl Vertrauen zu mir. Und ich konnte ihm die Antwort nicht liefern (außer durch sinnentnehmendem Lesen aller Beiträge). Aber ich gelobe Besserung und werde nun einen 10-Punkte-Plan entwickeln, mit dem man ruckzuck zum perfekten Gastronom wird.

Altglas

Diese Woche stand ich vor dem Altglas-Container und hatte das Problem, wo ich die blauen Prosecco-Flaschen einwerfen sollte.
Auf den Containern stand keine Einwurfanleitung. Der Weißglascontainer fiel offensichtlich aus. Also blieb nur noch die Wahl zwischen Braun- und Grünglas. Ich hab sie dann in den Braunglascontainer geschmissen, weil mir das am logischten erschien (alles was nicht grün oder weiß ist, wird zum dreckigen Braunglas verschmolzen).
Tja, da habe ich mich wohl geirrt. Blaues Glas gehört in den Grünglascontainer, „da das Grünglas in der Verarbeitung am unempfindlichsten ist gegen Verunreinigungen mit anderen Farben, können die zur Zeit noch geringen Mengen an Altglas in Sonderfarben problemlos hierbei mit verarbeitet werden.„. Dann gibt es halt demnächst ein paar braune Flaschen mit leichtem Blaustich 😉
Nachher werde ich den Chef fragen, ob er mit seinen 125 Jahren (geschätzt) Gastronomieerfahrung das auch weiß.