Schlagwort: Essen

Lebensretter

Einige meiner Gäste entpuppen sich ab und zu als Lebensretter.

Vor Jahren hatte ich einen Gast, der in der Küche eines gut-bürgerlichen Restaurants arbeitete. Wenn er nach seinem Feierabend bei mir vorbeikam, hatte er regelmässig ein paar „Reste“ aus der Küche dabei. Mal etwas Suppe, Fleischküchle oder Spätzle mit Soße. Nach fünf oder sechs Stunden Arbeit ohne Essen sind solche Lieferungen wesentlich besser als jedes Trinkgeld: einfach unbezahlbar!

Gestern haben meine Gäste es aber ein wenig übertrieben. Erst bekam ich von einem Koch eine ordentliche Portion Kässpätzle mit Röstzwiebeln vorbeigebracht und zwei Stunden später von einem anderen Gast gegrillte Spare-Ribs, Koteletts und Hühnerteile.

Vielen Dank an die Mittelalter-Schänke zu Neu-Ulm, die ihr übrig gebliebenes Grillgut der mittelalterlichen Tafeley an das Personal des Dietrich-Kinos verteilen! Von dort hat mich der „Herrscher der Süßwaren-Theke“ nachts um 2 Uhr mit Fleisch versorgt. Danke!

Oster-Urlaub im Europa-Park

Sodale, heute geht es direkt nach der Arbeit mal wieder in den verdienten Oster-Urlaub: 2 Tage im Europa Park Rust inklusive Übernachtung im Hotel Colosseo.

Ich bin schon gespannt, ob der Service dort diesmal deutlich besser ist. Vor zwei Jahren war es fast eine Katastrophe. Was mir von damals noch einfällt:

  • Barpersonal mehr mit quatschen und rauchen beschäftigt, als zu arbeiten. Gab dann gnädigerweise ne Runde Baileys aufs Haus für uns.
  • Bar im 5. Stock hat keine Ziggi-Karte. Die muß man sich unten an der Rezeption holen.
  • Ziggi-Karte war nicht vom Europa Park, sondern eine EC-Karte von einem Bushunternehmen.
  • Essen im Restaurant hat viel zu lange gedauert und war dann auch noch kalt.
  • Der Keller hat nachdem er unsere Gruppe einzeln kassiert hat, nicht nochmal überprüft, ob nicht doch etwas fehlt. Nunja, falls doch, geht es zu seinen Lasten. Aber wir Gastronomen hatte dann doch noch nachgefragt, ob es aufgegangen ist. War natürlich aufgegangen.

Das einzige Highlight war der junge Kellner, der uns im Cafe kurz vor Abreise bedient hat. Freundlich, zuvorkommend und zügig. Er war der einzige, der an diesem Wochenende mehr als ein „Anstands-Trinkgeld“ bekommen hat.

Kurz gefaßt: es kann diesmal eigentlich nur besser werden!

Mitleid

Ich weiß, daß ich im Moment nicht gut aussehe. Ist ja auch kein Wunder nach nur drei Stunden Schlaf und vorheriger 26-stündiger Wachphase.
Aber daß ich so schlecht aussehe, daß die Verkäuferin mir den Senf zu den beiden LKW geschenkt hat, glaube ich nicht. Oder sie erinnerte sich, daß sie beim letzten Mal vergessen hatte, mir den Senf mitzugeben…

Kartoffelsupp II

Um es gleich vorneweg zu nehmen: grob gesehen, war die Kartoffelsupp-Aktion ein voller Erfolg.

Pünktlich um 11 Uhr kam er mit dem kompletten Kram, den er für seine Kartoffelsupp brauchte. Natürlich nur vom Feinsten und direkt vom Bauern. Er sah nicht wirklich fit aus, wollte auch erstmal einen Kaffee, den ich ihm (noch) nicht bieten konnte, weil die Kaffeemaschine noch nicht heiß war. Folglich fing er an, sich in der Küche einzurichten. Bis der Chef dann eintraf, war auch schon alles fertig.

Im Rahmen des Mittagstisches für die Schüler der benachbarten Berufsschule lief der Verkauf der Kartoffelsupp eher schleppend. Am Preis wird es nicht gelegen haben, aber man sagt ja, daß „die Jugend“ heutzutage mit Suppen nichts mehr anfangen kann. Nach dem Ansturm gönnte sich erstmal der Chef, dessen Freundin, der Koch und meine Wenigkeit eine Portion Kartoffelsupp. Damit waren wir selbst unsere besten Kunden. 😉

Aber die Nachfrage nach Kartoffelsupp stieg noch und so mußte der Koch (aka Enkel) noch eine weiteren Topf kochen. Gegen späteren Abend wurde einmal Nachschlag verlangt. Die beiden Herren waren so begeistert, daß sie fragten, ob es das nun jeden Dienstag geben würde. Und der Chef meinte sogar „ja, wir werden es versuchen“. „Versuchen“ deshalb, weil der Koch zu diesem Zeitpunkt schon gesagt hatte, daß er nun für ein halbes Jahr keine Kartoffelsupp mehr machen will. Aber wir haben ja genug Köche zur Auswahl. Zwei Stammgäste, die die Suppe auch aßen, waren der Meinung, daß sie eine bessere Kartoffelsupp kochen würden. Na dann sollen sie es erstmal beweisen! 😉

Mal sehen, ob es eine einmalig Spaß-Aktion war oder nun „der Kult am Dienstag“ wird. Stay tuned!

Kartoffelsupp I

Ja, der Artikel heißt wirklich nur „Kartoffelsupp“ (heißt so im Schwäbischen, wenn man es eindeutscht), das „I“ deswegen, weil morgen noch ein zweiter Eintrag dazu folgen wird.

Heute ist mir etwas Ähnliches passiert (zum Glück nur als Gast), wie bei dem Kerl mit dem Most:
Zwei Stammgäste (Großvater und Enkel) betreten das Cafe des Chefs. Der Großvater ist schon (leicht) angetrunken, der Enkel nüchtern, weil er fahren muß.
Irgendwann kam dem Großvater die geniale Idee, daß in dem Cafe noch etwas fehlen würde: eine gut gemachte Kartoffelsupp. Das wäre der Renner, weil es die nirgends woanders in der Stadt gäbe. Und jeder Gast würde sie essen. Schon klar, solche Spinnereien von Gästen, die meinen, sich in der Gastronomie besser auszukennen, als der Wirt, erlebt man häufiger. Witzig war allerdings der Streit, der nun zwischen Opa und Enkel entbrannt ist. Wer von beiden macht nun die bessere Kartoffelsupp? Opa traut dem Enkelchen (geht immerhin schon auf die 30 zu) nichts zu, der Enkel kontert mit „Du hast doch in Deinem Leben noch nie eine Kartoffelsupp selbst gemacht!“. Einfach herrlich!
Der Chef hat sich nun auf das Experiment eingelassen, der Enkel wird morgen früh alles für die Kartoffelsupp einkaufen gehen und sie frisch zubereiten. Mal sehen, ob es so ein Erfolg wird, wie versprochen…