Drinks & Links

Oft stolpere ich über interessante Seiten, die aber alleine keinen eigenen Blogeintrag wert sind. Deswegen gibt es nun in unregelmäßigen Abständen einen Haufen gesammelter Links. Ich hoffe, sie sind auch für euch interessant!

Lebensretter

Einige meiner Gäste entpuppen sich ab und zu als Lebensretter.

Vor Jahren hatte ich einen Gast, der in der Küche eines gut-bürgerlichen Restaurants arbeitete. Wenn er nach seinem Feierabend bei mir vorbeikam, hatte er regelmässig ein paar „Reste“ aus der Küche dabei. Mal etwas Suppe, Fleischküchle oder Spätzle mit Soße. Nach fünf oder sechs Stunden Arbeit ohne Essen sind solche Lieferungen wesentlich besser als jedes Trinkgeld: einfach unbezahlbar!

Gestern haben meine Gäste es aber ein wenig übertrieben. Erst bekam ich von einem Koch eine ordentliche Portion Kässpätzle mit Röstzwiebeln vorbeigebracht und zwei Stunden später von einem anderen Gast gegrillte Spare-Ribs, Koteletts und Hühnerteile.

Vielen Dank an die Mittelalter-Schänke zu Neu-Ulm, die ihr übrig gebliebenes Grillgut der mittelalterlichen Tafeley an das Personal des Dietrich-Kinos verteilen! Von dort hat mich der „Herrscher der Süßwaren-Theke“ nachts um 2 Uhr mit Fleisch versorgt. Danke!

Mäxle 2.0

Früher nahm man einen Würfelbecher, zwei Würfel und einen Bierdeckel. Dazu noch eine Flasche Hochprozentigen und schon konnte der Partyspaß mit Mäxle losgehen.
Gestern spielten vier Jungs bei mir Mäxle. Aber irgendwie etwas anders. Sie schüttelten dauernd ein „Etwas“, schauten darunter und gaben es im Kreis weiter. Erst als ich am Tisch war, erkannte ich, daß es sich um ein Iphone mit passendem Würfel-Programm handelte.

Ich hab es schon oft erlebt, daß vereinzelt Gäste auf ihrem Handy irgendwelche Spiele zum Zeitvertreib spielen, aber mit modernen Geräten wird es deutlich kommunikativer. Nun fehlt nur noch ein Flaschendrehen-App. 😉

Kundenbefragungen

Wie jedes Mal beim Einkaufen in der Metro, haben mein Chef und ich uns in die Gastro-Lounge verlaufen. Das hat mehrere Vorteile: Heißgetränke, Softdrinks und Häppchen for free, Bild-Zeitung lesen und unseren Kundenberater per Telefon anrufen (statt ihn ihm Markt zu suchen).
Nun saßen wir in der Gastro-Lounge an einem Tisch und genossen unsere Drinks. Auf einmal stand eine hübsche junge Dame neben uns am Tisch.

sie: Entschuldigung! Wir führen eine Kundenbefragung durch. Was kaufen Sie mehr: Fisch oder Fleisch?
wir (syncron): Beides nicht!
sie (erstaunter Blick): Was kaufen Sie denn dann?
ich: Eis, Milch, Sahne und Schnaps!

Sie war dann sehr erstaunt. Als wir ihr beide Gastronomie-Objekte meines Chefs (Bar und Cafe) erklärten, war sie viel gelassener. Trotzdem erklärte Sie uns, daß wir nicht für die Befragung geeignet wären, da es um eine Befragung der Fisch- und Fleisch-Käufer ginge. Meinem Chef fiel dann ein, daß er mal im letzten Jahr Grillfleisch gekauft hatte, und damit war er schon für den Fleischkunden-Fragebogen qualifiziert. Ich habe als Ausgleich den Fisch-Fragebogen ausgefüllt (immerhin weiß ich, wie man „Fisch“ schreibt).

Wer auch immer das schon mal behauptet hat: Glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast!

mit Eis – ohne Eis

Dasselbe Beispiel mit Campari-O ohne Eis. Gast: „Da ist ja kein Alkohol drin!“ Ich: „Doch, nur der Saftanteil ist nun höher.“
Twitter – travBartender 1:35 AM Mar 6th
Abschließende Aussage des Gastes zum Campari-O: „Das ist ja Betrug!“ Was soll man da noch machen?!? *kopfschüttel*
Twitter – travBARtender 1:38 AM Mar 6th

So passiert es immer wieder auch bei mir, daß Gäste ihre Drinks ohne Eis bestellen. Die einen haben vielleicht einen empfindlichen Magen oder nuckeln so lange am Drink herum, bis dieser total verwässert ist.
Inzwischen bin ich dazu übergegangen, den Drink in einem entsprechend kleineren Glas zu servieren. Hier im sparsamen Schwabenland hatte ich mit heftigen Protesten gerechnet. „Hey, wieso bekomme ich nur so ein kleines Glas??!!“ Aber die Beschwerden blieben bislang aus.
Es ist überhaupt kein Problem, wenn man seinen Drink gleich ohne Eis bestellt. Das ist mir lieber, als wenn der Gast dann die Eiswürfel mühsam aus seinem Glas in den Aschenbecher verfrachtet und ich dann die Sauerei wieder beseitigen darf, siehe dazu auch meine passende Twitter-Meldung.
Getränke mit Eis zu Servieren ist übrigens ein beliebtes Mittel um dem Gast im Endeffekt weniger zu verkaufen als auf der Karte steht. Dann sind z.B 0,3l-Gläser zwar ein bischen über den Füllstrich gefüllt, aber wenn man das Eis rausnimmt, bleibt weniger als 0,3l drin. Achtet mal drauf und beschwert euch!

Faschings-Nachbetrachtung

Der Gombige Doschdigg liegt nun schon fast zwei Wochen hinter mir. Inzwischen bin ich davon wieder erholt.
Zeit für ein paar Zitate, die in Erinnerung geblieben sind:

Was so teuer? Bei uns aufm Dorf kostet der Jacky-Cola nur 2 Euro!
Laß das Eis weg! Füll den Becher lieber mit Jacky auf!
Was? Du hast keinen Asbach da?
Für den Preis war der Wodka-Bull aber sehr schwach! Das wird noch negative Konsequenzen haben!
Können wir da nicht was am Preis machen?
Ich warte hier schon 10 Minuten!
Aber mach mal ’ne guuuuute Mischung!
Was koschd bei dir a Goiß?
Machst mir nen Bacardi-Cola? Hanava-Club-Cola kannst haben! Nein, dann mach mir einfach ’nen Rum-Cola!

Danke an alle Gäste, die mich an diesem Abend gefühlte 10.000 Mal daran erinnert haben, wie ich heiße. Sonst hätte ich doch fast meinen Namen vergessen.

Danke auch an den Faschingsartikel-Versender, der es nicht geschafft hat – trotz Verfügbarkeit im Onlineshop – meine Verkleidung zu liefern. Weder pünktlich noch nachträglich. Sonst könnte ich ein paar nette Fotos mit meinem Chef als Batman und Robin anbieten. Letztes Jahr waren wir zusammen Dieter Bohlen und Thomas Anders als Modern Talking. Habt ihr ein paar Vorschläge fürs nächste Jahr? „Dick und Doof“ fällt aus 😉

Vielleicht sollte ich im nächsten Jahr eine Glocke anbringen, die jedes Mal klingelt, wenn einer der Gäste „bitte“ oder „danke“ sagt.

Zum Glück ist nun wieder bis zum 3. März 2011 Ruhe mit dem Faschingsscheiß und dem Dorfvolk!