Kategorie: Gäste

Jacky-Cola

Es gibt sie immer mal wieder: diese Jacky-Cola-Trinker. Es gilt nun der Spruch: Jedem Tierchen sein Pläsierchen!
Für mich steht aber Jacky-Cola auf einer Stufe mit Bananen-Weizen, Goißa-Halbe, Kalimocho und anderen Getränken, die in Faschingszeiten gerne konsumiert werden.
Jacky-Cola gibt’s bei mir zum normalen Longdrink-Preis. Für Bananen-Weizen und Kalimocho (in bestimmten Kreisen: Korea) verlange ich einen ordentlichen Aufpreis, so daß die meisten nur eins trinken (wenn überhaupt).

Es war nach offiziellem Feierabend. An der Theke saßen ein paar Stammgäste und Personal aus anderer Gastronomie, die schon mit ihrer Arbeit fertig waren. Und so bestellt einer einen Jacky-Cola. Ich habe meine Abneigung kund getan und in die Runde gefragt, was die anderen von Jacky-Cola halten.
Und eine zierliche junge Dame antwortet und sorgte für einen ordentlichen Kracher:

Das Zeug hab ich mit sechzehn (!!!) aufgehört zu saufen!

Besser konnte man mich in mein meiner Meinung nicht bestätigen!
Nun ist sie allerdings keine professionelle Alkoholikerin. Sie praktiziert seit einem Jahr als Zahnärztin und war an jenem Abend bei mir um den bestandenen Doktor-Titel zu feiern!

Selbstbewußt

Ich habe einen Stammgast, der mehr oder weniger regelmäßig alle paar Wochen oder Monate bei mir vorbeischaut. Letztens war er wieder zu Besuch und sorgte auch für das Highlight an diesem Abend!
Leider weiß ich nicht worum es in dem Gespräch mit seinen Freunden ging, aber dieser eine Satz, den ich im Vorbeigehen vernommen habe, hat mich ordentlich zum Schmunzeln gebracht:

Tja! Hätt’st eben was G’scheit’s g’lernt, kleine Pause dann wärst jetzt LKW-Fahrer!

Als Blogger mußte ich zwangsläufig sofort an Maik von TruckOnline denken!
So ist es eben: wer nix wird, wird Wirt und wer was G’scheit’s lernt, wird LKW-Fahrer!

Die besten…

Ich weiß nicht, ob sie die besten Gäste sind, die ich habe (oder hatte), aber auf jeden Fall belegen sie einen Platz auf dem Siegertreppchen.
Sie sind freundlich, sympathisch, intelligent und immer gut gelaunt. Sie benehmen sich und passen gegenseitig auf sich auf und am Ende ist auch alles brav bezahlt. Letztens feierten sie sogar, daß sie mit ihrem Verein im Ligabetrieb zum ersten Mal in der Saison auf einem Nicht-Abstiegsplatz waren – auch wenn klar war, daß es am Ende wohl nicht reichen würde.

Einer der Jungs war gegen Ende ihres Besuchs nicht mehr so ganz Herr seiner Sinne und als es ans Zahlen ging, war zum Schluß nur noch sein Teil offen. Das Alphatierchen wollte dann auch gleich von ihm den Geldbeutel holen um damit zu zahlen. Und dann kam das, was einfach unglaublich ist: statt ihm den Geldbeutel zu geben, griff der benebelte Gast in die Hosentasche und holte ein paar Scheine und Münzen heraus: er hatte den offenen Betrag plus ordentliches Trinkgeld schon in seiner Hosentasche abgezählt bereit gehalten!

Vor ein paar Wochen waren sie wieder da und es kam in dieser Gruppe zu folgendem Dialog:

Student1 zu Student2: Hey, du mußt einen Planters Punch bestellen! Heiko macht den besten Planters Punch!
Student2 zu Student1: Ich trinke lieber einen Mai Tai. Er macht nämlich auch den besten Mai Tai!

Ich weiß, daß sie es aus Überzeugung und nicht aus Schleimerei sagten. Vielleicht mache ich auch für Ulmer Verhältnisse die besten Cocktails, aber in der weiten Welt um Ulm herum gibt es bestimmt noch bessere.

Während ich dies nun geschrieben habe, bin ich zu der Erkenntnis gelangt, daß die Jungs und Mädels für so eine große Gruppe wirklich die besten Gäste sind! Ich freue mich schon auf morgen! Dann haben sich die Besten angekündigt um Geburtstag zu feiern!

Lebensretter

Einige meiner Gäste entpuppen sich ab und zu als Lebensretter.

Vor Jahren hatte ich einen Gast, der in der Küche eines gut-bürgerlichen Restaurants arbeitete. Wenn er nach seinem Feierabend bei mir vorbeikam, hatte er regelmässig ein paar „Reste“ aus der Küche dabei. Mal etwas Suppe, Fleischküchle oder Spätzle mit Soße. Nach fünf oder sechs Stunden Arbeit ohne Essen sind solche Lieferungen wesentlich besser als jedes Trinkgeld: einfach unbezahlbar!

Gestern haben meine Gäste es aber ein wenig übertrieben. Erst bekam ich von einem Koch eine ordentliche Portion Kässpätzle mit Röstzwiebeln vorbeigebracht und zwei Stunden später von einem anderen Gast gegrillte Spare-Ribs, Koteletts und Hühnerteile.

Vielen Dank an die Mittelalter-Schänke zu Neu-Ulm, die ihr übrig gebliebenes Grillgut der mittelalterlichen Tafeley an das Personal des Dietrich-Kinos verteilen! Von dort hat mich der „Herrscher der Süßwaren-Theke“ nachts um 2 Uhr mit Fleisch versorgt. Danke!

Mäxle 2.0

Früher nahm man einen Würfelbecher, zwei Würfel und einen Bierdeckel. Dazu noch eine Flasche Hochprozentigen und schon konnte der Partyspaß mit Mäxle losgehen.
Gestern spielten vier Jungs bei mir Mäxle. Aber irgendwie etwas anders. Sie schüttelten dauernd ein „Etwas“, schauten darunter und gaben es im Kreis weiter. Erst als ich am Tisch war, erkannte ich, daß es sich um ein Iphone mit passendem Würfel-Programm handelte.

Ich hab es schon oft erlebt, daß vereinzelt Gäste auf ihrem Handy irgendwelche Spiele zum Zeitvertreib spielen, aber mit modernen Geräten wird es deutlich kommunikativer. Nun fehlt nur noch ein Flaschendrehen-App. 😉

mit Eis – ohne Eis

Dasselbe Beispiel mit Campari-O ohne Eis. Gast: „Da ist ja kein Alkohol drin!“ Ich: „Doch, nur der Saftanteil ist nun höher.“
Twitter – travBartender 1:35 AM Mar 6th
Abschließende Aussage des Gastes zum Campari-O: „Das ist ja Betrug!“ Was soll man da noch machen?!? *kopfschüttel*
Twitter – travBARtender 1:38 AM Mar 6th

So passiert es immer wieder auch bei mir, daß Gäste ihre Drinks ohne Eis bestellen. Die einen haben vielleicht einen empfindlichen Magen oder nuckeln so lange am Drink herum, bis dieser total verwässert ist.
Inzwischen bin ich dazu übergegangen, den Drink in einem entsprechend kleineren Glas zu servieren. Hier im sparsamen Schwabenland hatte ich mit heftigen Protesten gerechnet. „Hey, wieso bekomme ich nur so ein kleines Glas??!!“ Aber die Beschwerden blieben bislang aus.

Es ist überhaupt kein Problem, wenn man seinen Drink gleich ohne Eis bestellt. Das ist mir lieber, als wenn der Gast dann die Eiswürfel mühsam aus seinem Glas in den Aschenbecher verfrachtet und ich dann die Sauerei wieder beseitigen darf, siehe dazu auch meine passende Twitter-Meldung.

Getränke mit Eis zu Servieren ist übrigens ein beliebtes Mittel um dem Gast im Endeffekt weniger zu verkaufen als auf der Karte steht. Dann sind z.B 0,3l-Gläser zwar ein bischen über den Füllstrich gefüllt, aber wenn man das Eis rausnimmt, bleibt weniger als 0,3l drin. Achtet mal drauf und beschwert euch!