Schlagwort: Cocktails

geschickte Verhandlung

Ein Gast (bzw. kein Gast) kam heute in die Bar. Er hatte zwei Mädels dabei. Alle drei hatten komische Bänder (neudeutsch „Keylaces“ genannt) um den Hals, an dem irgendwelche Namenschilder (nur Namen, keine Logos oder Ähnliches) hingen. Er hatte ca. 5-7, die Mädels jeweils nur eins. Ich habe keine Ahnung, warum man mit soetwas freiwillig rumrennt, aber sie werden schon einen Grund gehabt haben. Meine Vermutung: es sollte wohl wichtig aussehen.

Er fing an mit mir zu diskutieren, was es denn heute als Angebot gäbe. Daß heute Studenten die Cocktails jeweils um einen Euro verbilligt bekommen, war ihm wohl zu wenig. Happy Hour müßte schon sein (Cocktails doppelt), er wollte den Mädels mal was bieten und wenn ich da nicht noch ein Sonderangebot draufpacke, dann müßte er in die nächste Bar gehen.

Tja, das mußte er dann auch. Klar hätte ich ihm die Cocktails auch zum halben Preis geben können. Dann wäre halt nur die Hälfte drin gewesen und der Rest Eis. Aber das hätte ihm sicher nicht gefallen und mir erst recht nicht. Auf solches Klientel kann ich gerne verzichten. Vielleicht hätte ich ihm auch noch etwas zahlen sollen, daß er bei mir die Cocktails trinkt.
Wohin er nun die Mädels endgültig ausgeführt hat, weiß ich nicht. Aber wenn er sich in den weiteren Verhandlungen genauso geschickt angestellt hat, dann irrt er wahrscheinlich immer noch durch die Stadt.

kreativer Tag

Was war heute nur mit meinen Gästen los?
Normalerweise zerknautschen sie die Servietten>, die unter den Cocktails liegen, wickeln sie um den Stiel oder zerreissen sie. Heute war es ganz anders:
Zwei Mädels bastelten eine Seerose (sah ungefähr so aus) und zwei weitere junge Mädels fingen an, Maler-Hüte zu falten.
Manchmal bereue ich es schon, daß ich keine Digicam habe. 🙁

Ein gutes Buch zum Servietten-Falten: Superidee Servietten falten

Cosmopolitan

Heute waren bei uns die Wodka-Drinks im Angebot. Bisher lief eigentlich nur Wodka-Red-Bull. In der Zwischenzeit trinken es die wenigsten, aktuell ist Wodka-Kirsch und Wodka-Maracuja sehr gefragt. Und seit heute auch Wodka-Johannisbeer.

Gast: Kannst Du mir auch einen Wodka mit Johannisbeersaft machen?
ich: Klar, gerne.
Gast: Danke, das ist dann ein „Cosmopolitan für Arme“.

Nun haben wir also neben dem „Cocktail für Arme“ (Cola-Weizen) auch eine preisgünstige Variante des Cosmopolitan im Angebot.

Für alle Interessierten, gibt es hier das Cosmopolitan-Rezept:

Zutaten
6cl Wodka
3cl Triple Sec
3cl Cranberrysaft oder Preiselbeersaft
1,5cl frischer Limettensaft
Anleitung
Alle Zutaten in den Shaker auf zerkleinertes Eis geben.
Kräftig shaken.
In ein vorgekühltes Martini-Glas abseihen.
Hinweis
Serviert wird der Cosmopolitan in einem klassischen vorgekühlten Martini-Glas ohne Eis.

Quelle: Cosmopolitan-Rezept

Nachbetrachtung vom Freitag

Am Freitag hatte ich ja eine neue Servicekraft. Ich habe gespannt gewartet, bis sie zur Stoßzeit die Arbeit antreten wird.
Und wie erwartet war die erste Amtshandlung des faulen Stücks meiner Servicekraft das Herausholen von einer Zigarette und Feuerzeug. Natürlich mußte ich sie davon abhalten (hrhr, bin schon ’nen fieser Kollege) und machte ihr klar, daß schon viel los war, sie sich doch bitte eine Schürze anziehen und sich mit dem Tresen und der Kaffeemaschine vertraut machen möge. Sie legte, die Zigarette und das Feuerzeug zur Seite und fing an. Da es gerade ruhig war und der nächste Ansturm die Bestellungen für die Happy Hour gewesen wäre, habe ich mir ein bischen Auszeit gegönnt, ihre Kippe genommen, angezündet und geraucht, während sie sich umgezogen hat. Ich habe ihr dann noch ein paar wichtige Dinge erklärt und los ging es. Kurz später habe ich sie dann unterbrochen und ihr vor der Happy Hour noch eine Kippenpause auferlegt (oha, bin ich großzügig):

sie: Danke.
ich: Keine Ursache. Ich bin ja kein Unmensch, es wird gleich noch stressig genug. Und die Kippe hast Du Dir schon verdient.
(dabei halte ich ihr den Rest von meiner Zigarette hin)
sie: Iiiih, den Rest von Deiner Zigarette will ich nicht rauchen!
ich: Das ist nicht meine Zigarette, es ist Deine…

Sie schaut nur auf den Platz, wo sie vorhin ihr Feuerzeug und die Zigarette deponiert hatte und sieht lediglich das Feuerzeug… Sie ist echt goldig, wenn sie sich aufregt 😉

Nun ja, sie war flott unterwegs, mußte aber komischerweise immer mit ihren Freundinnen zwischendrin quatschen. Daß sie die Bestellungen für die Tische nicht nummeriert hat und teilweise gar keine Nummern auf die Zettel geschrieben hat, war eigentlich nicht mein Problem, weil sie ja die Getränke ausliefern mußte. Sie hat es aber ordentlich auf die Reihe bekommen.
Ich als Theker hatte auch in der Happy Hour immer wieder ein paar Minuten, in denen ich keine Cocktails shaken mußte, und so erzählte ich ihr, als sie meinte, daß viel los sei, daß sie froh sein könne, daß sie nicht da ist, wenn hier richtig viel los ist. Ich weiß nicht, ob sie mir es wirklich geglaubt hat. Aber die Wochenenden vorher waren deutlich stressiger.
Sie ist dann nach ca. vier Stunden mit ihren Mädels noch auf einen Geburtstag verschwunden und ich hatte trotzdem noch gut zu tun (oft ist es so, daß nach der Happy Hour ein wirklicher Einbruch ist und die Gäste zum großen Teil verschwinden).
Der Chef kam dann gegen 3 Uhr vorbei, half noch eben beim Aufräumen und Saubermachen und verkündete nach Sichtung der Einnahmen einen neuen Freitagsrekord. 😉 (Es lag aber nicht nur an der Servicekraft (sie hat eine sehr nette Oberweite, was aber bei einem Frauenanteil von ca. 60% nicht wirklich zieht), sondern auch an den Gästen die kurz nach der Eröffnung die Bar gestürmt hatten und sich dann dem Alkoholkonsum hingegeben haben und, wobei eine Gruppe fast eine Flasche von dem Havana Club Añejo 7 Añjos geleert hat.

Dreharbeiten

Heute wurde eine kleine Besäufnis-Szene für den neuen Film der Medienoperative Ulm an meinem Arbeitsplatz gedreht. Genau betrachtet war sie eigentlich gar nicht so klein. Sie bestand aus 5 Darstellern, davon zwei der Hauptcharaktere, 2 junge Statisten-Mädels und 1 Ersatzbarkeeper, vielen leeren Flaschen (hauptsächlich Havana Club, Smirnoff und eine 5l-Flasche Bacardi, alle anderen waren 1l-Flaschen), gefakten Cocktails und Wein (sonst wird man ja total besoffen, wenn Szenen mehrfach gedreht werden müssen) und dem ganzen Filmteam, sowie weiteren Statisten, die für eine ausreichende Soundkulisse sorgen sollten.
Es war sehr spassig, ging relativ schnell rum, aber so ganz ohne Schaden zu hinterlassen ging es nicht. Die riesige Bacardi-Flasche und mehrere Havana-Club-Flaschen sind zu Bruch gegangen. Ist ja eh nur Glas.

Havana Club-Serviette

Heute hatte ich einem weiblichen Gast (nennt man die nun politisch korrekt Gästin?) einen wunderbaren Jamaica Fire geschüttelt. Beim Servieren legte ich ihr zuerst die obligatorische Havana Club-Serviette hin. Doch was macht die Gute bevor ich den Cocktail darauf stellen konnte? Sie packt die Serviette und zerknüllte sie in ihren Händen (oder wollte ihre Hände damit abtrocknen, keine Ahnung, oder…). Keine Ahnung, warum sie das tat, den anderen Mädels war jedenfalls klar, wozu die Serviette dient.