Schlagwort: Tablett

Gymnastik im Service

Die verpeilteste aller verpeilten Service-Mädels hat sich bald schon hier eine eigene Kolumne verdient.

Wer als regelmäßiger Leser nicht weiß, wen ich meine, hier ein paar Vorabinfos:

Nun hat sie sich am Wochenende wieder ein nettes Ding geleistet, bzw. habe ich sie dazu genötigt:
Entweder lege ich die Bons für die Getränke neben die Gläser auf das Tablett oder ich klebe sie an das Glas. Diesen Abend lebte sie wieder in ihrer kleinen Parallelwelt und war nicht wirklich mit dem Kopf bei der Sache und brachte mich damit auf eine fiese Idee: was passiert, wenn ich die Bons an die Gläser klebe… und zwar verkehrt herum.
Ein paar Stammgäste hatten es schon mitbekommen, wie sie Probleme hatte, die angehafteten Bons zu lesen. Natürlich habe ich ihnen auf die Nase binden müssen, daß ich die Bons nun verkehrt herum anbringe. Und sie warteten auf die Reaktion.
Und die Reaktion kam wie erwartet: sie stand vor dem Tablett und drehte ihren Kopf solange, bis sie die Bons lesen konnte. Es war wirklich goldig mitanzusehen, wie sie vor den Tabletts seitliche Rumpfbeugen macht. Beim dritten oder vierten Tablett hat sie es schon mitbekommen, wie wir uns amüsierten und meinte nur lapidar: „Ok, ok, ich habe es schon verstanden!“
Sie hat so eine faszinierende Art, daß man ihr Fehler beim Arbeiten nicht vorhalten kann. Mit ihrem Charme und ihrem Verhalten bügelt sie alles aus (ja, alles!). Da muß ich dann leider zu solchen Aktionen greifen, bevor ich an die Decke gehe. Wenn nun jemand meint, das fällt unter Mobbing, darf gerne mal mit ihr arbeiten. 😉

Business as usual

Wie man sich richtig verhält, wenn man professionell arbeitet, habe ich eben beim selbst und ständig-Weblog gefunden. Was um einen herum passiert, ist im Moment vollkommen egal, man macht sein „Business“ einfach weiter.

Aktuelles Beispiel von mir vom Wochenende:
Ich hatte eine in der Gastronomie absolut unerfahrene neue Aushilfe zum Probearbeiten. Und ihr passierte es in der Happy Hour, daß sich ein Tablett mit 5 Cocktails verabschiedet hat, d.h. ihr ist es beim Tragen umgekippt. Wie es passiert ist, ob nun durch eigenes Verschulden, durch Kontakt mit Gästen oder einen unglücklichen Zufall, war mir in diesem Moment egal. Ich habe nur kurz in die Richtung des Klirrens geschaut, wahrgenommen, daß es „mittendrin“ passiert ist, sie also keinen Gästen die Cocktails über die Klamotten geschüttet hat, und dann einfach normal weiter geshaked.
Wie sie mir nach Feierabend erzählte, fand sie das wirklich beeindruckend, daß ich mich durch ihren Faux-pas nicht aus der Ruhe habe bringen lassen. Warum auch? Was hätte ich denn tun sollen? Sie für ihr Mißgeschick anschreien? Ihr klarmachen, daß sowohl Gläser als auch die verschütteten Cocktails Geld kosten? Sie rausschmeißen?
Nein. Die Situation war klar. Es ist nicht viel passiert, keine Gäste wurden mit den Cocktails übeschüttet, es war ein netter Unterhaltungsfaktor für die Umherstehenden und ich wußte, daß sie soviel Verstand besitzt, wie nun zu reagieren ist. Also ging es einfach normal weiter.

Kurzum:
Business as usual!