Umsatzeinbrüche durch das Rauchverbot

Ich war bisher einer derjenigen, die Umsatzeinbrüche durch das Rauchverbot geleugnet haben.
Das Rauchverbot (korrekt: Landesnichtraucherschutzgesetz) gilt hier in Baden-Württemberg seit dem 1. August 2007. Und bis vor zwei Wochen gab es bei mir auch keine Umsatzeinbrüche. Eher das Gegenteil war der Fall. Nun ist seit zwei Wochen tote Hose in Ulm. Aber nicht nur bei mir, sondern wohl in ganz Ulm. In den Bars und Cafes rund um den Marktplatz ist teilweise ab 23 Uhr gar nichts mehr los. Hat es so lange gedauert, bis es sich rumgesprochen hat, daß woanders noch geraucht werden darf? Oder waren der Großteil der Raucher noch im Urlaub?
Eine Kollegin hat es scherzhaft kommentiert:

Wir sind auch für Sie da, wenn Sie nicht da sind!

in Neu-Ulm (das ist auf der anderen Donau-Seite und liegt in Bayern, wo das Rauchverbot erst ab dem 1. Januar 2008 gilt) hingegen sind die Bars, Cafes und Kneipen gerammelt voll. Teilweise verdoppeln sie ihren Tagesumsatz.
Nun frage ich mich, wo denn nun all die Nichtraucher sind, die jetzt die Chance hätten, qualmfrei wegzugehen. Welche Gäste sollen geschützt werden, wenn sie sowieso nicht weggehen?

Update:
Die Umsatzeinbrüche sind bisher nur unter der Woche zu verzeichnen. Am Wochenende ist noch ordentlich was los. Sogar eher mehr als früher.

Comments

  1. Das ist doch blödsinn es auf das Rauchverbot zu schieben. Wie oft gab es vorher im Jahr Umsatzrückgänge/einbrüche/verschiebungen?

    Aussderdem halten sich viele in BW ja noch nicht dran, da die Sanktionen noch nicht greifen, und solange die Raucher die Wahl haben ist doch klar das sie dann in Lokale gehen die bis zum Ende der 3-Monatsfrist das rauchen noch erlauben.

    Gastronomie ist nunmal ein zyklisches/saisonales Geschäft, da gibt es auf oder abs.

    Man kann bei den etlichen Pleiten vor dem Rauchverbot ja auch fragen: Wo sind und waren all die Raucher die jetzt jammern?

    1. Schwankungen gab es immer wieder. Aber sie waren nicht so drastisch. Ich bin schon gespannt auf den Oktober, wenn die Uni-Vorlesungen wieder losgehen, was dann in der Stadt los ist.

  2. Ich kann mir sogar tatsächlich vorstellen das die Leutchen solange man in Bayern noch rauchen darf dorthin „abwandern“. Aber zu der Frage „Welche Gäste sollen geschützt werden, wenn sie sowieso nicht weggehen?“ kann ich nur sagen, dass ja Nichtraucher auch Freunde haben die rauchen und daher sicher nicht sagen das sie lieber allein nach Ulm gehen wenn die „Raucher-Freunde“ dann nach Neu-Ulm gehen. Daher war ich schon immer dagegen das so etwas Ländersache ist, wäre eine bundeseinheitliche Regelung getroffen worden dann wäre solch eine Ausweichmöglichkeit nicht gegeben. Aber da ja bei uns in Bayern auch bald das Rauchverbot kommt kann ich für Dich nur hoffen das es in Ulm dann wieder bergauf geht mit dem Umsatz.

  3. Moin, Ihr müsst mal aufhören, rumzuheulen. Hier in Niedersachsen klappt es auch, ohne Umsatzrückgänge. Hier heult aber auch keiner, sonder man geht konstruktiv mit der Sache um. Stichwort Raucherecke etc. Und Verständnis für beide Seiten ist auch angebracht, hab nämlich das Gefühl, die Mehrzahl der Raucher kann die Situation ganz gut reflektieren und einsichtig sind.

    Gruß, Thomas

    1. Nun ja. Niedersachsen ist ein wenig anders als die Gegend Ulm/Neu-Ulm. Hier läufst Du über eine Brücke und schon kannst Du noch bis 1.1.2008 in Bars und Co. rauchen. Da hilft mir aktuell mein Raucherraum wenig.

  4. Generell ist das Rauchverbot für die Gastro nicht so der Knüller. Aber einer Stadt in Ulm wird das auf Dauer keinen Abbruch tun. Und mit Semesterbeginn füllen sich die Lokale abends in jedem Fall. Rauchen hin oder her.

    Fehlt halt vielleicht ein lustiges Programm für den Raucherraum. Sphärische Musik, andere Beleuchtung, fluoreszierende Poster…???

    Irgendwelche Ideen wird es da doch geben. Vielleicht ein kleiner ruckeliger Fernseher auf dem NONSTOP und ohne Ton Euer Kinofilm läuft. Wäre doch eine lustige Ablenkung und wiederum nicht zu aufdringlich.

  5. Ich verstehe das Ganze nicht: selbst in Ländern wie Italien, Irland oder Grossbritannien klappte die Einführung des Rauchverbots in Lokalen u.ä. reibungslos, und das, obwohl Bewohner dieser Länder als Sinnbilder für Individualismus gelten. Aber sie gehen halt mal zwischendurch nach draussen: was solls?
    Nur „die blöden Deutschen“ (zu diesem Volksstamm zähle ich (manchmal leider) auch) müssen alles bis zur Vergasung diskutieren und ggf. selbst die besten Gedanken zerreden – zum kotzen!

  6. Ich bin seit beginn des Rauchverbots einige male weggewesen und fand es sehr angenehm. Soweit ichs mitbekommen hab war das auch der allgemeine Tenor in der gesamten Gruppe.
    Ich würde ja jetzt auch gern mehr weggehen da ich am nächsten Tag kein Schädelweh mehr hab, meine Augen nicht mehr so aussehn als ob das Blut gleich herausläuft und die Kleidung net nach einem Abend reif für die Waschmaschine sind. Leider sind jedoch weder mein Portemonnaie größer noch meine Freizei mehr geworden.
    Aber ich schau sicher mal wieder vorbei, nicht verzagen!

    1. Das sehe ich auch so: die Klamotten stinken weniger, die Luft ist besser und wenn man zum Rauchen nach draußen geht, kommt man automatisch ins Gespräch mit neuen Leuten. Und ich muß nicht mehr so viele Aschenbecher sauber machen. 😉
      Der aktuelle Aufreger ist, daß die Gäste einfach nur über eine Brücke laufen und dort ganz andere Gesetze herrschen. Das wird sich hoffentlich wieder normalisieren.

  7. Tja, meine Lieblingskneipe liegt eigentlich in Niedersachsen, ich wohne aber in Bremen. Da ich in Niedersachsen nicht mehr rauchen darf, fahr ich da nicht mehr hin und die Strecke ist sogar kürzer als zu den jetzigen Kneipen…

  8. Ich als Raucher gehe nicht in eine Bar in der ich nicht Rauchen kann.Geht ja auch anders:in unserer Gruppe haben wir in einem Haus ein Raucherzimmer im Keller ausgebaut.Da gibts kein Rauchverbot und keine Umsatzsteuer.Ein paar Automaten aus der Metro rein und schon gibt es auch keine Vergnügungssteuer.Ein arbeitslosen Kellner rein,und schon gibts keine Sozialversicherungsabgaben.Man kann sogar einen TV reinstellen ohne GEMA und GEZ.Kosten vom Steuerberater,Alarmanlage,Telefon und vieles andere mehr werden umgangen.Natürlich auch die Einkommenssteuer.Die Einkommenssteuer die ich bisher bezahlt habe,hole ich mir über das Hartz 4 wieder und verdiene in meiner Privaten Bar nebenbei.So entsteht ein ganz neuer Berufszweig.PRIVATER GASTWIRT
    DER STAAT WILL ES SO,SO SOLL ER ES AUCH HABEN

  9. Das Problem mit dem “ Ich fahr heute nach Bayern weil ich da noch rauchen darf“ egalisiert sich spätestens zum Jahreswechsel wieder. Das Hauptproblem in den Bundesländern (BY ausgenommen) ist die Wettbewerbsverzerrung die die Zweitraumregelung mit sich bringt. Gastronomen aus meinem Bekanntenkreis (Unterhaltungsgastro/ Bistros) aus den Bundesländern Hessen und BW berichten von vollen Raucherräumen (in denen auch die NICHTRAUCHER sitzen)und leeren Nichtraucherbereichen. Dies kann doch nicht der Sinn eines Verbotes sein? Halbierung der nutzbaren Fläche bei gleichzeitigem Kostenaufbau durch Umbaumaßnahmen … Ob sich dieser Zustand wieder normalisiert werden wir spätestens nach einer Eingewöhnungszeit von 3 Monaten sehen. Vielleicht redet ja dann kein Mensch mehr drüber. Der „Deutsche Michel“ gewöhnt sich ja an alles.

  10. …meine Einstellung;wir lassen uns zuviel gefallen.Dem Staat muss man auch einmal Entgegentreten können.Wir sollten doch auch etwas Würde haben, den diese ist im BGB Abs.1 verankert..(Text)..Die Würde des Menschens ist unantastbar. Sie zu schützen und zu achten ist Pflicht aller Staatlichen….??? Wir,alle Arbeitenten,wollen einen Staat,der die vielen Millionen €uros nicht ins Ausland schießt,…sondern, im eigenem Lande alte Leute,Kinder und das „VOLK“ unterstützt.Alles andere ist nicht im Sinne unserer momentanen Weltlage… den die ganze Welt „Lacht über Deutschland“.

  11. Hi !
    Erst gestern als ich in einem Restaurant zum Feiern war, habe ich mich wieder köstlich amüsiert über die Trauben von Menschen vor der Gaststätte. Hat denn da kein Wirt Angst das sich die Leute ohne Bezahlung aus dem Staub machen ? Es soll ja auch schon Ärger mit Anwohnern gegeben haben denen das laute Gerede vor der Gaststätte auf den Wecker geht.
    Gruß lexa

  12. @Thekenmeister:
    Gibt es ihr Lokal noch? Wenn ja: wie sieht es derzeit mit den Umsätzen aus? Hat sich der Umsatzrückgang manifestiert, oder hat sich die Situation wieder eingependelt?
    Gruß,
    Thomas

    1. Nachdem das Rauchverbot für Einraumkneipen wieder aufgehoben wurde und bei mir nun wieder geraucht werden darf, ging es mit dem Umsätzen nach oben. Von Wirtschaftskrise keine Spur!

  13. Also ich finde das Rauchverbot in Kneipen total bescheuert!!

    In öffendlichen Einrichtungen und so OK.
    Wen der Gastwirt eine Nichtraucherkneipe machen will, OK.

    Aber, wen es stört, der muss doch nicht in die Kneipe gehen, in der geraucht wird!
    Jeder kann doch dann selbst entscheiden, in welche Art Kneipe ich gehen will, entweder Raucher oder Nichtraucher.

    Fakt ist schonmal eins:
    – in den gemütlichen Kneipen wird geraucht, karten gespielt und diese sind auch meist gut besucht!!
    Ohne diese Urigkeit geht das ganze Kneipenflair flöten. Denn wer geht wirklich gern in eine SchickyMicky Nichtraucherkneipe, die hat doch keine gemütliche Ausstrahlung.

    Nur mal noch zur Information:
    Ich bin ein Nichtraucher !

    gruss ralle

  14. Betreibe ein kleines Brauhaus im rechtsrheinischen Köln. Wir sind zum ersten Mal am 4. Juni 2010 vom Ordnungsamt kontrolliert worden. Natürlcih wurde bei uns noch geraucht, wie in den meisten andernen Kneippen und Brauhäusern in Köln.
    Seltsamerweise ist aber nur unser Stadtteil kontrolliert worden.
    4 Wochen später kam dann der „böse Brief“, mit Androhung von einer Strafe in Höhe von € 3000.– und danach Entzug der Konzession.
    Seit diesem Tag halten wir uns ans Nichtraucherschutzgesetz, mit absolutem Rauchverbot, trotz nur einem Raum, aber einer Größe von 190 qm, ein Umbau wäre technisch nur mit Riesenaufwand, wenn überhaupt, realisierbar.
    Seit dem Tag des absoluten Rauchverbots haben wir an der Theke so gut wie keinen Betrieb mehr und Umsatzrückgänge von min. 65 %. Gründe unter anderem: keine Wettbewerbsgleichheit, da in Seitenstrassen und anderen Stadtteilen weiterhin geraucht wird, und bis zum heutigen Tage weder die Kneipen, noch Brauhäusern noch Speiserestaurants kontrilliert worden sind.
    Schlimm genug, daß man Mitarbeiter entlassen muss, wird man auch noch von Stammgästen verhöhnt: „jetzt gehen wir in eine Kneipe, wo man rauchen darf“!!!!!!
    Macht echt Spaß!!

    Ich weiß nicht, wie lange ich dieses „Spiel“ noch mitmache!

  15. Wie lange wollen sich Raucher noch diskriminieren lassen???????

    Die Rauchverbote schießen wie Pilze aus dem Boden. In immer mehr Betrieben herrscht komplettes Rauchverbot und sogar Personalchefs bevorzugen vermehrt Nichtraucher. Von der Gastronomie brauchen wir erst gar nicht zu reden…

    Wie lange wollte ihr das noch mitmachen??????

    Für ein besseres Leben
    Martin

  16. Bin aus Bayern und hab selbst eine Kneipe und hatte massive Umsatzeinbußen. Hab im Netz eine Möglichkeit gefunden, funktioniert!!! Seit 3 Wochen wird bei mir gequalmt was das Zeug hält und das Ordnungsamt ist schon 2 mal wieder gegangen ohne dass sie was machen konnten…

    http://www.rauchverbot-umgehen.de

  17. @ Natalie
    Danke für die o. g. Seite!!! Hab das mal meinem Kneipenbesitzer gezeigt. Der hat die Umwandlung gemacht – ich finds lustig 🙂 Gewerbeaufsicht war zwar noch nicht da, aber ich denke die können da echt nix machen, die Idee ist echt genial! Seit gestern ist bei uns wieder „Feuer frei“!!! Yippiiiieee

  18. Ich muss sagen wir sind ganz froh über das Rauchverbot und können auch keinen Umsatzrückgang feststellen. Vielleicht liegt es auch daran, dass wir keine Kneipe betreiben sondern Veranstaltungen machen. Ich kann mich noch gut an einen unserer Bauchredner erinnern, der in einer verrauchten Kneipe auftreten musste. Da ging nach der hälfte der Show garnichts mehr. Es ist halt wohl auch eine Frage, welche Ausrichtung die Gaststätte hat. Wenn dort viele Veranstlatungen sind haben sich die meisten schon daran gewöhnt, dass zumindest während den Veranstaltungen nicht geraucht werden durfte. Man bekommt auch plötzlich ganz neue Besucher. Gerade ältere Menschen trauen sich oft nicht zu kommen, da sie Angst vor dem Rauch haben. Das hat sich für uns durch das neue Gesezt geändert. Bei den Veranstaltungen sind plötzlich ganz neue Besucher da. Also würde ich einfach mal sagen: Das ganze nutzen und zusehen, was man denn den Nichtrauchern die bisher vielleicht garnicht kamen bieten kann. Das Gesetz ist also auch eine Herausforderung an die Kreativität.
    Gruß
    Luise

  19. Hallo @all

    Wieso schwenkt ihr nicht auf eine „Dampferstube“ um?
    Mit dem E-Rauchen tritt niemand einem „Nichtrauchergesetz“ zu nahe.
    Zu den Vorteilen einer elektrischen Zigarette zählt auf jeden Fall die Tatsache, dass man sie zu jeder Zeit und an jedem Ort rauchen kann. Beim Rauchen brennt sie nicht und da sie kein Tabak enthält, wird auch kein Rauch erzeugt. Und dadurch, dass die Zigarette einfach aufgeladen werden kann, ist das Ganze auch billiger als richtige Zigaretten.
    Das es funktioniert, bestätige ich als Praktisches Beispiel, Rauche seit dem ich dampfe keine Zigaretten mehr!
    Infos? http://e-zigarette-preiswert.de/

  20. Hallo,

    Ich sehe das auch so.Die Vorteile der e Zigarette liegen auf der Hand.Mal abgesehen das sie auf dauer günstiger ist, hat man auch keine schlechten Gerüche im Haus oder der Kleidung.Rauche seid ca.3 Monaten die SuperSmoker kann ich nur empfehlen. Auf http://www.supersmoker69.moorandmore.de hab ich mir die SuperSmoker bestellt.Muss man mal ausprobieren.

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