Ich zahl alles

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Gestern hatte ich eine Gruppe von Männern zu Gast, die zum ersten Mal bei mir waren. Als es dann ans Bezahlen ging, kam folgender Dialog zustande:
ich: Wer zahlt nun was?
spendabler Mann: Ich zahl' alles! Erst schaut er auf die Rechnung, blickt dann in seinen Geldbeutel und fragt in die Runde: Kann mir jemand 3 Euro leihen?
Solange er sich beim Ausgeben nicht den größten Teil der Rechnung leihen muß, ist wohl alles in Ordnung. ;-)
Der Nachteil ist daß bei Beglichen der Gesamtrechnung weniger Trinkgeld rausspringt, als wenn jeder selbst zahlt. Aber es gibt Schlimmeres...
Kategorie: Bar, Gäste
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Etwas zum Aufwärmen

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Nach dem kurzen Sommereinbruch war es in den letzten Tagen saukalt. Gestern Abend kam eine junge Dame aus der Kälte direkt zu mir an die Bar.
ich: Was darf es sein?
sie: Etwas zum Aufwärmen!
ich: Kaffee, Milchkaffee, Latte Macchiato, Heiße Schokolade oder einen Tee?
sie: Ich bevorzuge eine andere Art mich aufzuwärmen...
ich: Schnaps? (das mußte ich einfach fragen, weil sie in diesem Moment in der Cocktailkarte blätterte)
Nachdem sie sich in Erinnerung gerufen hatte, daß sie mit dem Auto unterwegs ist, fiel ihre Wahl auf eine Heiße Schokolade mit viel Schoko-Pulver.
Kategorie: Bar, Gäste, Getränke & Spirituosen

Eichstrich und Logos auf Gläsern

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Zweck des Eichgesetz (Gesetz über das Meß- und Eichwesen) ist es,
den Verbraucher beim Erwerb meßbarer Güter und Dienstleistungen zu schützen und im Interesse eines lauteren Handelsverkehrs die Voraussetzungen für richtiges Messen im geschäftlichen Verkehr zu schaffen, [...]. (§1)
Damit der Gast weiß, ob er nun auch wirklich eine 0,3l-Cola oder ein 0,5l-Bier in den Händen hält, gibt es auf den Gläsern Eichstriche (Edit: es gibt keine Eichstriche mehr, sie heißen nun Füllstriche, siehe Kommentar), welche sich fast immer auf der gegenüberligenden Seite des Logos befinden.
Wenn man nun dem Gast sein Getränk serviert, stellt man es immer mit dem Logo zum Gast hin (außer in Bahnhofskneipen und sonstigen Spelunken). Er soll ja schließlich wissen, was er trinkt. Und als Gastronom sollte man sich auch nicht für das schämen, was man ausschenkt (ansonsten macht man etwas falsch).
Gestern hatte ich nun einen Gast, dem ich ein schön gezapftes Pils mit einer ordentlichen Blume servierte. Während ich noch mit ihm redete, drehte er in aller Seelenruhe das Pilsglas zwischen seinen Fingern, bis er den Eichstrich erblickt hat. Natürlich konnte ich es mir nicht nehmen lassen, ihn direkt darauf anzusprechen. Er wolle mir damit nicht unterstellen, daß ich zu wenig ausschenke, es sei lediglich eine Gewohnheit von ihm. Er wird auch einer der wenigen bleiben, die so direkt darauf achten. Denn den wenigsten ist es überhaupt bewußt, daß sie das Glas extra mit dem Logo nach vorne serviert bekommen. Achtet selbst einmal darauf, wo ihr euer Getränk so serviert bekommt, wie es sein soll, und wo das Logo in diverse Himmelsrichtungen zeigt.
Kategorie: Bar, Gäste
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Weinschorlenzeit

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Nun hat sie also angefangen: die Weinschorlenzeit.
Kaum kommen die ersten Sonnenstrahlen verstärkt zum Vorschein, stellt sich das Konsumverhalten der Gäste um. Statt Cola oder Saftschorlen wird nun vermehrt Weinschorle getrunken. Der absolute Liebling ist dabei seit Jahren Weißweinschorle sauer (Weißwein mit Mineralwasser, auch Saurer Sprudel genannt), gefolgt von Weißweinschorle süß (Weißwein mit Zitronenlimonade, auch Süßer Sprudel). Dann folgt mit deutlichem Abstand Rotweinschorle süß und Rotweinschorle sauer. Das Mischungsverhältnis ist jeweils 50:50.
Kategorie: Bar, Cafe, Gäste, Getränke & Spirituosen

Fundstück IV

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Was man nicht so alles findet...
Gestern endteckte ich auf der Damentoilette im Mülleimer eine alte Feinstrumpfhose und eine Verpackung einer neuen. Ich finde es faszinierend: die Frauen schaffen es (wie auch immer), in ihren Handtaschen soviel Zeug unterzubringen, daß sie damit für alle Notfälle gerüstet sind.
Notfälle (für Frauen) sind: kaputte Strumpfhose, Absatz oder Nagel abgebrochen, Make-Up verschmiert, Batterien der Digicam oder des Handys leer, etc.
Kategorie: Bar, Gäste
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Wechselgeld

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Gestern habe ich deutlich gemerkt, daß Monatsanfang ist: zum Monatsanfang zahlen die Gäste immer mit großen Scheinen. Ich habe keine Statistik mit der genauen Verteilung von Geldscheinen zum Feierabend, aber im Normalfall hat man von den 5€-Scheinen am meisten. Gestern war ich zum ersten Mal in der Situation, daß ich keinerlei 5€-Scheine mehr im Geldbeutel hatte. Das hat dann dazu geführt, daß ich mehrfach unnötig viel Kleingeld rausgeben mußte. Da half auch kein Nachfragen, ob die Gäste vielleicht ein paar Münzen hätten, damit ich stattdessen einen 10er rausgeben konnte. Münzgeld war bei meinen Gästen nämlich auch Mangelware. Und heute wird es bestimmt nicht anders.
Kategorie: Bar, Gäste
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